Shingen-Aikido-Dojo – Aikido-Blog.de

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Aikido mit Reynosa-Sensei wie ich es heute verstehe

Peter Roskothen | 21. August 2009

Die Gedanken, die ich gerne mit Euch teilen möchte, sind die Essenz einiger eMails mit Reynosa-Sensei, die wir (Sensei und Peter) austauschen. Wenn man lange Flugstrecken von seinem Sensei entfernt ist, dann sind eMails mit Fragen und Antworten eine tolle Hilfe. Geraldine und ich sind als Aikido-Lehrer und Mitschüler sehr dankbar für diese Art Hilfe von Reynosa-Sensei, der unsere eMails so prompt beantwortet, Seminare in Deutschland gibt und einen Aikido-Videokurs im Internet mit Hilfe seiner Frau und seines Sohnes ins Leben gerufen hat.

Die folgenden Gedanken sind über Jahre entstanden und eine Vorstellung und Idee, die Geraldine und ich gerade jetzt von Aikido haben. Die Ideen mögen sich noch verändern und reifen, aber wir möchten sie hier gerne (auf Wunsch unseres Senseis) mit Euch teilen:

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* Grundlagen *, Aikido / Budo, Menschliches, Selbstverteidigung

Aikido macht Spaß

Geraldine und Peter Roskothen | 1. März 2008

Neben dem tieferen Sinn von Aikido macht es Euch offensichtlich auch Spaß, denn die Mitgliederzahl des Shingen-Aikido-Dojo wächst stetig. Aber nicht auf die Anzahl der Mitglieder kommt es an, sondern auf die Menschen selbst und wir sind sehr glücklich mit Euch allen gemeinsam trainieren zu dürfen. Es macht uns unheimlichen Spaß, das muß mal gesagt werden.

Gestern hatten wir Gelegenheit einmal ein aktuelleres Foto von den meisten Mitgliedern zu machen. Leider fehlt immer der eine oder andere auf so einem Foto. Wir wissen aus eigener Erfahrung, daß es manchmal unheimliche Mühe macht zum Training zu gehen. Einige von Euch kommen sogar einen sehr weiten Weg zu uns (nicht “nur” aus Vorst, Kempen, Krefeld und Umgebung). Das ist eine riesen Leistung und macht uns sehr glücklich!

Mitglieder vom Shingen-Aikido-Dojo in Vorst bei Kempen Krefeld Mönchengladbach Viersen Nettetal Grefrath

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Gewalt in Deutschland – Budo hilft

Peter Roskothen | 13. Januar 2008

Gewalt hat es in Deutschland schon immer gegeben und sie ist nicht erst seit dem brutalen Überfall auf den Schuldirektor in der Münchener U-Bahn akut. Natürlich rückt diese Art von Gewalt gerade jetzt in den Blickpunkt der Medien, denn es gab Videoaufnahmen, welche den Medien in der Deckung der Sensationsgier ihrer Zuschauer entgegen kommt. Aber es gibt noch ganz andere Arten von Gewalt, sei es in der Ehe, eine Vergewaltigung, ein Mißbrauch, das Mobbing, das Stalking oder die Erpressung, die von Medien gar nicht oder nur unzureichend gezeigt und besprochen werden. Auch die leidliche Diskussion um härtere Strafen wird keinen dieser asozialen Menschen abschrecken, das beweist schon die Todesstrafe. Ich vermute, daß sich entgegen der Meinung des Focus-Magazins mit Nutzungsmöglichkeiten des Handys in der U-Bahn keine solche Straftat verhindern läßt, denn ein Anruf dauert lange und bis die Polizei auf solch einen Notruf reagieren kann, ist der Überfall vermutlich in den meisten Fällen bereits passiert.

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Zanshin & Mushin

Geraldine und Peter Roskothen | 28. Dezember 2007

Angela hat in Ihrem Artikel den Begriff “Zanshin” schon einmal erläutert. Hier ist noch einmal ein Versuch Zanshin zu erläutern und gegen Mushin abzugrenzen:

Liest man bei Sensei Phong Thong Dang und Lynn Seiser nach, so erfährt man folgendes (übersetzt aus dem Englischen):

“Zanshin ist die bleibende Verbindung, die noch lange nach der Ausführung der Technik besteht. Zanshin ist die Fähigkeit eine Verbindung einzugehen und zu halten. Zanshin ist das, was man als Leser dieses Buches hinterher mitnimmt.”

