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Gewalt in Deutschland – Vergewaltigung und Kindesmißhandlung

Peter Roskothen | 13. August 2010

Wenig bekannt ist das wahre Ausmaß von Gewalt in Deutschland. Hierzulande glaubt man, daß es wesentlich anders ist, als in den USA. Ich persönlich halte das für einen Trugschluß. Wenn man sich mit dem Thema intensiver beschäftigt, fällt allerdings auf, daß nicht nur die Gesellschaft relativ uninformiert ist, sondern auch die Medien das Thema unter Verschluß halten. Und natürlich wird dieses Thema genauso wie der Tod tabuisiert und negiert.

Forscht man ein wenig nach, so wird man allein zum Thema Kindesmißhandlung schon sehr nachdenklich. Kindesmißhandlung ist definiert als Gewalt gegen Kinder oder Jugendliche. Unter dem Begriff Kindesmisshandlung werden physische als auch psychische Gewaltakte, sexueller Missbrauch sowie Vernachlässigung zusammengefasst (Wikipedia).

Nur sehr wenige Fälle tauchen überhaupt in Statistiken auf. Die Dunkelziffer ist also erheblich. Unter Einbeziehung des Dunkelfeldes sprechen Schätzungen davon, daß 9,8% der Kinder in Deutschland mißhandelt werden und etwa 17,1% schwer gezüchtigt werden. Nimmt man also nur die allerschlimmsten Fälle an, so reden wir von jedem zehnten Kind in Deutschland, welches mißhandelt wird. Leider wird nur etwa jeder 400. Fall zur Anzeige gebracht!

Link Wikipedia >>

Daten und Fakten zur Kindesmißhandlung des Familienministeriums als PDF (Presse) >>

Eine Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zeigt, daß 40% aller Frauen seit dm 16. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt oder beides erlebt haben. 58% der Befragten haben unterschliedliche Formen sexueller Belästigung erfahren.
Befragt wurden 10.000 Frauen im Alter zwischen 16 und 85 Jahren.

Daten und Fakten zu Gewalt gegen Frauen des Familienministeriums als PDF (Presse) >>

Warum reden wir bei Aikido von Kindesmisshandlung und Vergewaltigung von Frauen, so werden sich vielleicht einige Menschen fragen. Weil Aikido ein wesentliches Ziel hat: Gewalt zu verhindern und Menschen dazu zu befähigen (Selbstverteidigung). Es ist schlichte Ignoranz so zu tun, als gäbe es nur in den USA Probleme mit Gewalt. Die Probleme sind in Deutschland vermutlich genauso groß. Vor der Haustüre ist alles propper und der Rasen ist mit einer Nagelschere gemäht, dahinter ist in vielen Familien die Hölle los. Die menschliche Natur ist der Grund für die Gewalt und Kriminalität.

Zeit zu handeln!

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Shingen Aiki

Peter Roskothen | 2. April 2010

shingenaiki KanjiDa ist es also: unser Logo. Shingen Aiki in Kanji, ein Geschenk von Fujita-san und seiner Frau an unser Dojo.
Domo arigato gozaimashita, Fujita-san!

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Aikido / Budo, Allgemein, Kanji

