Aikidoka trainieren in der freien Natur

Natürlich trainiert ein richtiger Aikidoka immer und überall, sogar im Supermarkt. Aber das hier ist ein Foto vom Training an der frischen Luft vom letzten Mittwoch. Es hat viel Spaß gemacht, selbst wenn die Gis hinterher viel Liebe und Waschmittel brauchten. Ihr habt das toll durchgehalten und natürlich ist es immer eine ganz besondere Sache, Aikido in der freien Natur zu üben.

Aikido in Vorst - Training draussen in der Natur

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Joshin Kokyû-hô

Joshin Kokyû-hô

(Der geistreinigende Atem, gesprochen: [joschin-kokju-ho:])

  1. Es wird durch die Nase eingeatmet, und gleichzeitig visualisiert, wie das Ki durch das Kronen-Chakra an der Kopf-Oberseite hereinströmt.
  2. Geatmet wird bis in den Tanden (von dem chinesischen Wort Tantien, kurz unterhalb des Nabels).
  3. Eine kurze Pause, in der sich die Energie im Körper ausbreitet…
    … um dann beim Ausatmen an den Hand- und Fuß-Chakren wieder hinauszuströmen.

Joshin Kokyû-hôDas korrekte Atmen ist eine sehr mächtige Methode, um die Energie zu verstärken und stellt die Basis aller Aikidotechniken dar. Sofort strömt das Ki stärker und harmonischer und der Geist ist in der Lage sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Wir sind es leider viel zu sehr gewohnt, nur flach und kaum sichtbar im Brustbereich zu atmen, so dass es am Anfang eine sehr bewusste Achtsamkeit erfordert, Joshin Kokyû-hô korrekt auszuführen. Aber dafür ist die spontane Wirkung ist um so wohltutender. Am angenehmsten und am energetisch förderlichsten ist die Übung, wenn der Mund leicht geöffnet bleibt und nur die Zunge die Regulation des Luftweges übernimmt: beim durch-die-Nase-atmen legt man sie an die Gaumendecke, wodurch sich auch der energetische Kreislauf schließt, beim Ausatmen fällt sie in ihre normale Position zurück.Da das Bewusstsein die Energie lenkt, ist die besprochene Visualisierung sehr wichtig, denn nur so kann diese Methode ihre volle Wirkung entfalten. Die Atmung sollte sich nicht verkrampfen, es ist kein gewaltsames, tiefes Atmen oder eine Veränderung des Rhythmus notwendig. Es ist auch nicht nötig zu übertreiben und die Pause zwischen den Atemzügen zu verlängern oder übermäßig zu regulieren. Die Luft und das Ki werden lediglich in die richtigen Bahnen gelenkt. Gerade Anfänger begeistern sich schnell für Joshin Kokyû-hô, da Ki durch die zunehmende Intensität wesentlich besser für sie zu erfühlen ist und außerdem wird das Ego dadurch ein wenig gebremst, was für die Ausübung von Aikido von entscheidener Bedeutung ist.

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Aikido ist kein Sport

Aikido mit “Sport” oder “Kampfsport” zu bezeichnen ist falsch. Budo (der Oberbegriff für Wegkünste) war und ist in seiner wahren Form niemals Sport, sondern hat lediglich einen sportlichen Anteil.

Schon O´Sensei (der Erfinder von Aikido) hat festgestellt, daß es im Bujitsu (daraus entstand dann später Budo) immer um das Leben und den Tod ging, nicht jedoch um Zeitvertreib. Sport ist eine Jubelveranstaltung, eine Veranstaltung um zu gewinnen, um das Ego zu befriedigen. Sport hat mit Wettbewerb zu tun, mit Beckerfaust mit Kampf und Siegen. Deshalb gibt es dort auch so viele Verlierer, die nicht auf das Verlieren vorbereitet wurden.

Aikido oder auch Tai-Chi und ähnliche Künste als Sport zu bezeichnen ist einfach falsch verstanden. Im Aikido wie in allen echten Wegkünsten geht es um Tugenden, Respekt, Mitgefühl, Liebe, Frieden, Meditation, Konzentration, Ki-Fluß, Spiritualität, das Miteinander und vieles mehr. Es geht um Friedfertigkeit und Selbstbeherschung. All das sind oft (nicht immer) die Gegenteile von Wettkampf-Sport. Die Verirrungen in der Sprache sind schlimm und verwirrend, denn so werden auch Sportarten wie Kickboxen in eine Schublade mit Budo geschoben, obwohl sie dort (je nach Intention und Lehrer) überhaupt nicht hingehören. Die vielleicht schönste knappe Beschreibung von Aikido oder Budo ist “Kampfvermeidungskunst“. Man kann sicher Bücher über die genauen Bezeichnungen schreiben, am besten jedoch macht man Aikido und lernt so was es wirklich ist: das Arbeiten an sich selber.

