Wissen und Können in der Kampfkunst

Der griechische Philosoph Platon (um 428 bis ca. 347 v. Chr.) definierte ‚Wissen‘ als die Summe der als wahr gerechtfertigten Meinungen. Auf die Kampfkünste übertragen wäre ‚Wissen’ demnach z.B. die Erkenntnis, wie eine Technik auszuführen ist, welche Fehler zu vermeiden sind und wie die Technik optimiert werden kann. Der Begriff ‚Wissen’ bezieht sich hierbei stets auf eine rein theoretische Begabung.

Unter ‚Können‘ versteht man hingegen die Befähigung eine bestimmte Tätigkeit auszuführen. In dem hier geschilderten Zusammenhang ist ‚Können’ dann die Fähigkeit, das zuvor erlangte Wissen in einer praktischen Handlung umzusetzen. Dies bedeutet z. B. die Anweisungen und Ratschläge des Trainers zu befolgen, um so durch beständiges Training die Fehler in der Technikausführung zu korrigieren.

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Seminar in Anrath mit dem Tomodachi Dojo Siegen

Seminar in Anrath mit dem Tomodachi Dojo Siegen

Das Siegener Tomodachi Dojo besuchte uns am 14. Janaur 2012 in Anrath zusammen mit Christian und Ramona aus Pirmasens zu einem gemeinsamen Seminar. Rein subjektiv war es für Geraldine und mich ein Seminar welches den größeren mit Reynosa Sensei in nichts nachsteht. Wir haben gemeinsam viel Spaß gehabt, ausgiebig gerollt, von einander gelernt und noch enger zusammen gefunden. Es gab trotz des Powerschubsens keine Verletzungen.

Es ist eine Freundschaft zwischen unseren Dojos und so was ist in der Aikido-Welt eben selten. Zu sehr sind manche Leher darauf bedacht als Sensei zu gelten, Macht zu haben, sich keine Blöße zu geben, wichtig zu erscheinen und vor allem unfehlbar zu sein. Das ist hier alles anders, lockerer, eben Aikido in seiner wahren Bedeutung. Keine Politik, kein Gehabe, keine Facade, sondern einfach mehr. Schön, daß wir das alle zusammen hinbekommen!

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Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei

Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei

Das Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei wäre niemals möglich gewesen ohne das aktive Engagement von Sensei, Christian und uns allen. Dafür vor allem einen herzlichen Dank an Sensei und an Christian, der die ganze Mühe mit der Organisation hatte. Aber auch an alle die hingefahren sind, sich aufgemacht, alles andere in der Prioritätenliste nach unten gepackt,das Geld investiert haben, die so viel Schweiß und Energie einbringen! Das Seminar ist nur mit Eurem Engagement möglich gewesen.

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Shitei – Die Lehrer/Schüler Beziehung

Werner Lind beschreibt das Shitei in seinem Buch “Budo – Der geistige Weg der Kampfkünste” (O. W. Barth Verlag) so:

“Wörtlich übersetzt man Shitei mitLehrer (Shi) und Schüler (Tei). In den Kampfkünsten bezeichnet der Begriff das budogemäße Verhältnis der beiden zueinander, das aufgrund eines Abkommen entsteht, in dem der Schüler verspricht, die Grundvoraussetzung für echtes Lernen zu akzeptieren, und der Meister verspricht, den Schüler auf den Weg des Budo zu führen. Das Zustandekommen von Shitei ist nach alter Tradition ein heiliger Akt, der in einem Dokusan (Shoken) vollzogen wird.

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Totale Ruhe

Es gibt sie nicht die totale Ruhe in unserer modernen Welt. Wenn wir Glück haben, glauben wir in Ruhe zu sein und vermutlich ist der Schlaf die beste Erholung für viele Menschen. Irgend etwas verursacht ständig Lärm. Wenn wir spazieren gehen, dann hören wir Autos oder sogar eine ständige Geräuschkulisse in Form einer Landstraße oder Autobahn. Beim Frisör sind laute Stimmen und Haarföne verantwortlich für permanenten Stress in Form von Krach. Dasselbe im Restaurant, im Supermarkt, im Auto, im Büro, zu Hause und wo auch immer wir gehen und stehen.

