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Aikido Ziele eines Senseis/Trainers/Mitschülers

Peter Roskothen | 24. März 2010

Als Lehrer/Trainer/Sensei von Aikido macht man sich ständig Gedanken über Ziele, Wege und eigene Qualifikationen. Ist man mit Budo infiziert, dann steht Budo plötzlich sehr stark im Mittelpunkt seiner täglichen Gedanken und des Handelns. Sprich: man schafft sich Freiräume für Budo und verändert Prioritäten zu Gunsten von Trainingszeiten, Inhalten und Werten. Man lebt Budo und mit diesem Inhalt ändert sich das Leben stark.

Was einen als Sensei, Trainer oder als Mitschüler der ein Training leitet immer wieder bewegt, ist das Aufhören von Mitgliedern. Jetzt, da einer unserer Mitschüler gegangen ist und wir ihn nicht mehr so häufig sehen werden, fragt man sich wieder ganz bewusst nach den Zielen.

Das einfachste Ziel des Ganzen ist wenn man mal unheimlich ehrlich ist (das wird man mit Budo zwangsläufig) der Spaß an der Sache. Wenn das Training keinen Spaß bereitet, dann wird man das nicht lange durchhalten. Natürlich hat jeder Mensch eine andere Definition und ein anderes Erlebnis von Aikido und dem Spaß daran. Ich behaupte, daß das ähnlich der Liebe zwischen zwei Menschen am Anfang sehr emotional in Richtung Techniken geht, während es in der späteren Zeit (der nach 2/5/7 Jahren) andere Ziele sind, die man sich selber setzt oder findet. Graduierungen sind beim Training im Shingen-Aikido-Dojo außen vor, es gibt sie nicht. Gürtelfarben können es also nicht sein, denn diese gehören in unseren Augen nicht zum Budo dazu. Wer danach strebt, der hat schon per se die falschen Ziele (das ist nur meine persönliche Meinung und ich respektiere und toleriere alle anderen ausdrücklich.).

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Aikido / Budo, Allgemein, Grundlagen

Was wir sind und werden

Peter Roskothen | 6. April 2009

Es ist dringed wieder an der Zeit zu sagen, daß Aikido Spaß macht. Allerdings nur denjenigen Menschen, die sich im Aikido wiederfinden und die die Menschen mögen, die auf der Matte trainieren. Es gibt im Leben sicherlich nur eine gute Voraussetzung für einen guten Weg: die richtigen Menschen zu treffen. Egal ob im Kindergarten, in der Schule, in der Ausbildung, beim Arzt, im Aikido: wen man trifft ist entscheidend. Wenn man diejenigen findet, die einen fördern, die mit einem befreundet sind, welche selbstlos für einen da sind, dann ist es ein riesiges Glück. Wir sind was wir sind durch den Platz an dem wir geboren werden, durch die Eltern, die Lehrer, alle Mitmenschen und ein bisschen durch unser eigenes Zutun. Da ist kein Platz für Stolz (wie kann ich darauf stolz sein, wo ich geboren bin?), sondern nur Platz für harte Arbeit an uns selber, an unseren Freundschaften und der selbstlosen Liebe zu anderen Menschen, auch solchen, die wir nicht als unsere Freunde bezeichnen. Besonder an solchen.

Und da kommt Aikido ins Leben. Wer glaubt, daß Aikido deshalb hart ist, der liegt richtig. Und trotzdem macht es riesigen Spaß. Tatsächlich ist Aikido sehr viel mehr als Technik und Spaß, aber eben auch genau das. Jetzt wollen wir nicht wieder zu theoretisch werden: ausprobieren macht den Unterschied. Sich aufmachen, nicht faul auf der Couch lieben (dazu bleibt auch noch Zeit) ist eine gute Möglichkeit.

Achten Sie wie bei allem im Leben einfach darauf, ob Sie die Menschen die Sie treffen, mögen. Kinder können so etwas noch sehr gut und treffen diese Entscheidungen intuitiv. Sie sind uns in vielem Voraus, weil sie wichtige Dinge noch nicht verlernt haben: Aufrichtigkeit, Bauchgefühl, Intuition. All das kann man bei Aikido wieder auffrischen. Es hilft und macht großen Spaß.

