Wissen und Können in der Kampfkunst

Der griechische Philosoph Platon (um 428 bis ca. 347 v. Chr.) definierte ‚Wissen‘ als die Summe der als wahr gerechtfertigten Meinungen. Auf die Kampfkünste übertragen wäre ‚Wissen’ demnach z.B. die Erkenntnis, wie eine Technik auszuführen ist, welche Fehler zu vermeiden sind und wie die Technik optimiert werden kann. Der Begriff ‚Wissen’ bezieht sich hierbei stets auf eine rein theoretische Begabung.

Unter ‚Können‘ versteht man hingegen die Befähigung eine bestimmte Tätigkeit auszuführen. In dem hier geschilderten Zusammenhang ist ‚Können’ dann die Fähigkeit, das zuvor erlangte Wissen in einer praktischen Handlung umzusetzen. Dies bedeutet z. B. die Anweisungen und Ratschläge des Trainers zu befolgen, um so durch beständiges Training die Fehler in der Technikausführung zu korrigieren.

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Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei

Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei

Das Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei wäre niemals möglich gewesen ohne das aktive Engagement von Sensei, Christian und uns allen. Dafür vor allem einen herzlichen Dank an Sensei und an Christian, der die ganze Mühe mit der Organisation hatte. Aber auch an alle die hingefahren sind, sich aufgemacht, alles andere in der Prioritätenliste nach unten gepackt,das Geld investiert haben, die so viel Schweiß und Energie einbringen! Das Seminar ist nur mit Eurem Engagement möglich gewesen.

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Lehrgang mit Reynosa-sensei Juli 2011

Der Lehrgang mit Reynosa-sensei in Juli war etwas ganz besonders. Na ja, ganz besonders ist solch ein Lehrgang eigentlich immer, und ich habe das Glück, zum 4. Mal dabei gewesen zu sein, aber diesmal habe ich neue Eindrücke gewinnen können. Auf der einen Seite hat mir das Seminar großen Spaß gemacht, vor allem “alte Gesichter” wieder zu sehen, ich hatte das Gefühl, ich bin nicht ein Besucher des Lehrgangs, sondern ich treffe mich mit meiner “MAK-Familie” wieder. Die Freunde aus Siegen, Christian Föller (großes Lob für die Organisation und Logistik) neue Freunde, usw… selbst Sensei war diesmal näher (mein Gefühl)… Alles in allem eine tolle Erfahrung eben.

Die Shodan-Prüfungen waren auch etwas ganz besonders, die mir neuen Input und Denkstoff gegeben haben. Ich hatte schon den Verdacht, aber es ist mir glassklar geworden: bei der Dan-Prüfung geht es gar nicht um die Techniken, die muß man sowieso beherrschen und sind meiner Meinung nach eine Voraussetzung, ja quasi eine Formalität, um an der Prüfung teilnehmen zu dürfen. Aber hier geht es um etwas anderes, um inneren Ausgleich und übermenschliche mentale Kraft “What do you have when you got nothing left?” or “you begin now to do Aikido” kommt erst wen man bereits nach anderthalb Stunden harte Prüfung komplett ausgepowered ist… für mich ist das die richtige Prüfung, zu einem Punkt zu gelangen, wo man auf sich gestellt ist, wo man glaubt nicht weiter zu können wo man im Begriff ist, aufzugeben…

Ich weiß nicht, ob ich jemals vor so eine Prüfung stehen werde aber eines ist mir jetzt klar. Wenn ich meine Grenzen auf diese Art geprüft habe, wenn ich gesehen habe, wozu ich fähig oder nicht fähig bin, wenn ich am Abgrund gebracht worden bin, wäre mir das Ergebnis (schwarzgürtel oder nicht) eigentlich Nebensache, die Chance gehabt zu haben, mich selber kennenzulernen wäre für mich schon eine wertvolle Lebenserfahrung gewesen, ein klitzekleiner Schritt weiter auf dem WEG.

An dieser Stelle Gratulationen an Tim und großes Lob und meinen Respekt an Ulli und Martin.