Unser Gehör ist einer unserer besten Sinne. Das hat damit zu tun, daß wir in der Vergangenheit sehr vorsichtig sein mussten, um beim kleinsten Geräusch eines Tieres flüchten zu können. Auch unsere Augen sind sehr sensibel. Wir werden den ganzen Tag zugeballert mit Informationen: Verkehrsschilder, Werbung, Displays vom Auto, Computer und vom Telefon. Das alles hat mit dem Konsum zu tun, der uns auferlegt wird und dem wir willig folgen. Es wird immer anstrengender und schwieriger. Fernseher wollen programmiert werden, Mobiltelefone verstanden werden, Musik hören geht nicht mehr ohne WLAN und 30igstelliger Verschlüsselung. Nichts klappt mehr, der Kram aus China geht ständig kaputt, wir müssen alle Nase lang Dinge zurücksenden, umtauschen und uns ärgern um zu unserem Recht zu kommen. Die Telefongesellschaften sind im Preiskampf, die übrige Welt genauso. Der Service wird immer schlechter und wir haben immer mehr Ärger und Arbeit bei abnehmendem Nettogehalt. An die Rente mögen wir gar nicht denken – wer wird dann noch in der Lage sein ein Auto zu steuern, welches voll mit moderner Elektronik sowieso die halbe Zeit beim Autohändler in Reparatur steht.
Bei all dem Drumherum möchte der eine oder andere von uns ausbrechen und alles anders machen. Mal substituieren wir diese schlimme Zeit beim Spaziergang mit dem Hund, mal mit einem guten Buch auf dem Bett oder Sofa, mal mit zu viel gutem Rotwein der uns nicht die erforderliche Betäubung bringen möchte. Die meisten von uns träumen von der Insel oder einem kleinen Bergdorf, in dem die Zeit still steht. Unsere Sinne sind auf Durchzug geschaltet. So viel Informationen schaffen wir nicht mehr. Die Augen nehmen nur noch jedes dritte Verkehrsschild wahr, die Ohren merken den Lärm schon gar nicht mehr. Gehen wir spazieren, so nehmen wir das Reh nicht wahr, den Vogel nicht wahr und auch das Kaninchen im Feld fragt sich wie blind der Mensch inzwischen geworden ist.

Und dann ist da noch Aikido. Der Ort der Ruhe, der Stille, wo man inne hält und sich besinnen kann auf sich selber. Wo man anfängt sich wieder zu spüren, sich zu entdecken. Seine Sinne (zurück-) entwickelt, sein Verhalten ändert, bewusst wird, für andere Zeit hat, sich konzentriert auf nur eine Sache, nicht plant, nicht in die Vergangenheit gerät, nicht träumt, kein anderes Geräusch wahrnimmt und auch sonst sehr in einer konzentrierten Bewegungsmeditation entspannt. Was ich da beschreibe ist ein Nebeneffekt von Selbstverteidigung, von hartem Training, von ständiger Aufmerksamkeit(!) und dem miteinander trainieren.
So ist einer der wertvollsten Momente sicher das auf die Matte gehen, sich setzen, sich entspannen, sich konzentrieren und sich selber spüren. Den Atem bewusst zu erleben und immer wieder zu spüren, daß da Mehr ist im Weniger.
Wie wertvoll ist all das in unserem modernen turbulenten Leben? Man möchte manchmal nichts anderes machen als Budo.

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Aikido Ziele eines Senseis/Trainers/Mitschülers

Als Lehrer/Trainer/Sensei von Aikido macht man sich ständig Gedanken über Ziele, Wege und eigene Qualifikationen. Ist man mit Budo infiziert, dann steht Budo plötzlich sehr stark im Mittelpunkt seiner täglichen Gedanken und des Handelns. Sprich: man schafft sich Freiräume für Budo und verändert Prioritäten zu Gunsten von Trainingszeiten, Inhalten und Werten. Man lebt Budo und mit diesem Inhalt ändert sich das Leben stark.