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Aikido / Budo

80km pro Stunde

Peter Roskothen | 24. Februar 2009

In uns allen schlummert vielleicht der Wunsch einmal zu erfahren, ob Aikido auch in einer “wirklichen” Auseinandersetzung funktioniert. Unser Rat: Vermeidet Auseinandersetzungen wie die Pest oder lauft so schnell Ihr könnt! Am besten 80km/h.

Manch einer wird jetzt vielleicht lachen, weil er sagt: was sind das für Lehrer, wenn die ihren eigenen Schülern so etwas raten! Aikido scheint ja super zu funktionieren.

Dazu kann man nur sagen: Der wahre Sieg bedeutet nicht zu Kämpfen. Und wenn man dazu um Entschuldigung bitten muß, dann sollte man es tun. Wenn man dafür sein Handy abgeben muß, dann sollte man es tun. Nicht weil man nicht gut ausgebildet wäre, aber jeder Kampf birgt ein großes Risiko sich zu verletzten oder zu sterben. Und was Aikido wirklich kann liegt jenseits des Kampfes. Es kann einen Menschen aus Dir machen, kann viele gute Dinge wie Respekt, Güte und Demut (allen Fernsehspots zum Trotze) lehren und kann vor allem eines: Deine Aufmerksamkeit schulen.

Die Aufmerksamkeit ist wohl das höchste Gut, um Gefahren aus dem Weg zu gehen, sie früh genug zu erkennen, eine gefährliche Situation zu beruhigen oder auch im unvermeidbaren Kampf einen Vorteil zu haben.

Wer aber wissen möchte, warum man besser nicht kämpft, der mag den unten empfohlenen Artikel lesen. Uns wurde er von Helmut nahe gebracht und wir danken dafür sehr!

Realistische Selbstverteidigung von Geoff Thompson >> (Rubrik “Gäste”)

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Aikido / Budo, Allgemein, Selbstverteidigung

Die Gespräche mit Reynosa-Sensei aus der Sicht eines 17-jährigen

Tobias | 9. Dezember 2007

Wie schon beschrieben haben wir uns gemeinsam zum Christkindl-Seminar nach Nürnberg aufgemacht, um bei Larry Reynosa-Sensei etwas über den Weg (jap.: „Do“) des Aiki (jap.: „ai“: „Harmonie“, jap.: „Ki“: „Lebenskraft“) zu lernen.

Tatsächlich haben die Gespräche, die Sensei (dt.: „Lehrer“) jeder Trainingseinheit vorweggenommen hat, besser gesagt, die jedes Training einleiteten, weitaus tiefgründigere Einsicht in die Welt des Aikido geboten.

Sensei betonte zunächst, dass er diese Gespräche für einen essentiell wichtigen Teil im Training einer Kunst des Budo (dt.: „Der Weg des Krieges“) als wirklicher „Weg des Krieges“ halte, was denke ich alle Beteiligten dazu führte seine Worte umso mehr in sich wirken zu lassen.

Ein Aspekt, den er im Folgenden immer wieder betont hat, ist die Verantwortung eines jeden Lehrers des Aikido, die er seinen Schülern gegenüber trage. Jedem von ihnen zu vermitteln, was der Sinn im Aikido sei. Lehrt ein Lehrer Aikido als Weg sich zu verteidigen, so müssen die vermittelten Techniken auch funktionieren. Wenn die Techniken jedoch nicht funktionieren, so sei auch diese Form des Aikido zu respektieren, allerdings nur, wenn der Schüler darum weiß, dass er sich niemals auf der Straße damit wird verteidigen können.

Auf der anderen Seite müsse auch jedem Schüler, der Aikido lernt, dass „straßentauglich“ ist, vermittelt werden, dass die Techniken unter allen umständen nur ein schadenregulierendes allerletztes Mittel sind. Die Meisterschaft im Budo bestünde also nicht im Meistern der äußeren Form, sondern in der Beherrschung von Aggression und Angst.

Damit kommen wir zum nächsten Punkt. Angst!

Die Kontrolle über die eigene Angst zu erlernen, war ein weiterer Punkt, auf den Sensei sehr viel Wert legte. Denn Angst sei große Hürde, wenn man sich wirklich einmal im Kampf muss.

