Gepostet von Peter Roskothen am 29. Jan 2007 in Aikido / Budo, Philosophie, Tugenden | 1 Kommentar
Heute stand plötzlich der Begriff Ehrgeiz im Raum. Ehre und Geiz? Die Kombination ist doch nicht wirklich eine Tugend, oder? Wikipedia´s Erklärung gefiel mir: “(urspr. von Ehre und Geiz, gemeint ist jedoch die mittelalterliche Bedeutung Gier, also “nach Ehre gieren” … versteht man das mehr oder weniger starke Bemühen, ein bestimmtes Ziel zu erlangen, etwa Anerkennung, Autorität, Ruhm, Ehre oder Geld.“.
Wenn man sich dagegen die Hakamafalten noch einmal ansieht, wird man diese Begriffe dort nicht wiederfinden. Trotzdem hält die Gesellschaft den Ehrgeiz doch eher nicht für so schlimm, oder?
Schon wenn man sich die Werte ansieht, die der Ehrgeiz in aller Regel tatsächlich anstrebt – “Anerkennung, Autorität, Ruhm, Ehre oder Geld” -, so kann (sollte) einem heiß und kalt werden.
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Gepostet von Peter Roskothen am 29. Jan 2007 in Aikido / Budo, Philosophie, Tugenden | Keine Kommentare
Natürlich wurde das Thema auch durch Aikido zu Tage gefördert. Schließlich fragt einen das kaum einer unvermittelt auf der Straße, einfach so aus Spaß.
Gestern hatte W. eine gute Erklärung zu dem Begriff (sinngemäß wiedergegeben): Ehre habe etwas mit Ehrerbietung zu tun. Damit, daß man seine Freunde und Verwandte hoch schätzt. Wer diese Menschen verletze, der verletze auch deren und/oder die eigene Ehre.
“Ehre” ist sicher kein ganz einfacher Begriff. Wikipedia sagt dazu: “Ehre bedeutet in etwa Achtungswürdigkeit… Durch Missachtung des Kollektivs wird der Einzelne, durch Missachtung des Einzelnen wird sein Kollektiv getroffen (vgl. die Ehrverletzung)”.
Auch beschreibt Wikipedia die Ehre als eine Tugend. Das kommt mir komisch vor. Vielmehr scheint mir in diesem Zusammenhang die Pietät eine Tugend. Pietät hat in meinen Augen mit dem Respekt zu tun. Damit, jemandem seine Würde zuzugestehen, ihn wertzuschätzen.
Mir hat mal ein Iraner in einer Studentengemeinschaft gesagt: “Alle deutsche Frauen sind Huren.”. Ich fand das im ersten Moment ziemlich dumm und aggressiv. Aber der Mann kommt aus einem anderen Kulturkreis und sagte was er dachte. Hätte er das über türkische Frauen gesagt (das hätte er sicher nicht getan), hätte er wahrscheinlich nicht lange zu leben gehabt. War das eine Ehrverletzung unserer deutschen Frauen? Sicherlich, und noch dazu wenig mitfühlend formuliert. Ein schwieriges Thema mit der freien Meinungsäußerung und der Ehre, der Pietät, Etikette und allen dazugehörigen Tugenden.
Gute Frage Angela – gar nicht so leicht zu beantworten.
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Gepostet von Geraldine und Peter Roskothen am 25. Jan 2007 in Aikido / Budo, Historisch, Philosophie | 2 Kommentare
Der Hakama (Hosenrock) ist ein wirklich schönes Kleidungsstück. Es verführt immer wieder die Menschen genauer hinzusehen und sich von dieser Äußerlichkeit beeindrucken zu lassen. Das ist aus unserer persönlichen Sicht in Ordnung, wenn der Mensch der drinsteckt weiß, warum er getragen wird und wie der Hakama zu tragen, zu falten und zu respektieren ist.
