Nimm eine Prise Ai, etwas Ki und mache es so zu Deinem Do

Aikido - Harmonie

Ein Rezept fürs Leben! Nimm eine Prise Ai, etwas Ki und mache es so zu Deinem Do!

Oder: Warum AiKiDo für jeden etwas sein kann!

Ein kurzes Vorwort:

Die nachfolgenden kurzen „Kapitel“ stehen alle für sich. Es spiegelt meine ganz persönliche Wahrnehmung von „Aikido“ und hat daher keinen Anspruch auf Richtigkeit und muss daher nicht zwangsweise für jeden funktionieren. An dieser Stelle sei daher auf die Kurzgeschichte „Die Blinden und der Elefant“ verwiesen, die Peter-Sensei (soviel wie: Lehrer) mal vor einem Training mit uns besprochen, und sich daher besonders gut eingeprägt hat. Ich verzichte bewusst auf viele Fremdwörter/Fachbegriffe und möchte so den Text möglichst zugänglich für alle halten.
Vielen Dank für Euer Verständnis!
Lieben Gruß an alle,
Holger

(PS: Es war eine tolle Zeit & nochmals vielen Dank für die schönen Stunden mit Euch!)

1. Martial-Arts

Dieses Rezept, welches ich hier erwähne begann für mich mit einem Buch über einen deutschen Jungen, der seine Liebe zu Kung-Fu fand. Julian Jacobi, aus Solingen, beschreibt in seinem Buch „Sprung ins Leben: Mein langer Weg nach Shaolin“ wie er selbst zu Martial-Arts fand und so seine Einheit von Körper und Geist kreieren konnte. Dieses Buch faszinierte mich so, dass es mich selbst motivierte Kung-Fu auszuprobieren und meldete mich prompt bei einem Dojo, welches auf dem Arbeitsweg lag, zu zwei Wochen Probetraining an.
Während dieser Zeit stellte ich fest, dass diese Ausführung einer Martial-Art doch nicht das war, was ich mir unter diesem Begriff vorgestellt habe. So begab ich mich auf die Suche nach etwas was eventuell mehr „Meditation“ beinhaltet und weniger „Drill“. So hörte ich von Tai-Chi und Qi-Gong. Für Tai-Chi fand ich leider keine passende Trainingsstätte (Weg+Zeit passten hier ärgerlicherweise nie). Ein Qi-Gong Training offenbarte mir leider einen Weg, der für mich zu unsportlich ist. Ich suchte schon nach etwas, was sowohl Selbstverteidigung schulte, meditativ ist und auch etwas „Sport“ ist. Meine Suche ging also weiter.

2. AiKiDo

Meine Suche äußerte sich hauptsächlich in stundenlangen Internetrecherchen und dem Anschauen von Videos, in denen Praktizierende tolle Bewegungen und Bewegungsabfolgen vorführen um ihre Kampfkunst möglichst attraktiv darzustellen.
So bin ich auf die (für mich damals) recht unbekannte japanische Kampfkunst AiKiDo gestoßen. Sie sollte besonders Harmonisch und friedfertig sein. Das „Opfer“ eines Angriffes solle möglichst den Angreifer nicht schaden und maximal die Energie gegen ihn selbst lenken. Darüber hinaus könne man im AiKiDo selbst nicht angreifen und könne nur die Techniken ausführen, wenn man selbst angegriffen würde. Die Videos im Internet zeigten würdevolle und leichte Bewegungen, die schon fast an Grazilität kaum zu überbieten waren und eher einem Tanz als einer Kampfkunst ähnelten. Das Ganze machte mich neugierig und ich fand ein Dojo ganz in meiner Nähe, in Anrath. Dort wurde mein Wunsch nach einem Probetraining wärmstens von Peter-Sensei begrüßt und ich wurde direkt zum nächsten Training (abends am gleichen Tag) von Ihm herzlich am Telefon eingeladen. Ich fühlte mich auf Anhieb wohl.

