Neulich im Dojo…

…da steh ich vorne und darf Ryote-Tori-Waza mit Tanja vorführen. Tanja packt zu, dreht mich und wirft mich wunderbar herlich. Das was dann kam war weniger schön, der Plan in meinem Kopf sah eine formvollendete Rolle vor, aber irgendwie kam der Boden bevor der Rest von mir den Plan verstanden hatte, zack, Aufschlag zentral auf das Schultergelenk und der Rest ist Schmerzen (wirklich, das tut sau weh).

Getreu dem Motto aus Schmerzen lernt man, mal ein paar Gedanken dazu von mir:

1. Als Nage fühlt man sich bei sowas sch…, Nage kann bei sowas aber meistens nix dafür, hat er angemessen gehandelt und die Technik sauber ausgeführt (sowie Tanja) dann lag es am Uke. Manchmal denke ich Aikido ist für Uke schwerer als für Nage

2. 3 Regeln für Uke – Ehrlich angreifen, Technik überleben und nicht blockieren. Ich werde mir das jetzt öfter durch den Kopf gehen lassen, vor allem den zweiten Teil. Ist ja egal wie es aussieht, Hauptsache ich muss mir nie wieder mit links die Zähne putzen.

3. Nicht denken, sondern handeln. Ich glaub das war mein größter Fehler, ich hab mir die Rolle so schön im Kopf ausgemalt und dabei vergessen das ich sie besser mal mache.

4. Konzetration auf das was ist. Wenn ich ehrlich bin hab ich den ganzen Abend über alles möglich nachgedacht und war nur Momente lang auf der Matte, dass das nicht gut gehen kann war mir eigentlich klar.

5. Hör auf dein Bauchgefühl, ich hab es nicht gemacht. Ich hab am Anfang der Stunde schon gemerkt das es irgendwie nicht mein Tag war. Bei der ersten Rolle hat es schon nicht richtig geklappt und ich bin immer wieder über meine Füsse gefallen. An so einem Tag sollte man einfach mal ruhig machen, nicht unbedingt Vollgas geben, Übungen mal langsam machen.

Naja, wie oben erwähnt, aus Schmerzen lernt man. Ich danke Tanja die mir bei diesen wertvollen Lektionen zur Seite gestanden hat(;-) ) und hoffe schnell wieder auf der Matte zu stehen.

Bis dahin allen Viel Spass

Christian

Mehr

Shitei – Die Lehrer/Schüler Beziehung

Werner Lind beschreibt das Shitei in seinem Buch “Budo – Der geistige Weg der Kampfkünste” (O. W. Barth Verlag) so:

“Wörtlich übersetzt man Shitei mitLehrer (Shi) und Schüler (Tei). In den Kampfkünsten bezeichnet der Begriff das budogemäße Verhältnis der beiden zueinander, das aufgrund eines Abkommen entsteht, in dem der Schüler verspricht, die Grundvoraussetzung für echtes Lernen zu akzeptieren, und der Meister verspricht, den Schüler auf den Weg des Budo zu führen. Das Zustandekommen von Shitei ist nach alter Tradition ein heiliger Akt, der in einem Dokusan (Shoken) vollzogen wird.

Mehr

Aikido Ziele eines Senseis/Trainers/Mitschülers

Als Lehrer/Trainer/Sensei von Aikido macht man sich ständig Gedanken über Ziele, Wege und eigene Qualifikationen. Ist man mit Budo infiziert, dann steht Budo plötzlich sehr stark im Mittelpunkt seiner täglichen Gedanken und des Handelns. Sprich: man schafft sich Freiräume für Budo und verändert Prioritäten zu Gunsten von Trainingszeiten, Inhalten und Werten. Man lebt Budo und mit diesem Inhalt ändert sich das Leben stark.

Mehr

Fotos vom Aikido Training

Fotos vom Aikido Training

Fotos vom Aikido Training im Shingen-Dojo: Fotos und Videos vom Aikido-Training sind nicht nur schön für alle Teilnehmer, die anhand der Fotos/Videos Fehler korrigieren möchten, sondern auch für alle, die Aikido kennen lernen möchten. Hier einige Fotos vom 15.03.2010 in Anrath in der Zen Fabrik des DJK VfL 1919 Willich e.V., anlässlich der Verabschiedung von Fujita-san:

Mehr

Aikido mit Reynosa-Sensei wie ich es heute verstehe

Die Gedanken, die ich gerne mit Euch teilen möchte, sind die Essenz einiger eMails mit Reynosa-Sensei, die wir (Sensei und Peter) austauschen. Wenn man lange Flugstrecken von seinem Sensei entfernt ist, dann sind eMails mit Fragen und Antworten eine tolle Hilfe. Geraldine und ich sind als Aikido-Lehrer und Mitschüler sehr dankbar für diese Art Hilfe von Reynosa-Sensei, der unsere eMails so prompt beantwortet, Seminare in Deutschland gibt und einen Aikido-Videokurs im Internet mit Hilfe seiner Frau und seines Sohnes ins Leben gerufen hat.