Es ist wohl genau das, was auch bei einer Teezeremonie statt findet und während und nach einem Aikido-Training da sein sollte: daß man sich verbindet mit seinem Gegenüber, daß es kein abruptes Ende nimmt, sondern daß man verbunden bleibt und sich weiter mit seinem Gast oder Meister (Teezeremonie) bzw. seinen Mitschülern und Lehrern (Aikido) verbunden hält. Nur mit der Verbindung funktionieren auch die Techniken am besten und man bleibt beim Partner/Gegner auch nach der Technik. Das hat auch den Grund des Bewachens, des Überprüfens, ob der Parnter/Gegner wieder angreift. Aber auch den Grund des Respektes.

Im Film “Der letzte Samurai” wird Tom Cruise in einer dunklen Straße von vier oder fünf Schwerkämpfern überrascht. Er tötet alle bis auf einen sofort und ist hinterher noch in Gedanken bei Ihnen. Er erinnert sich an die gesamte Szene. Eine Art Respekt und Verbindung. Ich vermute, daß die Szene Zanshin vermitteln möchte. Einer der Angreifer lebt noch und erhebt sich wieder und Tom Cruise merkt dies auch mit zugewandtem Rücken durch die Verbindung – Zanshin.

Ebenfalls ist eine Deutung von Mushin ist in dem Film vertreten bei einer Kampfszene mit bokken (Holzschwert). Dort sagt der junge Mann (der in Wirklichkeit ein sehr guter Budoka ist) zu Tom Cruise:
“No mind.” Er deutet auf die Umstehenden und sagt er solle alles um ihn herum vergessen, um die Technik perfekt auszuführen.

Mushin bedeutet leerer Geist, sich zu vergessen, sich zu leeren. Das ist vergleichbar mit der Teezeremonie (Chado). Auch dort versucht man den sehr schwierigen Zustand von Mushin zu erreichen. Und auch dort spielt Zanshin eine große Rolle. Es gibt viele Arten von DO, die alle diese Begriffe und Inhalte vermitteln und mit ihnen leben: Bu-do, Cha-do, Ken-do, Karate-do, Kyu-do, Ai-ki-do und etliche Künste mehr, wenn sie gut ausgeführt werden und nicht dem Wettkampf, Gürtelfarben oder Punkten dienen.

Bei der Recherche hat uns Akiko-san sehr geholfen. Akiko-san ist Meisterin der Edosenke-Teezeremonie und wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen!

Sollten wir hier etwas falsch erläutert haben, oder Sie haben beim Lesen Ergänzungen gefunden, wären wir sehr dankbar für Kommentare. Danke!

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Das Dojo – Ein Ort der Sammlung

Michael | 22. Mai 2007

Ein Dojo ist ein Ort der inneren Sammlung und besitzt daher einen würdevollen (heiligen) Charakter. Hier werden keine Tätigkeiten verrichtet, die nicht in Bezug zum Lernen bzw. Üben stehen. Durch die genaue Vorgabe der Einrichtung eines Dojos, wird ihm dieser tempelartige Charakter verliehen.

Seine vier Seiten stehen für die vier verschiedenen Himmelsrichtungen (shiho). Die so genannte Ehrenseite eines Dojos heißt „Kamiza“ und beschreibt den Ort wo sich die Götter (Kami) befinden. Sie befindet sich gegenüber dem Eingang und beherbergt auch den Schrein (Shinzen), der O’Sensei gewidmet ist.
Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich „Shimoza“. Dies ist die Seite, auf der die Schüler sitzen. Die Anfänger sitzen auf der rechten Seite und mit zunehmender Erfahrung darf sich ein Schüler weiter links platzieren. Zuschauer und geladene Gäste sitzen auf der rechten Seite eines Dojos. Sie wird „Shimozeki“ genannt. Die verbleibende Seite heißt „Joseki“ (auch „Yoseki“) und bietet den vom Lehrer geladenen Assistenten platz.