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“Shu Ha Ri” – die Lernstufen im Budo / Aikido

“Shu-Ha-Ri” ist der japanische Begriff für die Entwicklung beim Lernen von Budo / Aikido.

“Shu” bedeutet laut Masayuki Shimabukuro entweder “erhalten” oder “gehorchen”. Der Anfang vom Aikido-Training ist hier gemeint, in dem der Schüler mit Enthusiasmus lernt, was der Lehrer zeigt. Ein Teil davon ist die Akzeptanz der Korrektur durch den Lehrer (Anm.: besser sogar die Dankbarkeit dafür), aber wie alles im Leben hat auch “Shu” noch eine andere Seite, nämlich den Schutz des Schülers durch den Lehrer. Für den Lehrer / Sensei bedeutet das, den Schüler zu motivieren, ihm das Lernen zu erleichtern und den Schüler zu fördern.

Ziel der “Shu”-Stufe ist das Erlernen gleicher Formen und Techniken, die bei allen Schülern die gleichen Anlagen haben sollen, gleich welcher Charakter, welcher Körper und welche Voraussetzungen. Diese Formen und Techniken sind die Grundlage für alle zukünftigen Aktivitäten, das Weiterlernen.

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Zanshin (“der Geist, der unbeweglich bleibt”)

Das Leben im Allgemeinen lässt sich mit dem Improvisationstheater vergleichen. Der Schauspieler steht auf der Bühne, nicht wissend, was er tun oder sagen wird. Alles hängt von der Zusammenarbeit der Darsteller ab. Erwartet unser Protagonist eine Aktion von seinem Gegenüber und diese bleibt aus, so ist die Pointe futsch.
Dieses Bild kann auf alle Lebenssituationen übertragen werden. Und immer wieder wird sich das gleiche Problem einstellen. Etwas nicht erwartetes geschieht und unser Verstand versucht zu reagieren, was in den meisten Fällen viel zu viel Zeit in Anspruch nimmt.
Aber was macht den Samurai, den wir aus Filmen kennen so “überlegen”? Er scheint wie ein Hellseher die Dinge vorauszuahnen. Nach außen hin wirkt er ruhig und ausgeglichen, das ist die körperliche Komponente von zanshin. Denn keiner könnte es aushalten über längere Zeit in Kamae zu verharren, bis eventuell ein Angriff kommen könnte – Kraftverschwendung.
Genauso gelassen wie der Körper ist auch der Geist. Man ist so aufmerksam und konzentriert, dass einen nichts mehr überraschen kann. Kein Gedanke hat die Macht einen zu fesseln, so dass man nicht mit einer bestimmten Absicht reagiert, sondern mit den Ereignissen agiert.
Zanshin ist also eine Art Werkzeug für das Leben. Aber wie lernt man das?
Budo im Allgemeinen und Aikido in Besonderen geben Hilfestellung beim Impro-Stück, genannt “Leben”. Im Dojo gibt es die Möglichkeit, unter kontrollierten Bedingungen zanshin zu finden.
Zuerst ist ganze Konzentration beim Beobachten und Anwenden der Techniken oder der Etikette von Nöten. Dies lässt im Laufe des Trainings auch keinen Platz mehr für andere Gedanken. Der Geist wird nach und nach leer; zuerst verschwinden die Alltagsgedanken und nach einiger Übung auch das Nachdenken über die erlernte Technik. Zu diesem Zeitpunkt ist der Budoka schon sehr weit. Übt er weiter und verfeinert das Erlernte, wird seine Aufmerksamkeit so weit reifen, dass ihn weder beim Randori, noch im Leben etwas hilflos oder mundtot machen kann.
Also steckt in uns allen irgendwo ein Samurai, auch wenn der Weg zu ihm weit und beschwerlich ist.

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“Etikette” – was ist das und wofür ist das – eine Erklärung für Kinder

Wir reden im Aikido oft über “Etikette”. Aber kaum jemand weiß, was sich hinter dem Wort verbirgt.

Es hat nichts mit Kette oder einem Preisschild zu tun, sondern heißt soviel wie “gutes Benehmen” oder “Guter Ton” oder “Gute Manieren”. Ihr habt auch alle eine “Etikette”, ein Benehmen. Das gute Benehmen wird Euch schon von den Eltern und Großeltern beigebracht. Das fängt damit an, daß man morgens “Guten Morgen” sagt und abends “Gute Nacht” oder “Ich hab Dich lieb” sagt. Und man kann noch ganz viele andere Beispiele finden wie das Essen mit Messer und Gabel (in Japan mit Stäbchen). Und daß man nicht am Tisch rüplst oder schlürft.