Sensei drückte dies beim üben der Technik Yubi-Dori (Ergreifen der Finger bei Angriff mit geöffneter Hand) ungefähr so aus: „Wenn euch jemand Angreift mit der Absicht euch zu töten, und ihr seine Finger dann loslasst, nur weil sie knacken und ihr Angst davor habt eurem Angreifer die Finger zu brechen, dann könnt ihr davon ausgehen, dass derjenige aus Wut über seine gebrochenen Finger noch einmal angreift. Und dieses Mal wird er mit mehr Elan zuschlagen.“

Nun diese Aussage mag auf den ersten Blick vielleicht im Gegensatz zu dem stehen, was O’Sensei (dt: „Großer Lehrer“) (Ueshiba Morihei, Begründer des Aikido) einmal sagte: „Wenn dich jemand bedroht, schließe deinen Angreifer ins Herz“ also ‚Zeige Gnade!’, wenn man sich aber überlegt, dass man auch die einfachere Möglichkeit hat, den Gegner brutal mit einem Faustschlag ins Gesicht zu verletzen und damit schwere Schäden zuzufügen, dann sind doch, bezogen auf dieses Beispiel, ein paar gebrochene Finger, ein relativ verantwortungsbewusstes Umgehen mit einem Angreifer.

Diese Verantwortung vermittelte Sensei also nicht nur den Lehrern auf dem Seminar sondern allen anwesenden.

Auf der anderen Seite hat er, um zum Schlüsselwort Angst zurückzukommen, auch gesagt, dass Angst überhaupt erst zu Angriffen führt. Entweder, weil der Angreifer die Angst eines „schwachen Opfers“ erkennt, oder aber, weil die Angst zur Aggression des Angreifers führt.

Die Angst die Kontrolle über eine Situation zu verlieren, die Angst davor schlecht dazustehen, und viele andere Formen von Ängsten.

Angst ist, so Reynosa-Sensei, die einzige Ursache für Aggression. „Fear leads to anger“ (dt.: „Angst führt zu Wut“), sagte Sensei wortwörtlich.

Kontrolle und die Angst davor, schlecht dazustehen, waren auch Thema der Gespräche. Kontrolle ist der Schlüssel im Aikido. Die Kontrolle keine Aggression aufkommen zu lassen, Kontrolle darüber das man evtl. aufkommende Aggression wieder in den Griff bekommt, und die Kontrolle über seinen Angreifer, falls man es nicht hat verhindern können angegriffen zu werden.

Und im Bezug auf die Angst davor schlecht dazu stehen, sagte Sensei nur sehr nüchtern etwas wie: „Es muss euch egal sein, was andere von euch denken. Ihr müsst für das einstehen, was ihr sagt, tut und seid.“ wörtl. „Stay on the line“ (dt: „Bleibe auf der Linie“).

Dieses Credo „Stay on the line!” bezog er sowohl auf Technik (das Prinzip des Eintretens in den Angriff, statt ihm auszuweichen jap.: „Irimi“ auch „Omote“), als auch auf das tägliche Leben. Kein Mensch sollte sich jemals von seinem Weg abbringen lassen, sofern dieser auf seine Tugend hin überprüft worden ist.

Leider muss ich zugeben, dass dies alles ist, was mir im Augenblick zu den besprochenen Themen einfällt. Ich habe nun die Themen, die mir eingefallen sind angeschnitten und die Gedanken zum Teil weiter gesponnen, möchte aber klarstellen, dass das Besprochene noch weitaus tiefgründiger war. Ich freue mich auf Kommentare und Anregungen was evtl. Vergessene Aspekte im Artikel betrifft.