Diese Organisation ist ein Sinnbild für eine Rotation. Man beginnt ganz rechts bei Shimozeki, entwickelt sich entlang Shimoza Schritt für Schritt zu Joseki und wird selbst mit der Zeit zu einem Lehrer.

dojo shiho

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Indisches Bildnis zur Toleranz – Vier Blinde erfahren einen Elefanten

Peter Roskothen | 15. Mai 2007

Jeff Sensei aus Mauii hat uns diese Geschichte zukommen lassen. Wir mögen sie gerne, denn Sie hat viel mit Aikido, Aufmerksamkeit und Toleranz zu tun:

“Vier blinde Menschen erfahren einen Elefanten. Diese vier Menschen sind nie einem Elefanten begegnet und sie berühren ihn, in dem Wunsch dieses neue Phänomen zu verstehen und beschreiben zu können. Einer fasst den Rüssel und denkt es sei eine Schlange. Der Zweite erforscht das Bein des Elefanten und denkt es sei ein Baum. Der Nächste faßt den Schwanz und denkt es sein ein Seil. Der vierte Blinde ertastet die Seite des Elefanten und denkt es sein eine Mauer.

Jeder der blinden Männer entdeckt den Elefanten. Und doch beschreibt jeder dasselbe Tier in einer eigenen radikal anderen Art.

Wenn wir nur alle wirklich sehen könnten…”

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Shugyo

Geraldine und Peter Roskothen | 9. Mai 2007

Schon in dem Artikel über Shu – Ha – Ri haben wir kurz den Begriff “Shugyo” verwandt. “Shugyo” (oder auch “Shugio” geschrieben) ist ein Begriff, der offensichtlich verschiedene Bedeutungen haben kann. Früher war ein “Shugyosha” ein Budoka, der von Dojo zu Dojo zog, um dort weiter zu lernen.

Der Begriff “Shugyo” setzt sich aus den zwei Silben zusammen: Shu bedeutet soviel wie Disziplin, Respekt, Lernen und Gyo bedeutet soviel wie Kunst. Vielleicht soviel wie “die Kunst erlernen”.

“Shugyo” ist ein sehr schwierig zu erklärender Begriff und bedeutet im übersetzten Sinne offenbar auch soviel wie “den Geist schmieden” oder “den Geist polieren”. Es bedeutet Geist und Körper in Einklang zu bringen und sich selber herauszufordern. Das wiederum bedeutet, aufrichtig zu sein, an sich selbst zu arbeiten und über seine Grenzen zu gehen. Vor allem aber seine Fehler zu erkennen und aus der Komfortzone herauszukommen.

Shugyo scheint mit Misogi (Reinigung) daherzukommen. Offensichtlich kann man Shugyo jeden Tag praktizieren, indem man unliebsame Aufgaben erledigt und zum Beispiel Ordnung in seinem Leben schafft. Natürlich kann das so etwas sein, wie Aufräumen, das Bett machen, seinen Gi selbst waschen, sich um den Abwasch kümmern. Aber im Grunde geht es darum, den Geist offen zu machen, ihn rein zu machen und sich selbst gegenüber ehrlich zu sein. Also sich nicht hängen zu lassen, sondern zu reifen.

Auf dem körperlichen Level kann man Shugyo durch wiederkehrende Bewegungen gut praktizieren. Das kann das Putzen der Tatami sein, oder das bewußte Sitzen und Atmen, einhergehend mit Disziplin.

In Deutschland ist das Shugyo im Leben sicher oft unbequem und unbekannt. Das fängt schon in der Schule an, in der man sein Papier unachtsam wegwirft oder die Schuhe nicht sauber macht beim Eintreten. Man überläßt das Putzen jemand anderem. In Japan putzen Schüler ihre Schule selbst und machen sauber. Das ist eine Art der Disziplin und Selbstüberwindung, die dazu geeignet ist, mit sich selbst ehrlich zu sein, sich über seine eigenen Grenzen der Faulheit und Unreinheit hinwegzusetzen.

Natürlich kann Shugyo auch bedeuten etwas Neues zu erfahren, in ein fremdes Dojo zu gehen und sich diszipliniert und respektvoll zu benehmen. Oder zu einem fremden Lehrgang zu gehen, der mit völlig neuen Herausforderungen aufwartet und in dem man sich sehr bescheiden aufführen muß. Bescheiden zu sein kann überhaupt nie wirklich schaden, denn wir sind alle mit großen Fehlern durch das Leben, welche man angehen kann und möchte, wenn man Shugyo praktiziert.

Shugyo praktiziert in unserem Verständnis jeder, der in ein Dojo geht, welches nicht einfach nur zum Wohlsein gereicht. Jeder der ein gutes Dojo besucht, praktiziert Shugyo, denn er überwindet sich selbst, geht regelmäßig zum Training und versucht so bewußt oder unbewußt an sich zu arbeiten, etwas aus sich zu machen. Je mehr er übt und an sich arbeitet, desto intensiver sein Shugyo und damit seine Reife.