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Gepostet von Geraldine und Peter Roskothen am 22. Jan 2007 in Aikido / Budo, Videoclip Quicktime | Auch die Kommentare sind durch das Passwort geschützt.
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Gepostet von Geraldine und Peter Roskothen am 20. Jan 2007 in Aikido / Budo, Techniken, Videoclip Quicktime | 2 Kommentare
Beim letzten Training haben wir kurz die Kamera mitlaufen lassen. Wir mussten feststellen, daß es eine große Hilfe zum Erkennen von Fehlern und deren Korrektur darstellt. Einen Ausschnitt aus dem Angriff Kosa-Tori und der Technik Kote-Gaeshi haben wir hier bereitgestellt:
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Gepostet von Geraldine und Peter Roskothen am 19. Jan 2007 in Aikido / Budo, Allgemein, Frauen Selbstverteidigung, Grundlagen, Kinder / Jugendliche, Selbstverteidigung, Techniken | Keine Kommentare
Immer wieder fragen sich Mädchen und Frauen, ob Aikido, Karate, Judo, Tai Chi und andere Budoarten auch für sie selbst geeignet sind. Natürlich sind diese Budoarten sehr gut für Frauen geeignet, aber in vielen dieser Budoarten sieht man leider nicht so viele weibliche Mitglieder (das hängt aber auch sehr vom Dojo und noch viel mehr von den Lehrern ab).
Im Aikido ist es häufig so, daß Frauen sogar zahlenmäßig überlegen sind (Anm.: In Berlin gibt es ein Dojo nur für Frauen “Aikido Frauen Dojo”, welches sicher auch einen tollen Zusammenhalt hat.), vor allem aber haben Männer im Aikido gar keine Vorteile vor Frauen.
Wir persönlich (Geraldine und Peter) haben auch in unserem vorherigen Aikido-Dojo in Kempen immer mit sehr gemischten Gruppen trainiert. Nicht nur trainierten dort auch Frauen und Männer gemeinsam, sondern auch Erwachsene mit Kindern und Jugendlichen. Zum einen hilft es den Männern die mit Kindern und Frauen üben, die Techniken nicht mit Kraft, sondern ohne Bizeps zu erlernen. Zum anderen ist Aikido für Frauen und Kinder eben wegen der Techniken prädestiniert. Die Schüler benötigen mit Aikido keine Kraft und Frauen lernen einfacher die Techniken, weil sie in der Regel gar nicht auf die Kraft zurückgreifen können wie Männer. All dies mag auch der Grund sein, warum so viele ältere und alte Menschen Aikido üben können. Die Techniken (und damit auch die Selbstverteidigung) können ohne Kraft auskommen und sind dabei extrem effektiv.
Für das Aikido und alle Übenden bedeutet das einen sehr sozialen Charakter, der zur Förderung des Miteinanders führt. Alle Menschen können sich so von allen anderen die guten Dinge und Eigenschaften abgucken.
Trotzdem bieten wir auch spezielle Selbstverteidigungskurse für Frauen an. Bei Interesse mailen Sie uns doch bitte oder rufen uns einfach an.
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Gepostet von Peter Roskothen am 18. Jan 2007 in Aikido / Budo, Grundlagen, Philosophie | Keine Kommentare
Die Frage ist inspiriert durch den sehr offenen Artikel von Reynosa-Sensei im Newsletter Mitte 2005. Was Reynosa-Sensei hier beschreibt sind Höhen und Tiefen in über 30 Jahren Aikido.
Ich kann “nur” auf sechs Jahre Aikido zurückblicken. Das ist so, als könne man ein bißchen laufen, fiele aber doch immer noch auf die Knie. Budo wird mehr in Jahrzehnten bemessen, als in Jahren oder Monaten. Das wird viele Anfänger vielleicht überraschen, die schnelle Erfolge wittern. Die Selbstverteidigungskomponente würde vielleicht in Monaten erlernbar sein. Aber es geht um viel mehr.