Zivilcourage

Sebastian | 29. März 2010
Es ist immer wieder erstaunlich wie wenig Zivilcourage gezeigt wird, ich komme gerade jetzt auf dieses Thema da ich auf folgendes Video gestoßen bin.:
http://www.youtube.com/watch?v=cSjLd6CJdcQ&feature=related
Zwar sind die dort gezeigten Vorfälle nur gespielt , die Reaktionen der Leute aber echt & wie ich finde sehr erschreckend.
Wir könnten jetzt sagen wie schlecht die Menschen doch sind, das halte ich allerdings für sinnlos und falsch.
Entscheidender ist die Frage warum reagieren viele so?
Die Antwort ist aus Angst & Unsicherheit
Beides kann man hervorragend mit Aikido entgegenwirken.
Einmal die technische Seite die uns ermöglicht auch körperlich einzugreifen.
Möchte ich aktiv ins geschehen eingreifen gefährde ich mein Leben, so einfach ist das erstmal, dementsprechend auch verständlich das viele davor scheuen.
Will ich also eingreifen können und auf diese weise Zivilcourage zeigen, muss ich zwangsläufig lernen mich Verteidigen zu können.
Auf der anderen Seite scheinen mir die Menschen Hemmungen zu haben.
Vielleicht doch unnötig die Polizei zu rufen, oder fremde Leute anzusprechen und eine Aufklärung der Situation zu fordern (zB. der Junge der von einem Mann weggezerrt wurde).
Solche Hemmungen sind in diesen Situationen völlig unangebracht und auch da muss man an sich arbeiten und Charakter zeigen.
Es gibt da ein schönes Zitat:
„Es ist ein Jammer, daß die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel.“ Bertrand Russell
Ich würde es noch darum erweitern das die Idioten, die sich gerne prügeln und andere Leute unterdrücken, auch oftmals die Stärkeren sind.
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Aikido / Budo, Allgemein, Menschliches, Selbstverteidigung

Aikido Ziele eines Senseis/Trainers/Mitschülers

Peter Roskothen | 24. März 2010

Als Lehrer/Trainer/Sensei von Aikido macht man sich ständig Gedanken über Ziele, Wege und eigene Qualifikationen. Ist man mit Budo infiziert, dann steht Budo plötzlich sehr stark im Mittelpunkt seiner täglichen Gedanken und des Handelns. Sprich: man schafft sich Freiräume für Budo und verändert Prioritäten zu Gunsten von Trainingszeiten, Inhalten und Werten. Man lebt Budo und mit diesem Inhalt ändert sich das Leben stark.

Was einen als Sensei, Trainer oder als Mitschüler der ein Training leitet immer wieder bewegt, ist das Aufhören von Mitgliedern. Jetzt, da einer unserer Mitschüler gegangen ist und wir ihn nicht mehr so häufig sehen werden, fragt man sich wieder ganz bewusst nach den Zielen.

Das einfachste Ziel des Ganzen ist wenn man mal unheimlich ehrlich ist (das wird man mit Budo zwangsläufig) der Spaß an der Sache. Wenn das Training keinen Spaß bereitet, dann wird man das nicht lange durchhalten. Natürlich hat jeder Mensch eine andere Definition und ein anderes Erlebnis von Aikido und dem Spaß daran. Ich behaupte, daß das ähnlich der Liebe zwischen zwei Menschen am Anfang sehr emotional in Richtung Techniken geht, während es in der späteren Zeit (der nach 2/5/7 Jahren) andere Ziele sind, die man sich selber setzt oder findet. Graduierungen sind beim Training im Shingen-Aikido-Dojo außen vor, es gibt sie nicht. Gürtelfarben können es also nicht sein, denn diese gehören in unseren Augen nicht zum Budo dazu. Wer danach strebt, der hat schon per se die falschen Ziele (das ist nur meine persönliche Meinung und ich respektiere und toleriere alle anderen ausdrücklich.).

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Aikido / Budo, Allgemein, Grundlagen

Fotos vom Aikido Training

Peter Roskothen | 17. März 2010

Fotos vom Aikido Training im Shingen-Dojo: Fotos und Videos vom Aikido-Training sind nicht nur schön für alle Teilnehmer, die anhand der Fotos/Videos Fehler korrigieren möchten, sondern auch für alle, die Aikido kennen lernen möchten. Hier einige Fotos vom 15.03.2010 in Anrath in der Zen Fabrik des DJK VfL 1919 Willich e.V., anlässlich der Verabschiedung von Fujita-san:

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Mitgefühl & Gefühlsansteckung

Daniel | 24. Februar 2010

Mitgefühl & Gefühlsansteckung

In diesem Artikel möchte ich auf das Thema Mitgefühl näher eingehen wobei die Gefühlsansteckung ebenfalls unumgänglich erläutern werde muss.
Grund dieses Themas war für mich die Frage, was genau Mitgefühl ausmacht. Und zudem war für mich wichtig herauszufinden, ob ich zum Beispiel bei einer Trauerphase eines Mitmenschen wirklich mit dem anderen Menschen mitleiden sollte um ihn zu helfen oder ob dies sogar kontraproduktiv ist.