So hat Shugyo sicher etwas mit Askese zu tun, sich auf das Wesentliche zu beschränken, seinen Geist zu reinigen, sich zu überwinden, an sich zu arbeiten, zu reifen. Und so wenig wie man über den Begriff lesen kann, hat er wohl für viele eine andere Bedeutung. In jedem Falle hat man mit dem Offensein und dem reinen Geist eine andere Art Aufmerksamkeit und kommt mit Shugyo so auch dem Shingen, der hohen Aufmerksamkeit näher.

Wer mehr weiß über den Begriff, ist herzlich gebeten es zum Beispiel als Kommentar beizutragen. Wir arbeiten daran den Begriff weiter zu ergründen.

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Aikido ist kein Sport

Peter Roskothen | 5. April 2007

Aikido mit “Sport” oder “Kampfsport” zu bezeichnen ist falsch. Budo war und ist in seiner wahren Form niemals Sport.

Schon O´Sensei hat festgestellt, daß es im Bujitsu (daraus entstand dann Budo) immer um das Leben und den Tod ging, nicht jedoch um Zeitvertreib. Sport ist eine Jubelveranstaltung, eine Veranstaltung um zu gewinnen, das Ego zu befriedigen. Sport hat mit Wettbewerb zu tun, mit Beckerfaust mit Kampf und Siegen. Deshalb gibt es dort auch so viele Verlierer.

Aikido oder auch Tai-Chi und ähnliche Künste als Sport zu bezeichnen ist einfach falsch verstanden. Im Aikido geht es um Tugenden, Respekt, Mitgefühl, Liebe, Frieden, Meditation, Konzentration, Ki-Fluß, Spiritualität, das Miteinander und vieles mehr. Es geht um Friedfertigkeit und Selbstbeherschung. All das sind die Gegenteile von Sport. Die Verirrungen in der Sprache sind schlimm und verwirrend, denn so werden auch Sportarten wie Kickboxen in eine Schublade mit Budo geschoben, obwohl sie dort überhaupt nicht hingehören. Die vielleicht schönste knappe Beschreibung von Aikido oder Budo ist “Kampfvermeidungskunst”. Man kann sicher Bücher über die genauen Bezeichnungen schreiben, am besten jedoch macht man Aikido und lernt so was es wirklich ist: das Arbeiten an sich selber.

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“Shu Ha Ri” – die Lernstufen im Budo / Aikido

Peter Roskothen | 4. April 2007

“Shu-Ha-Ri” ist der japanische Begriff für die Entwicklung beim Lernen von Budo / Aikido.

“Shu” bedeutet laut Masayuki Shimabukuro entweder “erhalten” oder “gehorchen”. Der Anfang vom Aikido-Training ist hier gemeint, in dem der Schüler mit Enthusiasmus lernt, was der Lehrer zeigt. Ein Teil davon ist die Akzeptanz der Korrektur durch den Lehrer (Anm.: besser sogar die Dankbarkeit dafür), aber wie alles im Leben hat auch “Shu” noch eine andere Seite, nämlich den Schutz des Schülers durch den Lehrer. Für den Lehrer / Sensei bedeutet das, den Schüler zu motivieren, ihm das Lernen zu erleichtern und den Schüler zu fördern.

Ziel der “Shu”-Stufe ist das Erlernen gleicher Formen und Techniken, die bei allen Schülern die gleichen Anlagen haben sollen, gleich welcher Charakter, welcher Körper und welche Voraussetzungen. Diese Formen und Techniken sind die Grundlage für alle zukünftigen Aktivitäten, das Weiterlernen.
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Aikido und Waffen

Peter Roskothen | 12. März 2007

Aikido entstand zu einem großen Teil aus der Schwertkunst. Es ist daher nicht verwunderlich, daß man auch Waffen im Aikido trainiert. Jo und Bokken/Ken sind nur zwei von vielen Waffen, die im Aikido Platz haben. Darauf hatte sich O´Sensei Morihei Ueshiba in seinem Alter konzentriert. Weiterhin lernt man auch auf das Tanto (Messer) und moderne Waffen zu reagieren oder besser zu agieren. Das können auch mal Flaschen sein, mit denen man angegriffen wird.