Schöne Grüße an alle

Francisco

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Aikido-Workshop #3 in Anrath

Aikido-Workshop #3 in Anrath

Autoren: Christoph & Thomas

Am 14. Mai trafen wir uns im Dojo Anrath (DJK-Zen-Fabrik) mit unseren Gästen aus Siegen zum dritten gemeinsamen Workshop. Dieser bestand aus einem mehrstündigen Training, und bot uns die Möglichkeit viel voneinander zu lernen.

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Wie die Sonne

Die feste Lampe strahlt gleichmässig
Die Lampe strahlt von einer Richtung
Sie zeigt die gleichen Schatten
Die Details ändern sich nie

Die Sonne geht auf
Sie ist erst schwach dann heller
Dann wieder schwächer bis zur Dunkelheit

Die Sonne wandert
Sie lässt unterschiedliche Schatten wachsen
Erst von Ost nach West
Kurzzeitig keine
Dann von West nach Ost

Immer neue Details erscheinen
Alte Details verschwinden

Die Sonne geht unter
Und lässt auch dem nicht sichtbaren Platz

Bis zum neuem Wechsel
Wo alte Blickwinkel wieder sichtbar sind
Doch mit der Erkenntnis von anderen

Seit keine Lampe
Seit wie die Sonne

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Aikido-Workshop #2 in Siegen

Aikido-Workshop #2 in Siegen

Wir waren eingeladen im Tomodachi-Aikido-Dojo in Siegen. Der Aikido-Workshop war der zweite in Folge in diesem Jahr und lud ein, an diesem Samstag viel zu lernen und zu schwitzen. Hart erarbeitet haben wir uns alle unser Wissen über die Wochen, Monate und Jahre des Trainings und in der Vorbereitung auf diesen Workshop haben wir schon erklärt, wie wertvoll die Zeit eines Aikido-Seminares ist. Ausgerechnet viele neue unserer Mitschüler haben sich für das Seminar interessiert und sind mitgefahren (Toll!). In Siegen erwartete uns ein reich gedeckter Tisch mit hervorragenden Nussecken, Kuchen, Obst, Getränken, wunderbaren Menschen und tollem Aikido. Besser hätte es uns nicht treffen können. Das war wohl der Grund für die überaus positiven (ausschließlich positiven) Reaktionen aller, die ich hinterher nach ihren Eindrücken gefragt hatte.

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Irimi und Nikkyo im wahren Leben

Neulich hörte ich folgende Geschichte, ich weiß nicht, ob sie wirklich oder erfunden ist, spielt aber keine Rolle, denn die Botschaft ist echt, und das ist, was (für mich) zählt.

Ein deutscher Mitarbeiter eines großen Unternehmens aus Schweden ist in Stockholm auf Geschäftsreise. Er wird mit dem Auto zur schwedischen Produktionsstätte gefahren. Es ist morgens, der Himmel ist blau aber die Temperatur erreicht kaum -10°C. Sie fahren auf das riesige Parkgelände der Firma, das um diese Uhrzeit ganz leer ist. Überraschenderweise parkt aber der schwedische Gastgeber auf der anderen Seite des Geländes, also sehr weit weg vom Gebäudeeingang. Der deutsche Gast, ganz verdutzt, fragt, wieso er so weit weg parkt, wo alle Plätze noch nicht belegt sind und bekommt folgende Antwort:

Wir sind die ersten, haben also mehr Zeit als andere, die vielleicht nicht so viel Glück mit dem Verkehr haben. Es kann auch sein, dass es später anfängt zu regnen und die, die später kommen, keinen Schirm dabei haben, oder es gibt vielleicht Leute, die aufgrund von einer Verletzung, nicht so viel laufen können. Deswegen ist es besser, dass WIR etwas weit weg parken.

Ganz vernünftig und rücksichtsvoll, oder? Und wieso fällt uns meistens so schwer, mit dem Mitmenschen auch so umzugehen?