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Nach dem Training beim Hakamafalten

…guckten alle mal hin, wie das geht. Es macht Spaß einen Hakama zu falten und gehört zu den Aufgaben eines Aikidoka (auch eine Technik). Diese Art des Respektes gegenüber dem Kleidungsstück, gegenüber den Falten/Tugenden des Hakama, ist eine der wesentlichen Grundlagen, die im Aikido an allen Ecken und Enden dazugehören. Die Form und der Inhalt. Spaß macht es wie so oft…

Hakamafalten nach dem Freitagtraining
Ein Foto von einem Freitagstraining.

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Was ist Aikido oder das Prinzip des Nicht-Streitens

Aikido zählt zu den Budosportarten, die im Deutschen als “Kampfkunstsportarten” bezeichnet werden. Dabei ist Budo der zusammenfassende Name für alle japanischen Kampfkünste, wie Judo (Ringen), Karatedo (Schläge und Fußtritte), Kendo (Fechten), Iaido (Schwert), Kyudo (Bogenschießen), Jodo (Stock) und viele mehr. Wie diese hat auch Aikido seinen Ursprung in Japan und teilt einen guten Teil seiner Eigenschaften mit den anderen Budoarten.

Dennoch nimmt Aikido eine Sonderstellung ein. Das Training erinnert zwar anfangs an Selbstverteidigung und ist auch hervorragend als solche geeignet, trotzdem gibt es in Aikido keinen Wettkampf, keine Angriffstechniken, keinen Gegner und man gebraucht keine Körperkraft, sondern Geschicklichkeit und Aufmerksamkeit, um zum Erfolg zu kommen. Dabei zählt gerade das Prinzip des Nicht-Streitens zur größten Tugend des Aikido, denn die im Training erzielte Aufmerksamkeit soll es dem Ausübenden ermöglichen, einen Kampf im Vorfeld im Keim zu ersticken. Kommt es dennoch zur körperlichen Auseinandersetzung, so ist es das Ziel, den Angreifer auf möglichst für ihn unschädliche Weise von seinem fantalen Handeln abzubringen.

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Ist Budo für Frauen geeignet? Frauen im Aikido (Selbstverteidigung)

Immer wieder fragen sich Mädchen und Frauen, ob Aikido, Karate, Judo, Tai Chi und andere Budoarten auch für sie selbst geeignet sind. Natürlich sind diese Budoarten sehr gut für Frauen geeignet, aber in vielen dieser Budoarten sieht man leider nicht so viele weibliche Mitglieder (das hängt aber auch sehr vom Dojo und noch viel mehr von den Lehrern ab).

Im Aikido ist es häufig so, daß Frauen sogar zahlenmäßig überlegen sind (Anm.: In Berlin gibt es ein Dojo nur für Frauen “Aikido Frauen Dojo”, welches sicher auch einen tollen Zusammenhalt hat.), vor allem aber haben Männer im Aikido gar keine Vorteile vor Frauen.

Wir persönlich (Geraldine und Peter) haben auch in unserem vorherigen Aikido-Dojo in Kempen immer mit sehr gemischten Gruppen trainiert. Nicht nur trainierten dort auch Frauen und Männer gemeinsam, sondern auch Erwachsene mit Kindern und Jugendlichen. Zum einen hilft es den Männern die mit Kindern und Frauen üben, die Techniken nicht mit Kraft, sondern ohne Bizeps zu erlernen. Zum anderen ist Aikido für Frauen und Kinder eben wegen der Techniken prädestiniert. Die Schüler benötigen mit Aikido keine Kraft und Frauen lernen einfacher die Techniken, weil sie in der Regel gar nicht auf die Kraft zurückgreifen können wie Männer. All dies mag auch der Grund sein, warum so viele ältere und alte Menschen Aikido üben können. Die Techniken (und damit auch die Selbstverteidigung) können ohne Kraft auskommen und sind dabei extrem effektiv.

Für das Aikido und alle Übenden bedeutet das einen sehr sozialen Charakter, der zur Förderung des Miteinanders führt. Alle Menschen können sich so von allen anderen die guten Dinge und Eigenschaften abgucken.

Trotzdem bieten wir auch spezielle Selbstverteidigungskurse für Frauen an. Bei Interesse mailen Sie uns doch bitte oder rufen uns einfach an.

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