Mit dem Jo und dem Bokken zu trainieren, hilft vielen Aikidoka auch im Verständnis des waffenlosen Trainings (Taijutsu) und anders herum.
Man lernt die Waffen durch das Training einzuschätzen in Reichweite, Handhabung, Schnelligkeit und Verletzungsrisiko. Wenn wir Jo/Ken-Suburi oder Kumi-Jo/-Tachi üben, dann dient es nicht nur dazu, den Abstand, die Reaktion, die Aufmerksamkeit zu schulen, sondern auch den Respekt vor der Waffe zu bekommen. Auch lernt man mit der Angst umzugehen, die man vor einem Angriff mit Waffen hat. Erst durch das Üben mit der Waffe, weiß man, wie sie wirkt und wie weitreichend sie ist.
In der Übung mit den Waffen finden wir auch uns selbst wieder. Das ist schwerer zu erklären als zu erleben, wenn man es denn ein paar Jährchen (oder besser Jahrzehnte) übt und immer wieder drüber nachdenkt. Aber O´Sensei hat es in einem Dõka (jap. Gedichte über den Weg) trefflich beschrieben:

“Der druchdringende Glanz eines
Schwertes, das von einem Mann
des WEGES geführt wird, schlägt
nach dem bösen Feind, der
tief im eigenen Körper und Geist lauert.”

Zitat Morihei Ueshiba aus Budõ

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Was ist Aikido oder das Prinzip des Nicht-Streitens

Jörg Stappen | 21. Februar 2007

Aikido zählt zu den Budosportarten, die im Deutschen als “Kampfkunstsportarten” bezeichnet werden. Dabei ist Budo der zusammenfassende Name für alle japanischen Kampfkünste, wie Judo (Ringen), Karatedo (Schläge und Fußtritte), Kendo (Fechten), Iaido (Schwert), Kyudo (Bogenschießen), Jodo (Stock) und viele mehr. Wie diese hat auch Aikido seinen Ursprung in Japan und teilt einen guten Teil seiner Eigenschaften mit den anderen Budoarten.

Dennoch nimmt Aikido eine Sonderstellung ein. Das Training erinnert zwar anfangs an Selbstverteidigung und ist auch hervorragend als solche geeignet, trotzdem gibt es in Aikido keinen Wettkampf, keine Angriffstechniken, keinen Gegner und man gebraucht keine Körperkraft, sondern Geschicklichkeit und Aufmerksamkeit, um zum Erfolg zu kommen. Dabei zählt gerade das Prinzip des Nicht-Streitens zur größten Tugend des Aikido, denn die im Training erzielte Aufmerksamkeit soll es dem Ausübenden ermöglichen, einen Kampf im Vorfeld im Keim zu ersticken. Kommt es dennoch zur körperlichen Auseinandersetzung, so ist es das Ziel, den Angreifer auf möglichst für ihn unschädliche Weise von seinem fantalen Handeln abzubringen. Weiterlesen & Fotos ansehen »

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Aikido Kanji – und deren Bedeutung

Peter Roskothen | 19. Februar 2007

Die schönste Erklärung zu den “Ai Ki Do” Kanji (chinesische Schriftzeichen), fanden wir im Duisburger Ki-Aikido-Dojo von Sensei Thomas Rohner. Thomas hat uns die Erlaubnis gegeben, seine Erklärung hier zu veröffentlichen. Man muß das Rad schließlich nicht immer neu erfinden :-) . Bitte schaut auch mal auf der Webseite des Ki-Aikido-Dojo Rhein-Ruhr nach. Dort gibt es noch weitere, sehr interessante Informationen zu Aikido und einen Seminartermin mit Christopher Curtis Sensei aus Maui am 28./29.04. zu dem Sensei Thomas Rohner alle Mitglieder des Aikido-Shingen-Dojo herzlich eingeladen hat (Kosten Tag EUR 50,-, 2 Tage EUR 90,-). Hier die Zeichnung und Erklärung:

Aikido Kanji Erklärung des Ki-Aikido-Dojo Rhein-Ruhr. Mit freundlicher Genehmigung von Sensei Thomas Rohner. Herzlichen Dank!Aikido Kanji Erklärung des Ki-Aikido-Dojo Rhein-Ruhr. Mit freundlicher Genehmigung von Sensei Thomas Rohner. Herzlichen Dank!
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Shingen-Aikido-Dojo