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Allgemein, Menschliches

Aikidoka in Vorst & Anrath

Peter Roskothen | 7. Februar 2010

Unser Aikido-Dojo macht großen Spaß und dazu tragen alle Aikido-Mitglieder bei. Wie immer bei solchen Gelegenheiten fehlen einige Aikidoka für ein komplettes Foto. Es ist interessant ein Foto jedes Jahr zu machen, um zu sehen, welche Menschen uns auf dem Aikido-Weg begleiten und sich einbringen. In jedem Falle sind die, die hier zu sehen sind, einige der wunderbarsten Menschen, die Geraldine und ich (Peter) begleiten dürfen. Und die, die nicht drauf sind ebenso! Ein dickes Dank an alle.

Aikido Mitglieder am 01.02.2010

Nicht zu vergessen, die DJK-Zen-Fabrik, Dojo Anrath, die viel zu unserem Treiben beiträgt. Danke!

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Aikido / Budo, Allgemein

Geschützt: Shodo Seminar – Fotos von unserem Lehrgang mit Familie Fujita

Peter Roskothen | 15. Januar 2010

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Über die Anfänge, den Anfänger an sich und die Motivation

Guido | 26. September 2009

Wenn jemand mit etwas beginnt so hat er zunächst einen schweren Stand und eine sehr ungünstige Ausgangsposition. Wieso meine ich das? Weil es lediglich meine Erfahrung wiederspiegelt. Was ich dennoch denke, ist, dass diese Aussage nicht nur meine Erfahrung wiederspiegelt sondern die vieler anderer Mitstreiter auch.

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Aikido / Budo, Allgemein, Menschliches

Budo und Notwehr (Rechtsgrundlagen)

Guido | 17. September 2009

Wer eine der Kampfkünste trainiert, wird sich irgendwann auch mit den Notwehrparagraphen beschäftigen müssen, um in einer entsprechenden Situation zu wissen, wie weit er gehen kann.

An diesem Punkt sei, wie auch schon in anderen Artikeln dieses Blogs erwähnt, dass es in einer physischen Auseinandersetzung keinen Sieger geben kann. Wer also kämpft hat den Kampf verloren weil er kämpft. Wenn es irgendeine Möglichkeit gibt, den Kampf zu vermeiden, dann vermeide ihn und sei es, dass du wegrennst….am besten mit 80 km/h…;-))).

Zu Deutsch:

“Krieg ist Bullshit und stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin…..yeahhh”

Es ist mir im Laufe meines Lebens in jeder Situation gelungen den Kampf zu vermeiden. Eine Situation, die mir dabei gut im Gedächtnis geblieben ist, vollzog sich während meiner Ausbildung zum Kommunikationselektroniker. Es gab dort die Situation in der ein Interessenkonflikt zwischen mir und einem anderen Auszubildenden dazu führte, dass er sich vor mich stellte und seine Fäuste erhob. Was dann bei mir automatisch ohne mein Zutun ablief hat mich bis heute nachhaltig beeindruckt. Üblicherweise spannt sich in einer solchen Situation der ganze Körper an und geht in Verteidigungshaltung. Ebenso dramatisch steigt der Adrenalinspiegel an und man wird von einer selbsterhaltenden Aggression gepackt. Bei mir passierte in diesem Augenblick seltsamerweise genau das Gegenteil (vielleicht auch aus Angst). Es war als würde sich in meinem Kopf ein Schalter umlegen, der es vermochte, dass jegliche Aggression sich im Sekundenbruchteil abschaltete und ich völlig entspannt ohne Aggression vor meinem vermeintlichen Angreifer stand. Der guckte daraufhin völlig überrascht, senkte seine Fäuste und meinte nur zu mir “Man bist du cool”. Nur das ich mich selber überhaupt nicht als cool empfunden habe sonder eher als soft. Seither versuche ich in entsprechenden Situationen einfach soft zu sein, ruhig zu bleiben und mich nicht aufzuregen. Bisher hatte ich damit immer Erfolg. Und was ich mir wirklich Wünsche ist, dass ich nie in eine Situation komme, in der ich Budo wirklich anwenden muss.