Wer mit 38 Jahren anfängt Aikido zu üben und nie vorher mit Budo in Kontakt war, der ist gewillt etwas neu anzufangen, etwas auszuprobieren und von ganz unten anzufangen. Eine gute Übung im Leben, denn der Neuanfang passiert vielen Menschen im Beruf, im Privatleben und auch im Freundeskreis immer wieder. Selbst Schulen durchläuft man sein Leben lang. Man lernt nie aus und wer noch gewillt ist immer dazuzulernen, der hat sicher deutliche Vorteile im Leben, der bleibt viel länger jung.
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Gepostet von Geraldine und Peter Roskothen am 15. Jan 2007 in Aikido / Budo, Grundlagen, Techniken, Waffentraining | Keine Kommentare
Im Aikido sind neben dem waffenlosen Training (Taijutsu), auch Aikijo (Training mit dem jo) und Aikiken (Training mit dem bokken) Trainingsinhalte. Wir trainieren in Vorst diese und weitere Waffen (tanto, iaito) regelmäßig. Das Üben mit bokken (Holzschwert) und dem jo (Holzstock) trägt viel zum Verständnis des waffenlosen Taijutsu bei, denn hier kann sehr gut das richtige Timing und der richtige Abstand (maiai) geübt werden. Viele der Bewegungen helfen dem Verständnis für den Bewegungsablauf im waffenlosen Training. Manch einer der sich mit Techniken des Taijutsu schwer tut, kann durch Aikijo oder Aikiken dazulernen.
Gelernt werden kihon (Grundtechniken) katas; eine Bewegungsabfolge von Angriffen und Abwehren. Beides sieht von außen nach Show oder Choreographie aus, ist aber vor allem im partnerschaftlichen Umgang des Trainings eine Notwendigkeit, weil ein freies Training selbst bei sehr erfahrenen Aikidoka ein großes Verletzungsrisiko böte.
Alle Waffen genießen im Aikido größtmöglichen Respekt. Wer die Grundregeln der Etikette nicht lernt und diese nicht in sein Herz einschließt, wird sich oder andere unweigerlich verletzen und großen Schaden zufügen. Die Etikette ist nicht nur im Aikido die Form, ohne die Inhalte nicht gelernt werden kann. Allerdings ist in unserer Überzeugung nur eine echte Etikette, die von Herzen kommt, in der Lage die Aufnahmefähigkeit für die Inhalte zu erlangen. Im gesamten Waffentraining geht es nicht um die Befriedigung des Egos durch Angriffe oder ein Siegen, sondern um ganz andere Werte, die sich jedem erschließen, der genau aufpasst. In guten Akidoschulen wird nur im verantwortlichen Miteinander gelernt. Die soziale Komponente steht ganz weit vorne. Ohne die nötige Ethik und die Wertevorstellungen ist kein Waffentraining möglich, welches sowieso erst von fortgeschritteneren Schülern erlernt werden darf.

Es geht wie im waffenlosen Training bei beiden Waffenübungen immer um das Schleifen des Charakters und nie um Zerstörung. Vorraussetzung für alle Waffenübungen sind größtmögliche Konzentration und Zanshin, beides tolle Fähigkeiten auch für das Leben insgesamt, die auch durch Aikijo und Aikiken erlernt werden. Verantwortlichkeit, welche in der heutigen Gesellschaft kaum noch vorkommt, wird vor allem auch beim Umgang mit Waffen vorausgesetzt und gelehrt.
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Gepostet von Peter Roskothen am 14. Jan 2007 in Aikido / Budo, Grundlagen, Philosophie | 2 Kommentare
In Deutschland und vielen anderen Teilen dieser Welt scheinen mir doch die meisten unserer Werte durchaus überdenkenswert, ja machen mich zum Teil sehr nachdenklich. “Schneller, Höher, Weiter” kennt man aus dem Sport. Das Siegen über andere, die Beckerfaust, die sich auch im sehr unintelligenten Fussball durchgesetzt hat, sieht man sogar in Zeitungen auf Seite Eins.
