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Stadt der Blinden

Francisco | 26. Juni 2008

Ein Mann fährt auf der Strasse, hält an einer Ampel und erblindet ganz plötzlich. Man eilt zur Hilfe und bringt ihn ins Krankenhaus. Kurz darauf ist sowohl der unbekannte Helfer als das Krankenhauspersonal auch blind. Eine bisher unbekannte Epidemie breitet sich unermüdlich aus und Leute fangen an, ganz plötzlich blind zu werden. Die Regierung ergreift sofort Maßnahmen und versucht zunächst alle Betroffenen in dafür gebaute Anlagen zu isolieren… Vergebens. Nach einiger Zeit sind alle Menschen auf der Welt blind, bis auf eine einzige Person… Alles bricht zusammen, es gibt keine Nahrungsmitteln mehr, keine Elektrizität, keinen Verkehr, keine Müllabfuhr, alles versinkt in Anarchie, alle versuchen, sich durchzuschlagen so gut es geht

 

Und ab diesem Moment fängt die Geschichte erst recht an. Es geht ums nackte Überleben, die Karten in der Gesellschaft und der menschlichen Beziehungen werden neu gemischt, Geld spielt dabei auch keine Rolle mehr. Es entstehen zwei Klassen von Blinden: diejenigen, die von Geburt an blind waren („privilegierte“ Blinde), und diejenigen, die durch die Krankheit erblindet sind. Grausamkeit, Gewalt aber auch Mitleid und Liebe… die schlechtesten und die Besten Eigenschaften jedes Menschen kommen dadurch nackt ans Licht.

 „Stadt der Blinden“ (Originaltitel „Ensaio sobre a Cegueira“, wörtlich “Essay über die Blindheit”) eine fiktive und hochinteressante Geschichte des großen portugiesischen Meisters Jose Saramago, die viel Stoff zum nachdenken liefert. Für mich ein Meisterwerk der modernen Literatur und eines seiner Besten Bücher. Lehrreich, stückweise grausam und schockierend aber insgesamt eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

Liebe Grüße an alle

Francisco

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Menschliches

Russian Martial Art System “Sibirskiy Viun”

Grigory | 19. Juni 2008

Ich möchte in diesem Artikel ganz kurz ein russisches Kampfsystem vorstellen. Das System heißt “Sibirskiy Viun”. Das Wort “Sibirskiy” heißt soviel wie “sibirische”, also aus Sibirien, einem geograffischen Region in Russland, welches rein zufällig meine Heimat ist. Das Wort “Viun” hat im Russischen zwei Bedeutungen, zu einem ist das die Bezeichnung einer Fischart (auf Deutsch wird es wohl Schlammpeitzger sein) – ein wendiger, schlangenartiger Fisch, und zum anderen ist das eine Kletter-Pflanze oder ein Bodendecker.

Der Name ist das Programm. Die Kraft des Angreifers wird reflektiert und umgeleitet. Es wird viel mit der physik des Körpers gearbeitet, um mit möglichst geringem Aufwand den Angreifer aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Ich habe dieses System vor paar Tagen auf Youtube entdeckt und möchte hier paar Links zum Anschauen anbieten:

Basics
Demo

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Allgemein

Jeder dritte Frau in Hessen hat eine psychische Störung

Grigory | 18. Juni 2008

… und da sagt man noch – alle Männer wären Schweine. Nein Scherze bei Seite, die FAZ berichtet, dass der Techniker Krankenkasse Informationen vorliegen, dass in Hessen jede dritte Frau und jeder sechste Mann aufgrund einer psychischen Störung 2006 ambulant behandelt wurde.

Depressionen, Überlastungen und Angststörungen – darunter leiden die Frauen mehr wie Männer. Dafür setzen die Männer auf Alkohol und bekommen Verhaltensstörungen.

Statistisch gesehen, verschrieben die Ärzte im vergangenen Jahr jedem gesetzlich Versicherten ca. 100 Tagesdosen an Psychopharmaka, im Jahr davor – 91, vor sechs Jahren waren es nur 76.

Ich gehe davon aus, dass dieses Bild mehr oder minder für ganz Deutschland gilt. Die Zahlen stehen ja für das Jahr 2006. Ich denke, dass die Situation in 2008 sich nicht verbessert hat.

Für mich sind diese Zahlen eine Darstellung davon, wie es um die westliche Welt steht. Der weiße Christ hat versagt. Es nützt nichts davor die Augen zu verschließen. Es nützt auch nichts „Ja aber …“ zu nuscheln und in Demagogie, und Klugscheißerei zu verfallen. Wenn ein Drittel einer Gesellschaft unter psychischen Störungen leidet ist da definitiv etwas nicht in Ordnung. Das ist ein gesellschaftliches Problem und genauso wie bei der Arbeitslosigkeit, wird es zum Versagen des Einzelnen verdreht.

Es ist an der Zeit endlich den Tatsachen in die Augen zu schauen. Es ist an der Zeit endlich etwas zu unternehmen. Wenn es noch nicht zu spät ist.

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Allgemein, Menschliches, Philosophie

Ein Überblick über die Geschichte und Entwicklung der Kampfkünste

Tobias | 10. Juni 2008

Ich würde mit diesem etwas längeren, zeitlich einnehmenderen und auch ausführlicherem Artikel gerne die Entstehung der verschiedenen Kampfkünste bzw. Systeme auf den verschiedenen Kontinenten reflektieren, da man als engagierter Kampfkunstschüler ja wissen möchte, wo das vorgebetete herkommt. Damit es nicht vorgebetet bleibt, sondern verstanden wird, halte ich persönlich eine historische Reflexion für wichtig, da man in der historischen Entwicklung oft auch technische und philosophische Konzepte und deren Wurzeln wiederfindet, und man nur so bewerten kann, ob das gelernte überhaupt tieferen Sinn und Zweck, und wenn ja, welchen Sinn und Zweck es hat.