Dennoch gibt es dafür keine Garantie und zu wissen wie sich Budo rechtlich darstellt, scheint für mich ein wesentlicher Bestandteil des Budotrainings zu sein. Insofern anbei die Notwehrparagraphen und deren Deutung an Stellen, die man auch nach mehrmaligem Lesen kaum oder gar nicht versteht. Dafür war einige Recherche erforderlich.

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Aikido / Budo, Allgemein, Selbstverteidigung

Seminar mit Reynosa-Sensei in Weilerbach

Peter Roskothen | 16. September 2009

Am 7. und 8.11.2009 gibt Reynosa-Sensei ein Aikido-Seminar in Weilerbach (bei Kaiserslautern). An dem Wochenende (Samstag und Sonntag)  sind alle herzlich eingeladen, die gerne an dem internationalen Aikido-Lehrgang teilnehmen möchten.

Seminar Ausschreibung und Anmeldeformular Reynosa-Sensei (PDF) >>

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Allgemein

Budoistisch -philosophischer Querbeet-Essay

Tobias | 20. März 2009

Hallo,

Ich bin es mal wieder: Tobi. Ich schreibe einfach mal an diesen Artikel zu schreiben, und wie oben bereits steh, soll es ein Essay werden. Das hat mehrere Gründe. Der Essay ist die perfekte Textform um die Problematik diese Artikels abzuhandeln, da er verschiedene Eigenschaften besitzt, die erstens meinem Schreibstil und zweitens der Komplexität dieses Themas entgegenkommen.

Ein wichtiges Merkmal ist, dass die Argumentation des Essays erst während des Schreibens entsteht. Das ist gut, da ich einfach meine Gedanken langsam vor mir her laufen lassen muss, und sie dann aufschreiben kann. Das wird natürlich dazu führen, dass die einzelnen Themen mehr oder weniger in Facetten angerissen werden aber das ist okay, denn sonst würde das ganze Ding viel zu lang werden. Außerdem ist ein Essay immer zum schmunzeln geeignet, weswegen ich in sehr familiärem Deutsch schreibe. So viel zur Form.

Ich habe mir mehrfach Gedanken über folgende Themen gemacht und werde diese in dem Artikel abhandeln:

Budo – Zauberei oder Physik

Wettkampf

Sakrales und Elitäres im Budo

Gegenseitiges Gedeihen

Technik und/oder Geist

Sich selbst belügen

Epikur

Ich beginne mal mit dem letzten, weil es ein guter Aufhänger ist: Weiterlesen & Fotos ansehen »

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80km pro Stunde

Peter Roskothen | 24. Februar 2009

In uns allen schlummert vielleicht der Wunsch einmal zu erfahren, ob Aikido auch in einer “wirklichen” Auseinandersetzung funktioniert. Unser Rat: Vermeidet Auseinandersetzungen wie die Pest oder lauft so schnell Ihr könnt! Am besten 80km/h.

Manch einer wird jetzt vielleicht lachen, weil er sagt: was sind das für Lehrer, wenn die ihren eigenen Schülern so etwas raten! Aikido scheint ja super zu funktionieren.

