Japan Tag in Düsseldorf

Es war beeindruckend, welche Menschenmengen sich durch die Gassen der Altstadt quälten, um den Japan-Tag am gestrigen 02. Juni anzusehen. Allerdings war es wohl überwiegend dem guten Wetter und dem guten Marketing zu verdanken, daß viele Menschen kamen. Eher unspektakulär und unaufdringlich waren die Veranstaltungen – ganz japanisch zurückhaltend. Die Budoveranstaltungen waren gut besucht, auch wenn der Moderator zu Unrecht immer wieder von Sport redete, denn überwiegend wurde mit den Vorführungen von Kendo, Iaido, Kyudo, Naginata und Aikido schnell klar, daß es sehr konzentriert zuging und guten inneren Werten der Budoka dient. Die Aikido-Vorführung von Asai-Sensei und seinen Schülern war in meinen Augen sehr stimmig und wurde mit der richtigen Mischung aus Ruhe und Realitätsnähe präsentiert. Besonders schön die Techniken, die Asai-Sensei mit seinen erfahrenen Schülern und auch einer Anfängerin vorführte.Neben verschiedensten Möglichkeiten für das Spiel Go, Kaligraphie und Origami, gab es eine sehr detailgetreue und liebevoll präsentierte Samurai-Gruppe Takeda e.V., die verschiedene Tätigkeiten und Kleidungen der japanischen Vergangenheit präsentierte.

So hat sich der Japan-Tag auch deshalb gelohnt, weil die japanische Kultur den Europäern sehr engagiert nagegebracht wurde. Herzlichen Dank an alle Beteidigten.

Mehr

Grundlagen des Aikidos

1. Ki – Lebensenergie

Ki – die kosmische Lebensenergie – funktioniert ungefähr wie der Atem, man kann es beschreiben als Atem vor dem Atem, die eigentliche lebensspendende Essenz. Wenn wir atmen, sind der Sauerstoff, den wir aufnehmen und das Kohlendioxid, das wir abgeben in einem ständigen, lebensnotwendigen Kreislauf. Der Sauerstoff verbirgt sich in der Luft. Ähnlich ist auch das Ki versteckt, vor und außer­halb der Luft die wir atmen.

Man wusste früher nichts von der Existenz und Funktion des Sauerstoffs, aber man konnte natürlich die lebenswichtige Bedeutung des Atems erkennen. Es war plausibel sich eine verborgene Essenz in der Luft vorzustellen, eine Lebenskraft, die ständig durch uns fließen muss, damit wir uns am Leben erhalten können. Und doch ist das weit entfernt von allem, was Ki aus der asiatischen Perspektive darstellt. Für das Ki existieren nicht die Begrenzungen, die für den Sauerstoff gelten. Zum Beispiel muss das Ki nicht dem Weg der Luft durch Nase oder Mund in die Lungen folgen, um dann wie Sauer­­stoff im Körper ver­teilt zu werden. Vielmehr kann Ki durch den Menschen in jede Richtung fließen – hinein durch die Fußsohlen und Handflächen, hinaus durch die Fingerspitzen oder die Stirn oder den Brustkorb. Ki bündelt alle Wahrnehmungen der Sinne in einem Strahl von Aufmerksamkeit.

Mehr