Peter Roskothen | 2. Februar 2007

Von nun an nennen wir uns “Shingen-Aikido-Dojo”. Natürlich ist das nur ein Name, aber man muß einem Kind ja einen Namen geben. Wenn man den japanischen Begriff “Shingen” online übersetzen läßt, heißt es soviel wie “Epizentrum” oder “Erdbeben” :-) . Das freut uns natürlich und passt vielleicht auch ganz gut.
Gemeint ist aber mehr der vierte Level der Aufmerksamkeit von Masayuki Shimabukuro´s Definiton. Nicht, daß wir denken, bereits so aufmerksam zu sein, aber es ist unser Ziel eine hohe Aufmerksamkeit zu erlangen und weiterzugeben. Aikido und damit das Bestreben nach dieser Art von Erkennen, Objektivität und Aufmerksamkeit wird im Shingen-Aikido-Dojo in Vorst gelehrt.

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Ist Budo für Frauen geeignet? Frauen im Aikido (Selbstverteidigung)

Geraldine und Peter Roskothen | 19. Januar 2007

Immer wieder fragen sich Mädchen und Frauen, ob Karate, Judo, Tai Chi und andere Budoarten auch für sie selbst geeignet sind. Natürlich sind diese Budoarten sehr gut für Frauen geeignet, aber in vielen dieser Budoarten sieht man leider nicht so viele weibliche Mitglieder (das hängt aber auch sehr vom Dojo und noch viel mehr von den Lehrern ab).

Im Aikido ist es häufig so, daß Frauen sogar zahlenmäßig überlegen sind. (Anm.: In Berlin gibt es ein Dojo nur für Frauen “Aikido Frauen Dojo”, welches sicher auch einen tollen Zusammenhalt hat.)

Wir persönlich (Geraldine und Peter) trainieren sehr gerne miteinander und haben auch in dem vorherigen Dojo in Kempen immer mit sehr gemischten Gruppen trainiert. Nicht nur trainierten dort auch Frauen und Männer gemeinsam, sondern auch Erwachsene mit Kindern und Jugendlichen. Zum einen hilft es den Männern die mit Kindern und Frauen üben, die Techniken nicht mit Kraft, sondern ohne Bizeps zu erlernen. Zum anderen ist Aikido für Frauen und Kinder eben wegen der Techniken prädestiniert. Kinder und Frauen benötigen bei Aikido keine Kraft und lernen oft sogar einfacher die Techniken, weil sie in der Regel gar nicht auf die Kraft zurückgreifen können wie Männer. All dies mag auch der Grund sein, warum so viele ältere und alte Menschen Aikido üben können. Die Techniken (und damit auch die Selbstverteidigung) können ohne Kraft auskommen und sind extrem effektiv.

Für das Aikido und alle Übenden bedeutet das einen sehr sozialen Charakter, der zur Förderung des Miteinanders führt. Alle Menschen können sich so von allen anderen die guten Dinge und Eigenschaften abgucken.

Trotzdem bieten wir auch spezielle Selbstverteidigungskurse für Frauen an. Dazu muß man nicht Vereinsmitglied sein, aber wir bitten um eine Spende für den Verein. Bei Interesse mailen Sie uns doch bitte oder rufen uns einfach an.

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Warum ich Aikido trainiere…

Peter Roskothen | 18. Januar 2007

Die Frage ist inspiriert durch den sehr offenen Artikel von Reynosa-Sensei im Newsletter Mitte 2005. Was Reynosa-Sensei hier beschreibt sind Höhen und Tiefen in über 30 Jahren Aikido.

Ich kann “nur” auf sechs Jahre Aikido zurückblicken. Das ist so, als könne man ein bißchen laufen, fiele aber doch immer noch auf die Knie. Budo wird mehr in Jahrzehnten bemessen, als in Jahren oder Monaten. Das wird viele Anfänger vielleicht überraschen, die schnelle Erfolge wittern. Die Selbstverteidigungskomponente würde vielleicht in Monaten erlernbar sein. Aber es geht um viel mehr.

Wer mit 38 Jahren anfängt Aikido zu üben und nie vorher mit Budo in Kontakt war, der ist gewillt etwas neu anzufangen, etwas auszuprobieren und von ganz unten anzufangen. Eine gute Übung im Leben, denn der Neuanfang passiert vielen Menschen im Beruf, im Privatleben und auch im Freundeskreis immer wieder. Selbst Schulen durchläuft man sein Leben lang. Man lernt nie aus und wer noch gewillt ist immer dazuzulernen, der hat sicher deutliche Vorteile im Leben, der bleibt viel länger jung.