Meine persönliche „Aikido-Interpretation“ der Geschichte: wir können (und sollen) Rücksicht auf die Mitmenschen nehmen und alle respektvoll behandeln, wie wir uns auch wünschen, von anderen behandelt zu werden. Übertragen auf Aikido ist das Tür halten vor einem Mensch, der hinter uns kommt, ein „Nikkyo“ heißt:  der Mensch / die Situation ist schon da – ich bin bereits „gegriffen“ worden und habe korrekt reagiert. Das „weit weg parken“, weil wir uns Gedanken im Voraus gemacht haben wäre für mich ein „Irimi“, ein Eintreten also, BEVOR ich getroffen werde.

Gestern holte ich einen Karton Druckpapier aus einem Regal im Büro. Ich hätte den (schweren) Karton aus dem niedrigen Regal holen können, was viel einfacher gewesen wäre, aber in dem Moment („in the moment“ ;-) habe ich an den Schweden gedacht und griff auf den Karton ganz oben auf dem Regal, musste wirklich aufpassen, dass er mir nicht auf die Fresse fiel… Ich hoffe, dass ein Kollege hat später davon profitieren können. Ich beschloss, Irimi im praktischen Leben  für mich als nächstes Ziel zu setzen.

Schöne Grüße an alle

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Zen-Weisheit: Der Weg ist das Ziel (Konfuzius)

Gestern bei Training fiel von Peter in etwa folgende Äußerung:” Ihr seid alle auf dem Weg (Do). Und das ist gut so.” Spontan fiel mir hierzu die oben genannte Weisheit ein.

Leider klingt sie schon ziemlich abgegeriffen, weil sie immer wieder in allen möglichen und unmöglichen Situationen zitiert wird. Dennoch halte ich sie gerade nicht nur in Bezug auf die Kampfkünste, sondern auch für das Leben an sich für wesentlich

Oft wird bei der Fokussierung auf das Ziel eines übersehen. Denn Zielerreichung bedeutet vor allen eines  -Das Ende!.  Sei es das Lesen eines guten Buches, das Schauen eines guten Filmes oder das Training, wenn das Ziel erreicht ist, dann ist nunmal Schluß. Am Ende des Lebens steht der Tod.

Nun ich möchte nicht behaupten, daß wir alle nun absichts- und ziellos durch die Gegend laufen sollen. Ziele sind wichtige Orientierungspunkte. Ohne Kompass findet kein Schiff in den richtigen Hafen. Allerdings stellt die Zielverwirklichung nichts anderes als eine Belohnung für die Mühen des “auf den Weg machens” dar. Bei alleiniger Konzentration auf das Erreichen des Zieles treten die Schönheiten entlang des Weges in den Hintergrund.

Im Zen heißt die Lösung: Aufmerksamkeit. Dies bedeutet, sich seiner Empfindungen bei auch banalen Tätigkeiten, wie z.B essen, lesen, gehen usw. möglichst völlig bewußt sein und so den Weg aufmerksam voran zuschreiten (oder wie es im Zen heißt:”eins mit den Dingen zu sein”). Natürlich stellt dies ein Ideal dar, welches man nie ein Leben lang 24 Stunden am Tag durchhalten kann.

Aikido kann hier eine große Hilfestellung sein kann, da es – wie bereits oft erwähnt- die Aufmerksamkeit (Shingen!) im Allgemeinen schärft.

Für mich auch ein weiterer Grund Aikido zu üben.

Und noch ein weiteres Zitat: ” Am Ziele deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: Dein Wandern zum Ziel.” (Marie von Ebner-Eschenbach).

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Klostergeschichten

Nachdem ich für eine lange Zeit pausiert habe, hatte ich vor, einen Artikel zu schreiben über “keine Artikel schreiben”, bzw. die Gründe erläutern, warum ich etwas skeptisch bin, was meine Beteiligung am Blog angeht.  Solch einen Artikel werde ich auf jeden Fall noch schreiben aber am Freitag habe ich eine Geschichte erzählt bekommen, die ich gerne mit Euch allen teilen möchte, denn ich denke, es hat viel mit Aikido Ansichten zu tun.

