Wissen und Können in der Kampfkunst

Der griechische Philosoph Platon (um 428 bis ca. 347 v. Chr.) definierte ‚Wissen‘ als die Summe der als wahr gerechtfertigten Meinungen. Auf die Kampfkünste übertragen wäre ‚Wissen’ demnach z.B. die Erkenntnis, wie eine Technik auszuführen ist, welche Fehler zu vermeiden sind und wie die Technik optimiert werden kann. Der Begriff ‚Wissen’ bezieht sich hierbei stets auf eine rein theoretische Begabung.

Unter ‚Können‘ versteht man hingegen die Befähigung eine bestimmte Tätigkeit auszuführen. In dem hier geschilderten Zusammenhang ist ‚Können’ dann die Fähigkeit, das zuvor erlangte Wissen in einer praktischen Handlung umzusetzen. Dies bedeutet z. B. die Anweisungen und Ratschläge des Trainers zu befolgen, um so durch beständiges Training die Fehler in der Technikausführung zu korrigieren.

Mehr

Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei

Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei

Das Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei wäre niemals möglich gewesen ohne das aktive Engagement von Sensei, Christian und uns allen. Dafür vor allem einen herzlichen Dank an Sensei und an Christian, der die ganze Mühe mit der Organisation hatte. Aber auch an alle die hingefahren sind, sich aufgemacht, alles andere in der Prioritätenliste nach unten gepackt,das Geld investiert haben, die so viel Schweiß und Energie einbringen! Das Seminar ist nur mit Eurem Engagement möglich gewesen.

Mehr

Shitei – Die Lehrer/Schüler Beziehung

Werner Lind beschreibt das Shitei in seinem Buch “Budo – Der geistige Weg der Kampfkünste” (O. W. Barth Verlag) so:

“Wörtlich übersetzt man Shitei mitLehrer (Shi) und Schüler (Tei). In den Kampfkünsten bezeichnet der Begriff das budogemäße Verhältnis der beiden zueinander, das aufgrund eines Abkommen entsteht, in dem der Schüler verspricht, die Grundvoraussetzung für echtes Lernen zu akzeptieren, und der Meister verspricht, den Schüler auf den Weg des Budo zu führen. Das Zustandekommen von Shitei ist nach alter Tradition ein heiliger Akt, der in einem Dokusan (Shoken) vollzogen wird.

Mehr

Zunehmende Kriminalität in Deutschland

Die Kampfsportarten und Kampfvermeidungskünste genießen in schlechten Zeiten einen großen Zulauf.  Eine stark zunehmende Kriminalität in Deutschland hat gute Gründe: Arbeitslosigkeit, scheinbare Perspektivlosigkeit, weniger Geld für Sicherheit (Polizei) und extreme Gewaltbereitschaft mangels Respekt. Viele Menschen flüchten sich in Ihre vier Wände, aber was ist mit Einbruch, Diebstahl, Raub, versuchtem Todschlag?

Aikido (wie auch andere Budoarten) verhilft Menschen zu mehr Aufmerksamkeit, mehr Ruhe und Disziplin, zu mehr Selbstverteidigungs-Möglichkeiten im Ernstfalle.

Mehr

Budo vs. Gala

So genannte Budogalas sind Vorführungen, auf denen so genannte Meister Ihre Kampfsportarten darbieten. Es wird gesprungen, getreten, und vorgeführt bis zum Umfallen. Auch Waffentechniken werden präsentiert. Viele der Kampfsportler zeigen große Gelenkigkeit und Geschick bei diesen Vorführungen. Es werden interessante Techniken gezeigt und gepost bis zum Abwinken.

Die teils wirklich großartigen Sportler haben dabei aber mit Sicherheit nichts mit Budo zu tun. Der Begriff Budogala ist ein Widerspruch in sich. Ein Budoka würde niemals versuchen gut auszusehen um seinem Ego etwas Gutes zu tun. Einem wirklichen Budoka ist es nicht wichtig nach außen gut auszusehen, sondern zu sich selber zu finden und anderen zu helfen.