Dazu kann man nur sagen: Der wahre Sieg bedeutet nicht zu Kämpfen. Und wenn man dazu um Entschuldigung bitten muß, dann sollte man es tun. Wenn man dafür sein Handy abgeben muß, dann sollte man es tun. Nicht weil man nicht gut ausgebildet wäre, aber jeder Kampf birgt ein großes Risiko sich zu verletzten oder zu sterben. Und was Aikido wirklich kann liegt jenseits des Kampfes. Es kann einen Menschen aus Dir machen, kann viele gute Dinge wie Respekt, Güte und Demut (allen Fernsehspots zum Trotze) lehren und kann vor allem eines: Deine Aufmerksamkeit schulen.

Die Aufmerksamkeit ist wohl das höchste Gut, um Gefahren aus dem Weg zu gehen, sie früh genug zu erkennen, eine gefährliche Situation zu beruhigen oder auch im unvermeidbaren Kampf einen Vorteil zu haben.

Wer aber wissen möchte, warum man besser nicht kämpft, der mag den unten empfohlenen Artikel lesen. Uns wurde er von Helmut nahe gebracht und wir danken dafür sehr!

Realistische Selbstverteidigung von Geoff Thompson >> (Rubrik “Gäste”)

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Aikido / Budo, Allgemein, Selbstverteidigung

Omote, ura (die Vorder- bzw. Rückseite)

Jörg Stappen | 5. Januar 2009

Die meisten Aikidotechniken existieren in zwei Versionen, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie ihr Schwergewicht entweder auf irimi oder auf tenkan legen. Die Version, die auf irimi basiert, wird hauptsächlich vor (omote) dem Angreifer ausgeführt, während die andere Version eine Positionsveränderung um diesen herum und hinter diesen (ura) beinhaltet. Daher werden im Aikido diese Begriffe manchmal synonym mit irimi (omote) und tenkan (ura) gebraucht. Dennoch sind omote und ura komplexe Begriffe mit einer erheblich weiter reichenden Bedeutung.

Omote bedeutet in etwa Vorderseite oder Außenseite und stammt ursprünglich von der Bezeichnung für die haarige Seite eines Pelzes oder die Außenseite eines Kleidungsstücks. Es handelt sich also um das Äußere, das Sicht- und Offenbare. Ura hingegen steht für die entgegengesetzte Seite, nämlich die Rück- oder Innenseite, das Verborgene. Ursprünglich bedeutet es Futter oder die haarlose Innenseite des Pelzes. Dieses Wortpaar kann daher mit den Gegensätzen offenbar und verborgen verglichen werden, oder, wenn man so will, mit aufrichtig und ausweichend. Dabei legen japanische Lehrer keine moralische Wertung in diese Begriffe hinein, obwohl dies für uns im Westen naheliegen würde. Das Ganze wird eher wie die zwei Seiten einer Münze gesehen, so wie ein Kleidungsstück, das eine Innen- und eine Außenseite hat.

Im Training zieht man einen deutlichen Gewinn daraus, wenn man versucht, sich in diese gegensätzlichen Charaktere einzuleben. Die Omoteformen einer Technik können nahezu aufdringlich durchgeführt werden, mit der Zielsetzung, dem Angriff möglichst schnell zu begegnen. Während Uraformen so ausgeführt werden, dass man schon bei der initialen Begegnung des Gegners aus dessen Sichtfeld verschwindet und weiter in seinen Schatten hineingleitet.

Das kann man übertragen mit den chinesischen Gegensätzen yin und yang vergleichen, die auf japanisch in und yo heißen, welche mit ihrer ursprünglichen Bedeutung Schattenseite und Sonnenseite deutliche Parallelen zu ura und omote aufweisen. Bei der Ausführung von omote soll die Attitüde immer mit yang vergleichbar sein, das als extrovert, hell, warm beschrieben wird und traditionell als maskulin gilt. Die Uraversion sollte hingegen yin gleichen, das als introvert, dunkel, kalt und traditionell als feminin gilt.

