Joshin Kokyû-hô
Joshin Kokyû-hô
(Der geistreinigende Atem, gesprochen: [joschin-kokju-ho:])
- Es wird durch die Nase eingeatmet, und gleichzeitig visualisiert, wie das Ki durch das Kronen-Chakra an der Kopf-Oberseite hereinströmt.
- Geatmet wird bis in den Tanden (von dem chinesischen Wort Tantien, kurz unterhalb des Nabels).
- Eine kurze Pause, in der sich die Energie im Körper ausbreitet…
… um dann beim Ausatmen an den Hand- und Fuß-Chakren wieder hinauszuströmen.
Das korrekte Atmen ist eine sehr mächtige Methode, um die Energie zu verstärken und stellt die Basis aller Aikidotechniken dar. Sofort strömt das Ki stärker und harmonischer und der Geist ist in der Lage sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wir sind es leider viel zu sehr gewohnt, nur flach und kaum sichtbar im Brustbereich zu atmen, so dass es am Anfang eine sehr bewusste Achtsamkeit erfordert, Joshin Kokyû-hô korrekt auszuführen. Aber dafür ist die spontane Wirkung ist um so wohltutender. Am angenehmsten und am energetisch förderlichsten ist die Übung, wenn der Mund leicht geöffnet bleibt und nur die Zunge die Regulation des Luftweges übernimmt: beim durch-die-Nase-atmen legt man sie an die Gaumendecke, wodurch sich auch der energetische Kreislauf schließt, beim Ausatmen fällt sie in ihre normale Position zurück.Da das Bewusstsein die Energie lenkt, ist die besprochene Visualisierung sehr wichtig, denn nur so kann diese Methode ihre volle Wirkung entfalten. Die Atmung sollte sich nicht verkrampfen, es ist kein gewaltsames, tiefes Atmen oder eine Veränderung des Rhythmus notwendig. Es ist auch nicht nötig zu übertreiben und die Pause zwischen den Atemzügen zu verlängern oder übermäßig zu regulieren. Die Luft und das Ki werden lediglich in die richtigen Bahnen gelenkt. Gerade Anfänger begeistern sich schnell für Joshin Kokyû-hô, da Ki durch die zunehmende Intensität wesentlich besser für sie zu erfühlen ist und außerdem wird das Ego dadurch ein wenig gebremst, was für die Ausübung von Aikido von entscheidener Bedeutung ist.
Aikido ist kein Sport
Aikido mit “Sport” oder “Kampfsport” zu bezeichnen ist falsch. Budo (der Oberbegriff für Wegkünste) war und ist in seiner wahren Form niemals Sport, sondern hat lediglich einen sportlichen Anteil.
Schon O´Sensei (der Erfinder von Aikido) hat festgestellt, daß es im Bujitsu (daraus entstand dann später Budo) immer um das Leben und den Tod ging, nicht jedoch um Zeitvertreib. Sport ist eine Jubelveranstaltung, eine Veranstaltung um zu gewinnen, um das Ego zu befriedigen. Sport hat mit Wettbewerb zu tun, mit Beckerfaust mit Kampf und Siegen. Deshalb gibt es dort auch so viele Verlierer, die nicht auf das Verlieren vorbereitet wurden.
Aikido oder auch Tai-Chi und ähnliche Künste als Sport zu bezeichnen ist einfach falsch verstanden. Im Aikido wie in allen echten Wegkünsten geht es um Tugenden, Respekt, Mitgefühl, Liebe, Frieden, Meditation, Konzentration, Ki-Fluß, Spiritualität, das Miteinander und vieles mehr. Es geht um Friedfertigkeit und Selbstbeherschung. All das sind oft (nicht immer) die Gegenteile von Wettkampf-Sport. Die Verirrungen in der Sprache sind schlimm und verwirrend, denn so werden auch Sportarten wie Kickboxen in eine Schublade mit Budo geschoben, obwohl sie dort (je nach Intention und Lehrer) überhaupt nicht hingehören. Die vielleicht schönste knappe Beschreibung von Aikido oder Budo ist “Kampfvermeidungskunst“. Man kann sicher Bücher über die genauen Bezeichnungen schreiben, am besten jedoch macht man Aikido und lernt so was es wirklich ist: das Arbeiten an sich selber.
Mehr“Shu Ha Ri” – die Lernstufen im Budo / Aikido
“Shu-Ha-Ri” ist der japanische Begriff für die Entwicklung beim Lernen von Budo / Aikido.
“Shu” bedeutet laut Masayuki Shimabukuro entweder “erhalten” oder “gehorchen”. Der Anfang vom Aikido-Training ist hier gemeint, in dem der Schüler mit Enthusiasmus lernt, was der Lehrer zeigt. Ein Teil davon ist die Akzeptanz der Korrektur durch den Lehrer (Anm.: besser sogar die Dankbarkeit dafür), aber wie alles im Leben hat auch “Shu” noch eine andere Seite, nämlich den Schutz des Schülers durch den Lehrer. Für den Lehrer / Sensei bedeutet das, den Schüler zu motivieren, ihm das Lernen zu erleichtern und den Schüler zu fördern.
Ziel der “Shu”-Stufe ist das Erlernen gleicher Formen und Techniken, die bei allen Schülern die gleichen Anlagen haben sollen, gleich welcher Charakter, welcher Körper und welche Voraussetzungen. Diese Formen und Techniken sind die Grundlage für alle zukünftigen Aktivitäten, das Weiterlernen.
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