Ich möchte jetzt nicht behaupten, daß viele Vereine nicht einfach ohne bösen Vorsatz einen Tag der offenen Türe als “Budogala” bezeichnen, um Ihre Kampfkünste oder Kampfsportarten zu präsentieren und auf dise Art und Weise transparent zu machen. Die Zuschauer sehen allerdings meist mit großen Augen zu und würden es nicht im Traume wagen, das Training auch nur zu beginnen, denn sie fürchten sich vor den Sprüngen, den Rollen und vor allem davor schlecht auszusehen. Und natürlich ist nach einem langen Arbeitstag und viel Familie auch Ruhe auf der Couch angesagt.

Es ist gut, die Kampfkünste oder Kampfsportarten den Menschen näher zu bringen, um anderen Menschen eine Option für Sport, Meditation, Kampfkunst und sogar für Budo zu geben. Es aber Budogala zu nennen ist ein großes Mißverständnis des Begriffes “Budo”.

Wahre Budoka sind demütig und bescheiden, eben ganz anders als viele populäre Knochenbrecher und Kickboxer im Fernsehen. Tatsächlich ist Budo ein Weg des Friedens, der Kampfvermeidung und dient dazu, aus mir selber einen besseren Menschen zu machen. Das bedeutet: einen Menschen mit weniger Angst aber mit viel Respekt aus mir zu machen. Einen Menschen aus mir zu machen, der nicht Geiz geil findet, sondern der gerne gibt und nichts deshalb zurück erwartet. Einen Menschen aus mir zu machen, der wenige Erwartungen hat und damit auch weniger Enttäuschungen erleben kann. Einen Menschen, der Mitgefühl nicht mit Mitleid verwechselt und die Würde anderer respektiert.

Das alles ist ein weit verbreitetes Wissen, aber wer handelt danach und wer lebt es vor? Und wer geht schon regelmäßig über Jahre hinweg zum Training, quält sich selber durch Techniken ohne Erwartungen? Wer hat das Vertrauen in seine Senseis, ihr/ihm von Herzen das Richtige beizubringen?

Wir leben zur Zeit in einer Gesellschaft, die sich in großen Teilen nicht mehr um Güte, sondern um maximalen egoistischen Profit kümmert. Und danach zur Kirche geht, um die Absolution zu erhalten und nicht in der Hölle zu landen.

Dagegen gibt es neben anderen Möglichkeiten ein Mittel: Budo mit Menschen, die sich aufmachen und zu geben bereit sind. Es ist allerdings ein harter, langer Weg, den kaum jemand durchhält und zu gehen bereit ist. Es sind nur wenige Schüler, die eine harte Schule lange durchhalten, die Demut fordert und Respekt und Mitgefühl und Loyalität und lauter so “altmodische Dinge”.

Wer sich nie vor einer Kamiza verbeugt hat und nicht weiß, warum man Respekt vor Dingen, Tieren und Menschen haben sollte, der wird sich niemals im Budo wiederfinden, sondern maximal in einem Kampfsport. Der Kampfsport kann gutes Seiten haben, das möchte keiner bestreiten. Aber es ist deutlich zu spüren, daß die Menschen sich wieder sehnen ihre Mitte zu finden, mehr als Bewegungen und Techniken zur Selbstverteiligung zu erfahren (die Budo auch bereit stellt), sowie über die Dinge im Leben nachzudenken und zum Einklang zu kommen.

Um es zum Schluss dieser Worte noch einmal zu betonen: ich denke nichts Schlechtes über Kampfsport, Wettkämpfe oder Shows. Auch nicht über Menschen, die lieber auf der Couch sitzen. Das ist jedermans Sache und Entscheidung. Die Begriffe “Budo” und “Gala” jedoch passen so gar nicht zusammen.

Mehr

Rei – Die Höflichkeit in den Kampfkünsten als Weg zur inneren Stärke

Was bedeutet Rei in den Kampfkünsten? Zumeist wird dieses japanische Ideogramm mit „Höflichkeit“, „Etikette“, „Respekt“ oder „Ehrerbietung“ übersetzt. Dies ist terminologisch sicher richtig, bezeichnet jedoch nicht korrekt die Bedeutung in seiner Gesamtheit.