Ein anderes Gegensatzpaar, das mit omote und ura verwandt ist, ist der alte Budobegriff shoden und okuden, die vorderen oder ersten Lehren, beziehungswiese die inneren oder tiefen Lehren. Einige Budostile legten großen Wert darauf, ihre Kunst auf diese Weise aufzuteilen, wobei ein Anfänger lange und gut shoden üben musste, bevor er als reif angesehen wurde, in okuden eingeweiht zu werden.

Im Aikido gibt es keine Aufteilung in shoden und okuden. Ebensowenig hatte Miyamoto Musashi, der legendäre Samurai, der im 17.Jahrhundert lebte und das immer noch vielgelesene “Buch der fünf Ringe” schrieb, irgendwelchen Respekt vor dieser Aufteilung. Er erklärt kategorisch, dass es “im wirklichen Kampf nichts derartiges gibt, wie mit einer äußeren Technik zu schlagen und mit einer inneren Technik zu hauen”. Er gibt gewiss zu, dass es einfachere und tiefere Dinge innerhalb der Kampfkünste gibt, welche die Schüler sich während ihrer Entwicklung mit unterschiedlicher Leichtigkeit aneignen können, aber er behauptet mit Bestimmtheit, dass es nicht geht, die Techniken danach zu sortieren

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Aikido / Budo, Allgemein

Aikido-Training beenden

Peter Roskothen | 3. Januar 2009

Es ist für einen Lehrer klar zu erkennen, wer sich im Aikido/Budo Mühe gibt und wer nicht. Dabei kann jeder lernen, der offen ist für neue Ideen, der sich lösen kann von Konventionen und bereit ist, viel Arbeit zu investieren, denn Budo ist hart. Sehr hart sogar und deshalb sind auch nur wenige Schüler im Budo zu finden (wir reden hier nicht von Kampfsport). Auch zu erkennen ist, wer in Kürze aufhört zu trainieren (man kann als Lehrer fast den Tag vorhersagen) und wer weitermacht. Oft ist es nur ein Gefühl, ein sechster Sinn, welcher mir sagt: dieser Artikel, dieses Gespräch ist ein Ende des gemeinsamen Weges. Das ist natürlich überhaupt nicht schlimm, wenn der Mit-Schüler nur nicht bei jedem Aufhören anfangen würde Fehler zu machen. Ein Hauptfehler ist es zu provozieren, um dann einen Grund zu erhalten, warum man aufhört. Das ist für einen Lehrer ziemlich langweilig und durchsichtig, weil es in aller Regelmäßigkeit passiert. Und es ist unnötig, weil man bei uns prima aufhören kann, ohne irgendwelche negativen Kritiken erwarten zu müssen. Weder live noch hintenherum. Wir halten alle Türen offen, für jeden der gerne bei uns mittrainieren möchte und bereit ist, sich einzubringen. Das gilt  für Ehemalige und vor allem für solche, die etwas Vermissen, jenen Menschen, denen nach dem Aufhören des aktiven Trainings etwas Entscheidendes fehlt.

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Aikido / Budo, Allgemein

Zen-Wahrheit vom: 04.12.2008

Jörg Stappen | 4. Dezember 2008

Laßt euch nicht von anderen irremachen. Handelt, wenn es für euch
erforderlich ist, ohne Zögern und Zweifel.

Linji

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Allgemein

Mushin – Wann ist Verstand kein Verstand…?

Jörg Stappen | 17. Oktober 2008

“ Mushin” war der wesentlicher Leitbegriff, den Reynosa-Sensei auf dem Aikido-Seminar im Belgien verwendete. Daher soll hier der Versuch unternommen werden, dieses entscheidene Element der Budokünste und des Zens näher zu beschreiben.

