Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei
Das Aikido Seminar mit Reynosa-Sensei wäre niemals möglich gewesen ohne das aktive Engagement von Sensei, Christian und uns allen. Dafür vor allem einen herzlichen Dank an Sensei und an Christian, der die ganze Mühe mit der Organisation hatte. Aber auch an alle die hingefahren sind, sich aufgemacht, alles andere in der Prioritätenliste nach unten gepackt,das Geld investiert haben, die so viel Schweiß und Energie einbringen! Das Seminar ist nur mit Eurem Engagement möglich gewesen.
MehrGeduld & Motivation
Da wir das Thema in letzter Zeit mehrmals hatten, dachte ich wäre es ganz passend für meinen ersten Artikel. Man liest immer wieder das es ein Jahrzehnt oder länger braucht um Aikido richtig zu erlernen, oder um sich effektiv damit verteidigen zu können. Einige von euch finden es falsch und meinen es habe eine sehr negative Auswirkung auf die Motivation von Anfängern. Ich denke nicht so, ich bin überzeugt davon das solche Zeiträume durchaus berechtigt sind und finde es auch nicht weiter schlimm. (gewisse Erfolge zeigen sich natürlich auch schon früher, genau genommen sogar vom ersten Tag an wo man sich im Aikido übt, wie z.B. die gesteigerte Aufmerksamkeit ).
MehrSchmerzen
Lernen und Loslassen funktionieren nur mit Schmerzen. Das gesamte Aikido-Prinzip baut auf Schmerzen auf. Immer dann, wenn ich jemanden der mich angreift unter Kontrolle bringe, fühlt der Angreifer den Schmerz, selber nicht die Kontrolle zu haben. Er fühlt auch den Schmerz von nikkio oder yonkio ganz deutlich und der Kopf speichert diese Information nach dem xten Training so ab, daß der Mensch, der oft Uke war, beim Ausführen der Technik als Nage immer mehr Mitgefühl bekommt und die Technik bei seinem Übungsangreifer vorsichtiger anbringt. Was der Schüler dann gelernt hat ist nicht nur yonkio und nikkio, sondern vor allem auch Mitgefühl (nicht zu verwechseln mit Mitleid) und Verantwortung.
Wenn ein Kind die Welt erfährt, dann lernt es am schnellsten, wenn etwas weh tut. Daß die Herdplatte heiß ist, mögen die Eltern vielleicht zehn Mal eindringlich gesagt haben. Erst wenn das Kind selber an die Herdplatte gepackt hat, wird es den Fehler im besten Falle nicht wieder machen. Wenn der Lehrer einem Schüler also etwas vermitteln möchte, dann kann das Lernen ebenso nicht ohne Schmerzen funktionieren. Es ist nur selten so, daß ein Schüler dafür auch noch dankbar ist. Schließlich geht es dem Lehrer nicht um Dankbarkeit, auch nicht um Geld (als Aikido-Lehrer bekommt oft gar keines), sondern im günstigsten Falle um höhere Ziele. Und wenn dann ein Lehrer z.B. sagt: “Fußball ist ein Sport, bei dem sich viele Verletzungen ergeben und bei dem man ans Gewinnen denkt, aber nur selten an den Weg oder daran, zu lernen zu verlieren”, dann wird ein Schüler deshalb nicht öfter zum Aikido kommen. Erst wenn die Verletzung da ist, oder die Einsicht daß es auch dem Trainer (nicht zu verwechseln mit Lehrer) nur ums Gewinnen geht, oder daß die Kollegen oft genug menschliche Wracks sind und nicht im mindesten an die soziale Komponente denken, wird ein Schüler es verstehen. Bis dahin sind viele Schmerzen da, die die genügende Einsicht erzeugen mögen. Manchmal und oft genug schaffen es nicht einmal die Schmerzen.
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