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Aikido mit Reynosa-Sensei wie ich es heute verstehe

Die Gedanken, die ich gerne mit Euch teilen möchte, sind die Essenz einiger eMails mit Reynosa-Sensei, die wir (Sensei und Peter) austauschen. Wenn man lange Flugstrecken von seinem Sensei entfernt ist, dann sind eMails mit Fragen und Antworten eine tolle Hilfe. Geraldine und ich sind als Aikido-Lehrer und Mitschüler sehr dankbar für diese Art Hilfe von Reynosa-Sensei, der unsere eMails so prompt beantwortet, Seminare in Deutschland gibt und einen Aikido-Videokurs im Internet mit Hilfe seiner Frau und seines Sohnes ins Leben gerufen hat.

Die folgenden Gedanken sind über Jahre entstanden und eine Vorstellung und Idee, die Geraldine und ich gerade jetzt von Aikido haben. Die Ideen mögen sich noch verändern und reifen, aber wir möchten sie hier gerne (auf Wunsch unseres Senseis) mit Euch teilen:

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Budo vs. Gala

So genannte Budogalas sind Vorführungen, auf denen so genannte Meister Ihre Kampfsportarten darbieten. Es wird gesprungen, getreten, und vorgeführt bis zum Umfallen. Auch Waffentechniken werden präsentiert. Viele der Kampfsportler zeigen große Gelenkigkeit und Geschick bei diesen Vorführungen. Es werden interessante Techniken gezeigt und gepost bis zum Abwinken.

Die teils wirklich großartigen Sportler haben dabei aber mit Sicherheit nichts mit Budo zu tun. Der Begriff Budogala ist ein Widerspruch in sich. Ein Budoka würde niemals versuchen gut auszusehen um seinem Ego etwas Gutes zu tun. Einem wirklichen Budoka ist es nicht wichtig nach außen gut auszusehen, sondern zu sich selber zu finden und anderen zu helfen.

Ich möchte jetzt nicht behaupten, daß viele Vereine nicht einfach ohne bösen Vorsatz einen Tag der offenen Türe als “Budogala” bezeichnen, um Ihre Kampfkünste oder Kampfsportarten zu präsentieren und auf dise Art und Weise transparent zu machen. Die Zuschauer sehen allerdings meist mit großen Augen zu und würden es nicht im Traume wagen, das Training auch nur zu beginnen, denn sie fürchten sich vor den Sprüngen, den Rollen und vor allem davor schlecht auszusehen. Und natürlich ist nach einem langen Arbeitstag und viel Familie auch Ruhe auf der Couch angesagt.

Es ist gut, die Kampfkünste oder Kampfsportarten den Menschen näher zu bringen, um anderen Menschen eine Option für Sport, Meditation, Kampfkunst und sogar für Budo zu geben. Es aber Budogala zu nennen ist ein großes Mißverständnis des Begriffes “Budo”.

Wahre Budoka sind demütig und bescheiden, eben ganz anders als viele populäre Knochenbrecher und Kickboxer im Fernsehen. Tatsächlich ist Budo ein Weg des Friedens, der Kampfvermeidung und dient dazu, aus mir selber einen besseren Menschen zu machen. Das bedeutet: einen Menschen mit weniger Angst aber mit viel Respekt aus mir zu machen. Einen Menschen aus mir zu machen, der nicht Geiz geil findet, sondern der gerne gibt und nichts deshalb zurück erwartet. Einen Menschen aus mir zu machen, der wenige Erwartungen hat und damit auch weniger Enttäuschungen erleben kann. Einen Menschen, der Mitgefühl nicht mit Mitleid verwechselt und die Würde anderer respektiert.

Das alles ist ein weit verbreitetes Wissen, aber wer handelt danach und wer lebt es vor? Und wer geht schon regelmäßig über Jahre hinweg zum Training, quält sich selber durch Techniken ohne Erwartungen? Wer hat das Vertrauen in seine Senseis, ihr/ihm von Herzen das Richtige beizubringen?