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Waffentraining im Aikido

Geraldine und Peter Roskothen | 15. Januar 2007

Im Aikido sind neben dem waffenlosen Training (Taijutsu), auch Aikijo (Training mit dem jo) und Aikiken (Training mit dem bokken) Trainingsinhalte. Wir trainieren in Vorst diese und weitere Waffen (tanto, iaito) regelmäßig. Das Üben mit bokken (Holzschwert) und dem jo (Holzstock) trägt viel zum Verständnis des waffenlosen Taijutsu bei, denn hier kann sehr gut das richtige Timing und der richtige Abstand (maiai) geübt werden. Viele der Bewegungen helfen dem Verständnis für den Bewegungsablauf im waffenlosen Training. Manch einer der sich mit Techniken des Taijutsu schwer tut, kann durch Aikijo oder Aikiken dazulernen.

Gelernt werden kihon (Grundtechniken) katas; eine Bewegungsabfolge von Angriffen und Abwehren. Beides sieht von außen nach Show oder Choreographie aus, ist aber vor allem im partnerschaftlichen Umgang des Trainings eine Notwendigkeit, weil ein freies Training selbst bei sehr erfahrenen Aikidoka ein großes Verletzungsrisiko böte.

Alle Waffen genießen im Aikido größtmöglichen Respekt. Wer die Grundregeln der Etikette nicht lernt und diese nicht in sein Herz einschließt, wird sich oder andere unweigerlich verletzen und großen Schaden zufügen. Die Etikette ist nicht nur im Aikido die Form, ohne die Inhalte nicht gelernt werden kann. Allerdings ist in unserer Überzeugung nur eine echte Etikette, die von Herzen kommt, in der Lage die Aufnahmefähigkeit für die Inhalte zu erlangen. Im gesamten Waffentraining geht es nicht um die Befriedigung des Egos durch Angriffe oder ein Siegen, sondern um ganz andere Werte, die sich jedem erschließen, der genau aufpasst. In guten Akidoschulen wird nur im verantwortlichen Miteinander gelernt. Die soziale Komponente steht ganz weit vorne. Ohne die nötige Ethik und die Wertevorstellungen ist kein Waffentraining möglich, welches sowieso erst von fortgeschritteneren Schülern erlernt werden darf.

bokken jo aikijo aikiken

Es geht wie im waffenlosen Training bei beiden Waffenübungen immer um das Schleifen des Charakters und nie um Zerstörung. Vorraussetzung für alle Waffenübungen sind größtmögliche Konzentration und Zanshin, beides tolle Fähigkeiten auch für das Leben insgesamt, die auch durch Aikijo und Aikiken erlernt werden. Verantwortlichkeit, welche in der heutigen Gesellschaft kaum noch vorkommt, wird vor allem auch beim Umgang mit Waffen vorausgesetzt und gelehrt.

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Werte

Peter Roskothen | 14. Januar 2007

In Deutschland und vielen anderen Teilen dieser Welt scheinen mir doch die meisten unserer Werte durchaus überdenkenswert, ja machen mich zum Teil sehr nachdenklich. “Schneller, Höher, Weiter” kennt man aus dem Sport. Das Siegen über andere, die Beckerfaust, die sich auch im sehr unintelligenten Fussball durchgesetzt hat, sieht man sogar in Zeitungen auf Seite Eins.

Warum? Weil es scheinbar darum geht über andere zu siegen. Es geht im Gegenteil um ganz andere Werte, das lehrt nicht nur unsere Vergangenheit. Es geht um ein soziales Miteinander, in dem man andern hilft, für sie da ist, für schwächere, finanziell arme und depressive Menschen eine Stütze bildet. Es geht nicht um Ellebogen die andere aus dem Weg räumen, sondern um Zuwendung für den anderen, für Tiere, für diesen Planeten. Wir befinden uns in dieser deutschen Gesellschaft zu großen Teilen in völlig falschen Wertesystemen, auf dem völlig falschen Weg: In der Schule geht es um gute Noten, beste Leistungen, Wissenschaft und Lernen. Immer öfter gehen da die völlig falschen Werte einher mit den Zielen unserer Tageszeitungen und Politiker. Scheinbar geht es darum der Beste zu sein in Lernsystemen, die auf soziales Engagement keinen Wert legen, dies nicht richtig vorleben und am Thema vorbei erziehen. Nicht nur lernt man nicht oder viel zu wenig die schönen Künste wie Malerei, Fotografie, Poesie, Phantasie, Kochen, Erfindungsreichtum, man bremst diese zu Gunsten falscher Diziplinen völlig aus. Mathematik ist so unwichtig wie nur was, wenn so definierte Intelligenz-Genies nicht in der Lage sind eine Bindung einzugehen, Verantwortungen im Leben zu übernehmen und sich neben Ihres wissenschaftlichen Jobs auch um Ihre Eltern und Kollegen zu kümmern (man schaue sich bloß diesen Versager Einstein an). Weiterlesen & Fotos ansehen »