3. Das „Rezept AiKiDo“

Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch, daher passt AiKiDo vom Grundsatz sehr gut zu mir. Ich denke im tiefsten Inneren wünscht sich jeder Mensch Harmonie („Ai“), also sein persönliches Gleichgewicht aller Dinge in ihm und um ihn herum. Hierbei kann meiner Ansicht nach Aikido sehr gut helfen.
Man starte also mit der gewünschten Menge „Ai“ bei diesem Rezept!
Beim AiKiDo spiegelt sich diese Harmonie in vielen Dingen wieder: Sei es bei der richtigen Einschätzung der Distanz zueinander während den Übungen, oder dem ausgewogenen und höflichen, sozialen Miteinander und Wertschätzung des Gegenüber beim Training bis hin zum harmonisieren des Energieflusses („Ki“).
Man nehme also noch eine gute Portion „Ki“ hinzu!
Für mich beschreibt es auch in gewisser Weise das miteinander beim Training, aber auf einer anderen Ebene. Dies verdeutlicht die Betrachtung einer (allgemein gehaltenen) Betrachtung einer Begegnung miteinander:
Der Angreifer gibt seine Energie in die gemeinsame Aktion hinein. Seine „Aggression“ äußert sich in einer Bewegung, dem Angriff (z.B: Schlag, Griff, Tritt, etc.). Er erzeugt also rein physikalisch betrachtet „Bewegungsenergie“. Das wirklich (für mich) tolle beim Aikido findet nun genau in diesem Moment statt: In diesem Moment holt das „Opfer“ nicht wie etwa in anderen Kampfsportarten oder anderen Selbstverteidigungstechniken zum „Gegenschlag“ aus, oder überlistet seinen Angreifer durch einen „Trick“. Nein, der Aikidoka nimmt seinen Gegenüber genau so an wie er gerade in dem Moment ist! Sowohl mental als auch körperlich. (Der Angreifer hat ja immerhin auch seine ganz persönliche Vorgeschichte und somit seine Gründe warum er sich hat zu dieser Aktion, dem Angriff, verleiten lassen. Er hat seine ganz eigene, persönliche Wahrheit.)
Der Aikidoka nimmt den Angriff, also die Bewegung des Angreifers und somit letzten Endes die Aggression des Angreifers sanft an. Dann wird diese Bewegung und der Angreifer weich umgeleitet und bringt ihn so meist aus dem Gleichgewicht. Sprich: Es wird also sanft und friedlich gezeigt, dass seine Aggression der falsche Weg bzw. nicht aufrechte Weg („Do“) zu einem freundlichen und höflichen Miteinander ist. Zu guter Letzt wird meistens noch eine Haltetechnik ausgeübt um den Angreifer zu fixieren, bis dieser zur Ruhe kommt, sich besinnt und seine Aggressionen fallen lässt.
Vermische diese zwei Zutaten, „Ai“ und „Ki“ und mache es zu Deinem „Do“!
Es ist wichtig, dass auch Aikido für einen selbst passt. Es ist wie mit einem Rezept, welches sich vom Grundsatz und den Zutaten her gut liest und Appetit auf mehr macht! Man kocht es das erste mal und probiert es aus. Wenn es schmeckt wird es das nächste mal genau so nochmal gekocht. Wenn die Komposition der Zutaten nicht gelungen ist, werden die Mengen der Zutaten leicht variiert oder ggf. auch noch durch weitere ergänzt. Wie sich jeder selbst dazu entscheidet nach einem Rezept zu kochen, so muss auch jeder selbst die Trainingszeit in seinen engen Tagesplan hineinbekommen. Wenn dies aber gelingt, kann jeder die tolle Chance bekommen seine ganz eigene (gut schmeckende) Komposition zu kreieren. Aikido bringt dabei die zahlreichen, mitunter sehr individuellen Kompositionen in einen Topf zusammen und gibt jedem den Raum diese zu praktizieren.

4. Fazit

Vielleicht sind die Worte im 3. Kapitel für Außenstehende schwierig nachzuvollziehen, aber: Probiert es einfach aus! Findet Euren ganz eigenen Weg, der zu Euch passt. Das Probetraining ist ein toller Einstieg um zu überprüfen ob Euch die „Grundzutaten schmecken“ und „Appetit auf mehr machen“. Das Shingen-Dojo ist ein großartiger Ort, an dem jeder sein persönliches Rezept bei jedem Training ein wenig mehr verfeinern kann.

Was ist Aikido für Dich?

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