Wozu verbeugt man sich im Training einer Weglehre (Budo) vor dem Stilgründer und seinen Mittrainierenden denn? Dieser Verbeugungen, Shihan – ni – rei und Otagi – ni – rei, zeigen mehr als nur den Respekt voreinander, wie in „sportifizierten“ Budokünsten, wie der heute oft als Wettkampfsport ausgelegten ehemaligen „Weglehre der Sanftheit“, besser bekannt unter dem Namen „Judo“.

Grade das Shihan – ni – rei, dass nach außen wie eine nebensächliche, routineartige und nur in der Tradition begründete Ehrerbietung dem Stilbegründer gegenüber aussieht, ist tatsächlich eine im Budo grundlegende Übung zur Demut. Allein das demütige Verhalten und der ernst gemeinte Respekt kann im Budo zur richtigen inneren Haltung führen, die jeder zur erlernenden Technik voraus gehen muss, da eine formvollendete Technik ohne richtige Haltung zur gefährlichen Waffe gegenüber dem Umfeld des Übenden wird, wenn er das Erlernen einer schadenanrichtenden Technik über das Erlernen der rechten Haltung, die die Technik bändigen muss, stellt.

Ohne den ehrlichen Respekt ausgedrückt durch die Verbeugung also das Rei kann also kein ernsthafter Kampfkunstübender trainieren, da ohne Respekt keine Kampfkunst als Kampfvermeidungskunst und Weglehre existieren kann.

Der okinawaische Karate-Do Großmeister Funakoshi stellte daher an die erste Stelle seiner Shoto – niju – kun also die 20 Regeln des von ihm begründeten Shoto – kan – ryu – karate – do die Formulierung „ Karate – do beginnt mit Respekt und endet mit Respekt“.

Mit diesen Worten drückt Meister Funakoshi gleichzeitig die grundsätzliche Philosophie aus, die sch im Aikido durch die Silbe „Ai“ (jap. für „Liebe“, „Harmonie“) manifestiert.

Ohne den hier ausgedrückten Respekt kann kein Fortschritt erreicht werden, da man zu jedwedem Angreifer eine Verbindung herstellen muss (Zanshin) um ihn verstehen zu können, damit eine Verteidigung im Sinne des Aikido stattfinden kann.

Nicht Zerstörung sondern Zan-shin führt zum Ende des Konflikts. Die Einsicht stoppt den Angreifer, da das Gewissen die letztendliche Instanz jedes Entscheidungsprozesses ist.

Demut und Respekt führen allein zur liebenden Macht, die jeden Konflikt im Keim erstickt.

Mehr

Aikido für Kinder – eine Erklärung für Jugendliche und Kinder

Was ist Aikido?
Aikido kommt aus Japan und ist eine Kampfkunst. Ganz genau gesagt, ist es eine Kampfvermeidungskunst. Also die Kunst keinen Kampf zu haben.

Wer hat Aikido denn erfunden?

Das war der Japaner Morihei Ueshiba, genannt O-Sensei (zu deutsch: “Großer Lehrer”). O-Sensei war nur etwa 1.52 Meter groß und hatte sein ganzes Leben lang gekämpft. Dann wollte er keinem Menschen mehr weh tun und hat Aikido erfunden. O-Sensei wurde am 14. Dezember 1883 im japanischen Tanabe geboren und er starb am 26. April 1969. Er hat Aikido erfunden, weil es nicht aggressiv und nicht tödlich ist, aber trotzdem total wirksam ist.

Warum wird O-Sensei “Großer Lehrer” genannt, wenn er nur 1.52 Meter groß war?
Weil er so toll Aikido konnte und uns das Aikido erfunden hat. Man sagt O-Sensei aus Respekt vor seiner Kunst und seiner Liebe.

Wie geht Aikido?
So wie Ihr es bei uns lernt. Man macht sich ganz ausführlich warm und kann dann Techniken lernen. Dazu benötigt man einen oder mehrere Uke (Angreifer, die einem aber nicht wehtun, sondern nur angreifen damit man selber üben kann) und den Nage (den, der die Technik übt). Draußen im Leben geht Aikido indem man Konflikte nicht provoziert, also nichts dazu tut, daß jemand aggressiv wird. Wenn man doch einmal in eine brenzlige Situation kommt, dann kann man mit Aikido prima Selbstverteidigung machen, ohne jemand anderem weh zu tun.