Die folgenden Gedanken sind über Jahre entstanden und eine Vorstellung und Idee, die Geraldine und ich gerade jetzt von Aikido haben. Die Ideen mögen sich noch verändern und reifen, aber wir möchten sie hier gerne (auf Wunsch unseres Senseis) mit Euch teilen:

Mehr

Aikido macht Spaß

Neben dem tieferen Sinn von Aikido macht es Euch offensichtlich auch Spaß, denn die Mitgliederzahl des Shingen-Aikido-Dojo wächst stetig. Aber nicht auf die Anzahl der Mitglieder kommt es an, sondern auf die Menschen selbst und wir sind sehr glücklich mit Euch allen gemeinsam trainieren zu dürfen. Es macht uns unheimlichen Spaß, das muß mal gesagt werden.

Gestern hatten wir Gelegenheit einmal ein aktuelleres Foto von den meisten Mitgliedern zu machen. Leider fehlt immer der eine oder andere auf so einem Foto. Wir wissen aus eigener Erfahrung, daß es manchmal unheimliche Mühe macht zum Training zu gehen. Einige von Euch kommen sogar einen sehr weiten Weg zu uns (nicht “nur” aus Vorst, Kempen, Krefeld und Umgebung). Das ist eine riesen Leistung und macht uns sehr glücklich!

Mitglieder vom Shingen-Aikido-Dojo in Vorst bei Kempen Krefeld Mönchengladbach Viersen Nettetal Grefrath

Mehr

Gewalt in Deutschland – Budo hilft

Gewalt hat es in Deutschland schon immer gegeben und sie ist nicht erst seit dem brutalen Überfall auf den Schuldirektor in der Münchener U-Bahn akut. Natürlich rückt diese Art von Gewalt gerade jetzt in den Blickpunkt der Medien, denn es gab Videoaufnahmen, welche den Medien in der Deckung der Sensationsgier ihrer Zuschauer entgegen kommt. Aber es gibt noch ganz andere Arten von Gewalt, sei es in der Ehe, eine Vergewaltigung, ein Mißbrauch, das Mobbing, das Stalking oder die Erpressung, die von Medien gar nicht oder nur unzureichend gezeigt und besprochen werden. Auch die leidliche Diskussion um härtere Strafen wird keinen dieser asozialen Menschen abschrecken, das beweist schon die Todesstrafe. Ich vermute, daß sich entgegen der Meinung des Focus-Magazins mit Nutzungsmöglichkeiten des Handys in der U-Bahn keine solche Straftat verhindern läßt, denn ein Anruf dauert lange und bis die Polizei auf solch einen Notruf reagieren kann, ist der Überfall vermutlich in den meisten Fällen bereits passiert.

Mehr

Zanshin & Mushin

Angela hat in Ihrem Artikel den Begriff “Zanshin” schon einmal erläutert. Hier ist noch einmal ein Versuch Zanshin zu erläutern und gegen Mushin abzugrenzen:

Liest man bei Sensei Phong Thong Dang und Lynn Seiser nach, so erfährt man folgendes (übersetzt aus dem Englischen):

“Zanshin ist die bleibende Verbindung, die noch lange nach der Ausführung der Technik besteht. Zanshin ist die Fähigkeit eine Verbindung einzugehen und zu halten. Zanshin ist das, was man als Leser dieses Buches hinterher mitnimmt.”

Es ist wohl genau das, was auch bei einer Teezeremonie statt findet und während und nach einem Aikido-Training da sein sollte: daß man sich verbindet mit seinem Gegenüber, daß es kein abruptes Ende nimmt, sondern daß man verbunden bleibt und sich weiter mit seinem Gast oder Meister (Teezeremonie) bzw. seinen Mitschülern und Lehrern (Aikido) verbunden hält. Nur mit der Verbindung funktionieren auch die Techniken am besten und man bleibt beim Partner/Gegner auch nach der Technik. Das hat auch den Grund des Bewachens, des Überprüfens, ob der Parnter/Gegner wieder angreift. Aber auch den Grund des Respektes.