Mit freundlichen Grüßen

Tobi

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Aikido / Budo, Allgemein, Bericht, Philosophie, Seminar

Schmerzen

Peter Roskothen | 26. November 2007

Lernen und Loslassen funktionieren nur mit Schmerzen. Das gesamte Aikido-Prinzip baut auf Schmerzen auf. Immer dann, wenn ich jemanden der mich angreift unter Kontrolle bringe, fühlt der Angreifer den Schmerz, selber nicht die Kontrolle zu haben. Er fühlt auch den Schmerz von nikkio oder yonkio ganz deutlich und der Kopf speichert diese Information nach dem xten Training so ab, daß der Mensch, der oft Uke war, beim Ausführen der Technik als Nage immer mehr Mitgefühl bekommt und die Technik bei seinem Übungsangreifer vorsichtiger anbringt. Was der Schüler dann gelernt hat ist nicht nur yonkio und nikkio, sondern vor allem auch Mitgefühl (nicht zu verwechseln mit Mitleid) und Verantwortung.

Wenn ein Kind die Welt erfährt, dann lernt es am schnellsten, wenn etwas weh tut. Daß die Herdplatte heiß ist, mögen die Eltern vielleicht zehn Mal eindringlich gesagt haben. Erst wenn das Kind selber an die Herdplatte gepackt hat, wird es den Fehler im besten Falle nicht wieder machen. Wenn der Lehrer einem Schüler also etwas vermitteln möchte, dann kann das Lernen ebenso nicht ohne Schmerzen funktionieren. Es ist nur selten so, daß ein Schüler dafür auch noch dankbar ist. Schließlich geht es dem Lehrer nicht um Dankbarkeit, auch nicht um Geld (als Aikido-Lehrer bekommt oft gar keines), sondern im günstigsten Falle um höhere Ziele. Und wenn dann ein Lehrer z.B. sagt: “Fußball ist ein Sport, bei dem sich viele Verletzungen ergeben und bei dem man ans Gewinnen denkt, aber nur selten an den Weg oder daran, zu lernen zu verlieren”, dann wird ein Schüler deshalb nicht öfter zum Aikido kommen. Erst wenn die Verletzung da ist, oder die Einsicht daß es auch dem Trainer (nicht zu verwechseln mit Lehrer) nur ums Gewinnen geht, oder daß die Kollegen oft genug menschliche Wracks sind und nicht im mindesten an die soziale Komponente denken, wird ein Schüler es verstehen. Bis dahin sind viele Schmerzen da, die die genügende Einsicht erzeugen mögen. Manchmal und oft genug schaffen es nicht einmal die Schmerzen. Weiterlesen & Fotos ansehen »

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Aikido / Budo, Allgemein

Aikido ist kein Sport

Peter Roskothen | 5. April 2007

Aikido mit “Sport” oder “Kampfsport” zu bezeichnen ist falsch. Budo (der Oberbegriff für Wegkünste) war und ist in seiner wahren Form niemals Sport, sondern hat lediglich einen sportlichen Anteil.

Schon O´Sensei (der Erfinder von Aikido) hat festgestellt, daß es im Bujitsu (daraus entstand dann später Budo) immer um das Leben und den Tod ging, nicht jedoch um Zeitvertreib. Sport ist eine Jubelveranstaltung, eine Veranstaltung um zu gewinnen, um das Ego zu befriedigen. Sport hat mit Wettbewerb zu tun, mit Beckerfaust mit Kampf und Siegen. Deshalb gibt es dort auch so viele Verlierer, die nicht auf das Verlieren vorbereitet wurden.

Aikido oder auch Tai-Chi und ähnliche Künste als Sport zu bezeichnen ist einfach falsch verstanden. Im Aikido wie in allen echten Wegkünsten geht es um Tugenden, Respekt, Mitgefühl, Liebe, Frieden, Meditation, Konzentration, Ki-Fluß, Spiritualität, das Miteinander und vieles mehr. Es geht um Friedfertigkeit und Selbstbeherschung. All das sind oft (nicht immer) die Gegenteile von Wettkampf-Sport. Die Verirrungen in der Sprache sind schlimm und verwirrend, denn so werden auch Sportarten wie Kickboxen in eine Schublade mit Budo geschoben, obwohl sie dort (je nach Intention und Lehrer) überhaupt nicht hingehören. Die vielleicht schönste knappe Beschreibung von Aikido oder Budo ist “Kampfvermeidungskunst“. Man kann sicher Bücher über die genauen Bezeichnungen schreiben, am besten jedoch macht man Aikido und lernt so was es wirklich ist: das Arbeiten an sich selber.

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Aikido / Budo, Allgemein, Grundlagen, Philosophie

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