Wie kann man das machen?
Aikido ist anders als z.B. Judo oder Karate. Man braucht nicht stark, groß und schnell zu sein. Das hilft sowieso nicht, wenn man einen trifft, der stärker, größer und schneller als man selber ist. Ihr könnt die Kraft eines Angriffs umlenken und dazu nutzen, den Angreifer unter Kontrolle zu bringen. Außerdem lernt Ihr beim Aikido ganz viel Aufmerksamkeit, sechsten Sinn und Höflichkeit gegenüber anderen. Das hilft sowieso am Besten.

Gibt es Wettkämpfe?
Nein, gibt es nicht. Aber es gibt von Zeit zu Zeit Prüfungen.

Sind Prüfungen schlimm?
Nein, die dienen dazu noch mehr zu lernen und zu erkennen, was man selbst noch verbessern kann.

Gibt es beim Aikido Gürtel mit Farben?
Nein, wir haben keine und das hat folgenden Grund: der weiße Gürtel und der weiße Gi (der Anzug) symbolisiert Sauberkeit und Reinheit. Man soll den Kopf frei haben für das Training und für seine Mitschüler und Lehrer. Wenn man einen farbigen Gürtel trägt, dann glaubt man besser zu sein als jemand anders. Normaler Weise kriegt man dann eine rein, weil einem so was überhaupt nicht hilft im Leben.

Wie kann ich denn mit Euch Aikido üben?

Wenn Ihr noch nie da wart, dann kommt mit Euren Eltern mal vorbei. Bringt einen Trainingsanzug und ein paar Badeschlappen mit. Schneidet Euch alle Fingernägel und Fußnägel kurz und tragt beim Training keinen Schmuck oder Haarspangen oder Uhren oder Armbänder. Ihr könnt mal reinschnuppern und ein paar Mal trainieren und fragt dann Eure Eltern, ob Ihr Mitglied im TV-Vorst werden dürft. Wenn Ihr schon Mitglieder seid dann braucht Ihr Eure Eltern das nicht zu fragen, aber Eure Eltern müssen gut wissen, wann und wo Ihr trainiert. Bitte sagt Euren Eltern genau Bescheid und erzählt Ihnen auch ganz viel über Aikido, damit sie wissen wie toll das ist und vielleicht auch selber mitmachen :-)

Wie kann ich noch mehr über Aikido lernen?

Sucht mal mit Euren Eltern zusammen im Internet nach Aikido. Da gibt es noch viel mehr Informationen. Auch auf dieser Webseite vom Aikido-Shingen-Dojo findet Ihr ganz viel. In Zukunft gibt es noch mehr. Übringens könnt Ihr hier auch Kommentare schreiben und auch selbst Artikel schreiben. Fragt uns einfach wie das geht.

Wo kann man denn die ganzen japanischen Begriffe nachsehen, die wir so alle sagen?
Am Anfang braucht Ihr nur ganz wenige Ausdrücke zu wissen:
Onegai shimasu – “Tue mir was Gutes” oder “Bitte trainiere mit mir”
Domo arigato gozaimashita – “Ganz herzlichen Dank”
Arigato gozaimashita – “Vielen Dank”
ichi • ni • san • shi • go • roku • shichi • hachi • kyũ • ju – Zahlen von 1 bis 10
(das ist nur ein Zählsystem im Japanischen, es gibt z.B. noch eines für Sachen und eines für Personen)
ju-ichi • ju-ni • ju-san • ju-shi • ju-go • ju-roku • ju-shichi • ju-hachi • ju-kyũ • ni-jũ – Zahlen von 11-20
ni-ju-ichi – 21…

Hier könnt Ihr viele Ausdrücke sehen und auch anhören (in japanischer Aussprache). Diese Ausdrücke werden ganz anders gesprochen als man sie liest >>. Das “r” zum Beispiel, sprechen die Japaner fast so aus wie wir das “l”.
(wird bald fortgesetzt)

Mehr