Wir leben zur Zeit in einer Gesellschaft, die sich in großen Teilen nicht mehr um Güte, sondern um maximalen egoistischen Profit kümmert. Und danach zur Kirche geht, um die Absolution zu erhalten und nicht in der Hölle zu landen.

Dagegen gibt es neben anderen Möglichkeiten ein Mittel: Budo mit Menschen, die sich aufmachen und zu geben bereit sind. Es ist allerdings ein harter, langer Weg, den kaum jemand durchhält und zu gehen bereit ist. Es sind nur wenige Schüler, die eine harte Schule lange durchhalten, die Demut fordert und Respekt und Mitgefühl und Loyalität und lauter so “altmodische Dinge”.

Wer sich nie vor einer Kamiza verbeugt hat und nicht weiß, warum man Respekt vor Dingen, Tieren und Menschen haben sollte, der wird sich niemals im Budo wiederfinden, sondern maximal in einem Kampfsport. Der Kampfsport kann gutes Seiten haben, das möchte keiner bestreiten. Aber es ist deutlich zu spüren, daß die Menschen sich wieder sehnen ihre Mitte zu finden, mehr als Bewegungen und Techniken zur Selbstverteiligung zu erfahren (die Budo auch bereit stellt), sowie über die Dinge im Leben nachzudenken und zum Einklang zu kommen.

Um es zum Schluss dieser Worte noch einmal zu betonen: ich denke nichts Schlechtes über Kampfsport, Wettkämpfe oder Shows. Auch nicht über Menschen, die lieber auf der Couch sitzen. Das ist jedermans Sache und Entscheidung. Die Begriffe “Budo” und “Gala” jedoch passen so gar nicht zusammen.

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Aikido-Training beenden

Es ist für einen Lehrer klar zu erkennen, wer sich im Aikido/Budo Mühe gibt und wer nicht. Dabei kann jeder lernen, der offen ist für neue Ideen, der sich lösen kann von Konventionen und bereit ist, viel Arbeit zu investieren, denn Budo ist hart. Sehr hart sogar und deshalb sind auch nur wenige Schüler im Budo zu finden (wir reden hier nicht von Kampfsport). Auch zu erkennen ist, wer in Kürze aufhört zu trainieren (man kann als Lehrer fast den Tag vorhersagen) und wer weitermacht. Oft ist es nur ein Gefühl, ein sechster Sinn, welcher mir sagt: dieser Artikel, dieses Gespräch ist ein Ende des gemeinsamen Weges. Das ist natürlich überhaupt nicht schlimm, wenn der Mit-Schüler nur nicht bei jedem Aufhören anfangen würde Fehler zu machen. Ein Hauptfehler ist es zu provozieren, um dann einen Grund zu erhalten, warum man aufhört. Das ist für einen Lehrer ziemlich langweilig und durchsichtig, weil es in aller Regelmäßigkeit passiert. Und es ist unnötig, weil man bei uns prima aufhören kann, ohne irgendwelche negativen Kritiken erwarten zu müssen. Weder live noch hintenherum. Wir halten alle Türen offen, für jeden der gerne bei uns mittrainieren möchte und bereit ist, sich einzubringen. Das gilt  für Ehemalige und vor allem für solche, die etwas Vermissen, jenen Menschen, denen nach dem Aufhören des aktiven Trainings etwas Entscheidendes fehlt.

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Vier Schritte

Ein sehr schönes Zitat aus Kung-Fu, der beliebten Fernsehserie, die den USA und Europa Budo näher gebracht hat:

  1. Lerne zuerst zu Leben
  2. Lerne dann nicht zu Töten
  3. Lerne dann mit dem Tod zu leben
  4. Lerne dann zu Sterben

Es hört sich an wie ein Spruch aus alten Zeiten, in denen noch ständig Samurai kämpften. Aber sicherlich hat das heute wie damals genau seine Richtigkeit. Wir reden im Budo immer wieder über das Sterben und auch über das Leben mit all seinen Zutaten. Auch lernen wir im Aikido “Nicht Zu Töten”. Wenn Euch etwas einfällt zu diesen Zeilen dann bitte raus damit als Kommentar. Uns gefallen die Zeilen sehr.

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