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Aikido – Suburi (Waffenübungen)

Peter Roskothen | 13. Januar 2007
Ich habe mich doch oft gefragt, wo man ein bisschen mehr Input über Waffentechniken (Suburi sind Stock- und Schwertübungen) im Aikido bekommen kann. Für alle Fans von Aikido und solche, die Aikido gerne einmal ansehen möchten, ist hier ein kleiner Ausschnitt von Aikido Suburi zu sehen.

Aikido wird aber nicht nur, sondern auch mit Waffen geübt. Überhaupt ist Aikido eine sehr defensive Kampfkunst, die nur auf den ersten Blick ausschließlich mit Selbstverteidigung zu tun hat. Viele weitere Inhalte und Ziele dieser Budoart erschließen sich erst mit der Zeit: Meditation, die Erforschung des Egos mit allen Stärken und Schwächen, Respekt, Demut, Ethik, Aufmerksamkeit und vieles mehr.

Vieles zum Thema Aikido findet man auch in Videos anderer Seiten >>

Aikdio ist allerdings in Wirklichkeit wesentlich weniger spektakulär als auf manchen Videos oder Vorstellungen von Aikido (z.B. Budo-Galas) zu sehen ist. Deshalb kennen auch nur wenige Menschen Aikido. Viele kennen Judo, Karate oder Kung-Fu. Das sind ursprünglich Budoarten die ähnliche Ziele verfolgen wie Aikido (das Erkennen des Ego, die Vermeidung von Konflikten, Aufmerksamkeit). Es ist schade, daß Aikido in Deutschland noch nicht bekannter ist, denn es hat einen großen Wert für das Erkennen und Bewältigung von Aufgaben im Leben. Aikido kann von Menschen jeden Alters begonnen werden (wir haben mit 38 Jahren begonnen) und ausgeübt werden. Das mag in manchen anderen Budoarten anders sein. Judo z.B. ist oft als Wettkampfsportart zu sehen, bei der meist junge Menschen teilnehmen, da es neben Technik auch mit Kraft zu tun hat. Aikido hingegen vermeidet Kraft und hat viel mit Kunst zu tun.
Das mußte als kleine Einführung mal gesagt werden, so finde ich :-)

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Ein paar Fotos vom Training

Geraldine und Peter Roskothen |

Hier ein paar Fotos vom Training, damit das Ganze nicht so trocken ist… :-) . Die Fotos oben sind bei verschiedenen Techniken entstanden, die anderen sind Aiki-Jo Training mit Waffen. Zum Waffentraining in Kürze mehr Informationen. Aikido ist optisch nicht sonderlich spektakulär, sondern sehr harmonisch. Fotos werden immer gerne beim Wurf geschossen, damit man optisch die Wirksamkeit herüber bringt. Viele Techniken hingegen sehen nicht danach aus, sind aber ebenso effektiv…

Aikido sieht selten spektakulär aus, wirkt aber.Aikido sieht selten spektakulär aus, wirkt aber.Hier ein Wurf. Das überlebt man tatsächlich.Hier ein Wurf. Das überlebt man tatsächlich.Noch ein Wurf...Aikido Kempen Krefeld VorstAikido Duesseldorf VorstUnd noch einer…Aikido Vorst Krefeld Toenisvorst Nettetal Grafrath Viersen SüchtelnMa Ukemi – Rolle nach vorne nach Wurfaiki-jo, Waffentraining mit dem joaiki-jo, Waffentraining mit dem joaiki-jo, Waffentraining mit dem joaiki-jo, Waffentraining mit dem jo

Alle Fotos von Lothar Neumann. Herzlichen Dank Lothar!

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