Es werden in dem Artikel natürlich nicht alle Kampfkünste behandelt, sondern exemplarisch einige Kampfkünste für jeden Kontinent und einige Kulturkreise vorgestellt.

Vor allem der Zusammenhang und der Ursprung der verschiedenen Kampfkünste soll in den Vordergrund gestellt werden und nicht die Philosophie und das Konzept jeder einzelnen Kampfkunst. Die generelle Tendenz der Kampfkünste in den einzelnen Kulturkreisen ist das, was dem Leser dieses Artikels nahegelegt werden soll..

Im übrigen enthält dieser Artikel mit Nichten irgendeine Wertung welche Kampfkunst die bessere sei. Auch wenn ein leichter Fokus auf den japanischen Kampfkünsten entstanden sein könnte dadurch, dass ich selbst Judo und Aikido trainiere, und dies in erster Linie eine Reflexion für mich selbst ist, um zu verstehen wo das herkommt, was ich tue. Ich hoffe aber, dass dies eurem Interesse an diesem Artikel keinen Abbruch tut und ihr gerne lest.

In diesem Sinne.

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Allgemein, Bericht, Historisch

Angst und Aggression

Grigory | 1. Juni 2008

Ich bin heute auf ein Beitrag von Tobias gestossen. Der hat mich dazu inspiriert dieses Thema aufzugreifen.

Angst liegt jeder Aggression zu Grunde. Jeder Mensch hat mehrere Sphären um sich herum, deren Verletzung zu einer Reaktion führt. Unser Verstand sendet ein Warnsignal aus (Angst) und unser System reagiert. Zu den Reaktionen komme ich später.

Bei diesen “Sphären” (mir fällt leider kein besserer Begriff ein) handelt es sich um Bereiche unserer Persönlichkeit, die gewissen Zugangsregeln unterliegen. Es kann die Privatsphäre sein, zu der nur die engsten vertrauten zugelassen sind, z.B. das Liebesleben oder persönliche Probleme. Wird ein fremder versuchen, diesen Bereich zu betreten, werten wir das als Bedrohung aus. Als nächstes könnte man sich die (ich nenne die mal) soziale Sphäre vorstellen. Als Beispiel: Was habe ich in meinem Urlaub so getrieben. Das würde ich mit meinen Freunden und guten Bekannten gerne teilen, wenn aber eine weniger bekannte Person dazu Fragen stellt werde ich misstraurig und antworte ungern oder gar nicht, denn mein Instinkt warnt mich vor Bedrohung. Soviel zu den Bereichen, die im sozialen Kontakt verletzt werden können.

Fühlen wir uns bedroht, also empfinden eine Form von Angst, so gab es bis vor 40-50 Jahren in Psychologie zwei mögliche Reaktionen, die unser Verstand uns anbietet. Die erste ist Wut, Zorn und ähnliches. Die Konsequenz ist der Angriff. Wut gab uns den Kick, den wir damals als Höllenmenschen, für einen Angriff gebraucht haben. Das ist heute immer noch so. Natürlich sind wir heute in unseren Reaktionen durch soziale Normen stärker als damals gebunden. Was aber die ursprüngliche Reaktion angeht – da hat sich nichts geändert. Man sieht es auch daran, dass eben nicht alle ihre Wut unter Kontrolle haben. Die Menschliche Psyche schafft es nicht, sich in so einem kurzen Zeitraum (ich spreche hier von paar Tausend von Jahren) an die gesellschaftliche Gegebenheiten vollständig anzupassen.

Die zweite Reaktionen, die möglich ist, ist die Flucht. Hier ist soweit alles klar oder? Wird die Situation als viel zu gefährlich eingestuft und es existiert eine Fluchtmöglichkeit – laufen wird eben weg. Sind wir in der Sackgasse – erstarren wir, wir flüchten in uns selbst.

Die dritte Reaktion, und hier wird es für mich sehr interessant, ist das Aufgeben. Die kam nämlich erst vor kurzem dazu (eben vor 40-50 Jahren). Die bedrohte Person gibt einfach auf und weder kämpft noch flüchtet. Viele Depressionen in der heutigen Gesellschaft entstehen übrigens genau auf diesem Wege.

Jeder Mensch ist anders gestrickt, jeder hat eigene Grenzen, die die anderen nicht betreten dürfen. Es gibt dann die so genannte soziale Kompetenz und auch Empathie, um bei einem Kontakt zu erkennen, welche Bereiche des anderen man lieber in Ruhe lässt. Das beherrschen bei weitem nicht alle. Jeder hatte schon mal eine Situation, wo er sich mit Worten “Was geht denn dich das an?!” wehren musste. Die Kunst zu kommunizieren ist eben nicht angeboren (sonst gäbe es auch nicht so viele Bücher bei Amazon zum Thema Kommunikation)

Schwierig wird es auch, wenn eine Person unter einer Störung in diesem Bereich leidet. Jetzt nicht eine Störung mit der man sofort in eine Anstalt eingeliefert werden sollte, sondern sagen wir mal eine kleine Abweichung von der Norm. Als Beispiel findet man oft das Thema Anerkennung. Es gibt tatsächlich Menschen, die eine Nicht-Anerkennung ihrer Person oder ihre Leistung als eine Bedrohung werten. Die häufigste Reaktion ist dann eben Aggression.

Nicht umsonst sagte Reynosa-Sensei: euch soll egal sein, was die anderen von euch denken … der Mann kennt sich eben aus. 

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Allgemein, Menschliches

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