Die Geschichte hat mir meine chinesische Kollegin erzählt, mit der ich seit 8 Jahren die Ehre habe, zusammen zu arbeiten und von der ich jeden Tag etwas neues (nicht unbedingt beruflich bezogen) lerne. Yuzhu lebt buddhistish, bezeichnet sich selber aber nicht als solche, denn sie sagt, Buddhismus sei schlicht eine Lebensphilosophie und keine Religion, wie viele Leute noch denken.

Es geht dabei um eine Geschichte mit Moral, die Interpretation sei aber jedem überlassen, wie es nicht anders sein könnte. Und wie es auch nichts anders sein könnte, spielt die Geschichte in einem Kloster, wo Schüler und Meister die Hauptfiguren sind.  Ich versuche, diese Geschichte so wiederzugeben, wie sie mir erzählt hat:

Ein Meister sitzt im Kloster und meditiert, als er laute Schreie von seinen Schülern hört. Es geht zu ihnen und fragt, was das Problem sei. Einer der Schüler sagt:

-”Verzeiht Meister, aber wir haben diesen Schüler hier beim Klauen erwischt. Er bringt dabei die Harmonie des Klosters durcheinander und erschwert unser Leben und Euren Unterricht. Wir möchten Euch bitten, ihn vom Kloster zu verweisen, andernfalls werden wir gezwungen sein, selber das Kloster zu verlassen.”

Nach ein paar Sekunden erwidert der Meister:

-”ich werde ihn nicht verweisen. Ihr könnt alle gehen, wenn ihr möchtet”

-”aber warum?” fragt der Schüler verdutzt . “Wir verstehen es nicht!”

-”Sein Verhalten ist sicherlich verwerflich. Aber ihr habt bereits gelernt, Gut vom Böse zu unterscheiden und seid dadurch soweit, das Kloster verlassen zu können. Er aber, hat das noch zu lernen. Wenn ich ihn jetzt ausschließe, wie könnte er das jemals lernen..?”

An dieser Stelle möchte ich nichts hinzufügen. Auf Eure Kommentare freue ich mich.

Schöne Grüße

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Auch so, frohes neues Jahr

Tja. Jetzt ist es da, das neue Jahr. Froh und heiter, glücklich und gesund soll es sein. Es ist ja auch noch ganz neu:) Aber was wünscht man sich da eigentlich ständig. “Viel Glück”. Aber woher bekommen? Wie behalten? Woran merke ich es, wenn ich es hab? Woran, wenn es mir fehlt? Wieso ist z.B. Bob glücklich, Alice aber nicht, wenn bei beiden alles gleich ist?

Puh, das sind Fragen, die keiner lesen will. Noch so ein Artikel. Wie beim “Wort zum Sonntag”, wer es noch kennt.

Keine Sorge. Lediglich der eine Hinweis sei mir gestattet:

Glück ist höchstpersönlich.
Man muß sich nur ein paar Fragen stellen, um herauszufinden, was da los ist:
“Was macht mich froh? Was mache ich gerne? Warum genau das, und nicht jenes?” Und vielleicht noch ein paar Fragen mehr.
Hm. Zu anstrengend? Vielleicht unbequem. Aber notwendig.
Bob mag z.B. Fußball, spazieren gehen nicht. Alice mag kein Fußball, aber spazieren gehen.
Also hat Glück für die Beiden nicht Ihren Ursprung im Selben.

Ich will nicht auf die Berge von Büchern eingehen, die hierzu verfaßt wurden. Nur auf Eines.
Es ist aktuell, nicht verkopft und flockig zu lesen. “Glück kommt selten alleine” von Eckhart von Hirschhausen.

Schönes Buch. Es regt zum Nachdenken und Mitschmunzeln an. Und einige Ansätze sind vielleicht garnicht so falsch.

Letzten Endes jedoch muß jeder sein Glück selbst suchen. Und eine kleine “Reise ins Ich” ist vielleicht nicht so verkehrt.

Zumindest nicht am Jahresbegin, wenn die guten Vorsätze noch frisch und verlockend sind :)

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