Im Film “Der letzte Samurai” wird Tom Cruise in einer dunklen Straße von vier oder fünf Schwerkämpfern überrascht. Er tötet alle bis auf einen sofort und ist hinterher noch in Gedanken bei Ihnen. Er erinnert sich an die gesamte Szene. Eine Art Respekt und Verbindung. Ich vermute, daß die Szene Zanshin vermitteln möchte. Einer der Angreifer lebt noch und erhebt sich wieder und Tom Cruise merkt dies auch mit zugewandtem Rücken durch die Verbindung – Zanshin.

Ebenfalls ist eine Deutung von Mushin ist in dem Film vertreten bei einer Kampfszene mit bokken (Holzschwert). Dort sagt der junge Mann (der in Wirklichkeit ein sehr guter Budoka ist) zu Tom Cruise:
“No mind.” Er deutet auf die Umstehenden und sagt er solle alles um ihn herum vergessen, um die Technik perfekt auszuführen.

Mushin bedeutet leerer Geist, sich zu vergessen, sich zu leeren. Das ist vergleichbar mit der Teezeremonie (Chado). Auch dort versucht man den sehr schwierigen Zustand von Mushin zu erreichen. Und auch dort spielt Zanshin eine große Rolle. Es gibt viele Arten von DO, die alle diese Begriffe und Inhalte vermitteln und mit ihnen leben: Bu-do, Cha-do, Ken-do, Karate-do, Kyu-do, Ai-ki-do und etliche Künste mehr, wenn sie gut ausgeführt werden und nicht dem Wettkampf, Gürtelfarben oder Punkten dienen.

Bei der Recherche hat uns Akiko-san sehr geholfen. Akiko-san ist Meisterin der Edosenke-Teezeremonie und wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen!

Sollten wir hier etwas falsch erläutert haben, oder Sie haben beim Lesen Ergänzungen gefunden, wären wir sehr dankbar für Kommentare. Danke!

Mehr

Das Dojo – Ein Ort der Sammlung

Ein Dojo ist ein Ort der inneren Sammlung und besitzt daher einen würdevollen (heiligen) Charakter. Hier werden keine Tätigkeiten verrichtet, die nicht in Bezug zum Lernen bzw. Üben stehen. Durch die genaue Vorgabe der Einrichtung eines Dojos, wird ihm dieser tempelartige Charakter verliehen.

Seine vier Seiten stehen für die vier verschiedenen Himmelsrichtungen (shiho). Die so genannte Ehrenseite eines Dojos heißt „Kamiza“ und beschreibt den Ort wo sich die Götter (Kami) befinden. Sie befindet sich gegenüber dem Eingang und beherbergt auch den Schrein (Shinzen), der O’Sensei gewidmet ist.
Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich „Shimoza“. Dies ist die Seite, auf der die Schüler sitzen. Die Anfänger sitzen auf der rechten Seite und mit zunehmender Erfahrung darf sich ein Schüler weiter links platzieren. Zuschauer und geladene Gäste sitzen auf der rechten Seite eines Dojos. Sie wird „Shimozeki“ genannt. Die verbleibende Seite heißt „Joseki“ (auch „Yoseki“) und bietet den vom Lehrer geladenen Assistenten platz.

Diese Organisation ist ein Sinnbild für eine Rotation. Man beginnt ganz rechts bei Shimozeki, entwickelt sich entlang Shimoza Schritt für Schritt zu Joseki und wird selbst mit der Zeit zu einem Lehrer.

dojo shiho

Mehr

Indisches Bildnis zur Toleranz – Vier Blinde erfahren einen Elefanten

Jeff Sensei aus Mauii hat uns diese Geschichte zukommen lassen. Wir mögen sie gerne, denn Sie hat viel mit Aikido, Aufmerksamkeit und Toleranz zu tun:

“Vier blinde Menschen erfahren einen Elefanten. Diese vier Menschen sind nie einem Elefanten begegnet und sie berühren ihn, in dem Wunsch dieses neue Phänomen zu verstehen und beschreiben zu können. Einer fasst den Rüssel und denkt es sei eine Schlange. Der Zweite erforscht das Bein des Elefanten und denkt es sei ein Baum. Der Nächste faßt den Schwanz und denkt es sein ein Seil. Der vierte Blinde ertastet die Seite des Elefanten und denkt es sein eine Mauer.

Jeder der blinden Männer entdeckt den Elefanten. Und doch beschreibt jeder dasselbe Tier in einer eigenen radikal anderen Art.

Wenn wir nur alle wirklich sehen könnten…”

Mehr
Seite 1 von 3123