Warum? Weil es scheinbar darum geht über andere zu siegen. Es geht im Gegenteil um ganz andere Werte, das lehrt nicht nur unsere Vergangenheit. Es geht um ein soziales Miteinander, in dem man andern hilft, für sie da ist, für schwächere, finanziell arme und depressive Menschen eine Stütze bildet. Es geht nicht um Ellebogen die andere aus dem Weg räumen, sondern um Zuwendung für den anderen, für Tiere, für diesen Planeten. Wir befinden uns in dieser deutschen Gesellschaft zu großen Teilen in völlig falschen Wertesystemen, auf dem völlig falschen Weg: In der Schule geht es um gute Noten, beste Leistungen, Wissenschaft und Lernen. Immer öfter gehen da die völlig falschen Werte einher mit den Zielen unserer Tageszeitungen und Politiker. Scheinbar geht es darum der Beste zu sein in Lernsystemen, die auf soziales Engagement keinen Wert legen, dies nicht richtig vorleben und am Thema vorbei erziehen. Nicht nur lernt man nicht oder viel zu wenig die schönen Künste wie Malerei, Fotografie, Poesie, Phantasie, Kochen, Erfindungsreichtum, man bremst diese zu Gunsten falscher Diziplinen völlig aus. Mathematik ist so unwichtig wie nur was, wenn so definierte Intelligenz-Genies nicht in der Lage sind eine Bindung einzugehen, Verantwortungen im Leben zu übernehmen und sich neben Ihres wissenschaftlichen Jobs auch um Ihre Eltern und Kollegen zu kümmern (man schaue sich bloß diesen Versager Einstein an).
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Gepostet von Peter Roskothen am 13. Jan 2007 in Aikido / Budo, Grundlagen, Waffentraining | Keine Kommentare
Ich habe mich doch oft gefragt, wo man ein bisschen mehr Input über Waffentechniken (Suburi sind Stock- und Schwertübungen) im Aikido bekommen kann. Für alle Fans von Aikido und solche, die Aikido gerne einmal ansehen möchten, ist
hier ein kleiner Ausschnitt von Aikido Suburi zu sehen.
Aikido wird aber nicht nur, sondern auch mit Waffen geübt. Überhaupt ist Aikido eine sehr defensive Kampfkunst, die nur auf den ersten Blick ausschließlich mit Selbstverteidigung zu tun hat. Viele weitere Inhalte und Ziele dieser Budoart erschließen sich erst mit der Zeit: Meditation, die Erforschung des Egos mit allen Stärken und Schwächen, Respekt, Demut, Ethik, Aufmerksamkeit und vieles mehr.
Vieles zum Thema Aikido findet man auch in Videos anderer Seiten >>
Aikdio ist allerdings in Wirklichkeit wesentlich weniger spektakulär als auf manchen Videos oder Vorstellungen von Aikido (z.B. Budo-Galas) zu sehen ist. Deshalb kennen auch nur wenige Menschen Aikido. Viele kennen Judo, Karate oder Kung-Fu. Das sind ursprünglich Budoarten die ähnliche Ziele verfolgen wie Aikido (das Erkennen des Ego, die Vermeidung von Konflikten, Aufmerksamkeit). Es ist schade, daß Aikido in Deutschland noch nicht bekannter ist, denn es hat einen großen Wert für das Erkennen und Bewältigung von Aufgaben im Leben. Aikido kann von Menschen jeden Alters begonnen werden (wir haben mit 38 Jahren begonnen) und ausgeübt werden. Das mag in manchen anderen Budoarten anders sein. Judo z.B. ist oft als Wettkampfsportart zu sehen, bei der meist junge Menschen teilnehmen, da es neben Technik auch mit Kraft zu tun hat. Aikido hingegen vermeidet Kraft und hat viel mit Kunst zu tun.
Das mußte als kleine Einführung mal gesagt werden, so finde ich 
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