Mushin (jap.): im wörtlichen Sprachgebrauch: „Unschuld“. In den Interpretationen des Budo steht der Begriff für die Absichtslosigkeit des Geistes (Freiheit vom Ich-Wollen), einen Zustand völliger Natürlichkeit und Unabhängigkeit vom dualistischen Denken, eine Geisteshaltung ohne Fixierungen irgendwelcher Art, offen für das intuitive Empfinden zusammenhängender Wirklichkeiten.

Dafür muss der Geist frei von belastenden Gedanken sein und darf nicht an Wunschvorstellungen oder Vorurteilen haften. Mushin – der leere Geist – steht daher für ein Empfinden, das in der Lage ist, die Situation ungetrübt von den eigenen Vorstellungen zu betrachten.

Mushin ist Teil des Zen-Buddismus. Einer seiner großen Lehrer bemerkte einmal: „Mushin ist das Denken des Körpers”. Weisheit und Wissen sind nicht dasselbe. Im täglichen Leben und in Unterhaltungen denken die meisten Menschen zuerst und antworten dann; aber sehr kluge Menschen benutzen ihre Weisheit und denken nicht. Sie sprechen und antworten aus Intuition (aus dem Bauch heraus). Weiterlesen & Fotos ansehen »

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Allgemein, Bericht

Neue Kontaktadresse Shingen-Aikido-Dojo

Peter Roskothen | 30. September 2008

Ab dem 29.09.2008 gilt eine neue Kontaktadresse und Rufnummer für alle Interessenten und Mitschüler. Bitte schauen Sie kurz in den Kontakt und notieren sich die neuen Daten. Herzlichen Dank!

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Allgemein, Seminar

Vier Schritte

Peter Roskothen | 16. September 2008

Ein sehr schönes Zitat aus Kung-Fu, der beliebten Fernsehserie, die den USA und Europa Budo näher gebracht hat:

  1. Lerne zuerst zu Leben
  2. Lerne dann nicht zu Töten
  3. Lerne dann mit dem Tod zu leben
  4. Lerne dann zu Sterben

Es hört sich an wie ein Spruch aus alten Zeiten, in denen noch ständig Samurai kämpften. Aber sicherlich hat das heute wie damals genau seine Richtigkeit. Wir reden im Budo immer wieder über das Sterben und auch über das Leben mit all seinen Zutaten. Auch lernen wir im Aikido “Nicht Zu Töten”. Wenn Euch etwas einfällt zu diesen Zeilen dann bitte raus damit als Kommentar. Uns gefallen die Zeilen sehr.

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Aikido / Budo, Allgemein, Philosophie

Konsequenzen

Grigory | 21. Juli 2008

Wir haben heute beim Training über das Aufhören gesprochen. Speziell bei Aikido war dann die Rede von der Härte des Trainings als einer der offiziellen Gründen. Wie ich schon erwähnt habe, es gibt Dojos, wo z.B. Verspätungen mit Liegestützen “bestraft” werden.

Nun stelle ich mir die Frage: warum wird so etwas praktiziert? Ich denke, es geht nicht um eine Strafe, denn so eine Sache wie Strafe ist ziemlich relativ. Nach meiner Meinung, geht es darum, den Schülern klar zu machen, dass alles in diesem Leben Konsequenzen hat. Damit meine ich nicht nur solche banale Sachen wie: ich habe mit einem Messer rumgespielt und nun habe ich eine Narbe. Sondern darum, dass jeder Schritt den wir machen, jede Geste, jedes Verhalten, das wir an den Tag legen, Konsequenzen mit sich zieht.

Alles was wir tun, hat Konsequenzen und meistens sind das Prozesse, die nicht umkehrbar sind. Vor allem wenn wir mit anderen Menschen agieren, muss uns das bewusst sein. Ich finde das verstehen bei weitem nicht alle, was seinerseits zu Spannungen und Konflikten führt. 

Die reale Welt hat nichts mit einer liebenden Mutter zu tun, die ihrem Kind alles verzeiht und immer eine weitere Chance anbieten. Und das ist gut so. Je früher man das lernt, desto besser. Daher die Liegestütze.

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