Seminar mit Reynosa-Sensei in Weilerbach
Am 7. und 8.11.2009 gibt Reynosa-Sensei ein Aikido-Seminar in Weilerbach (bei Kaiserslautern). An dem Wochenende (Samstag und Sonntag) sind alle herzlich eingeladen, die gerne an dem internationalen Aikido-Lehrgang teilnehmen möchten.
Seminar Ausschreibung und Anmeldeformular Reynosa-Sensei (PDF) >>
MehrAikido mit Reynosa-Sensei wie ich es heute verstehe
Die Gedanken, die ich gerne mit Euch teilen möchte, sind die Essenz einiger eMails mit Reynosa-Sensei, die wir (Sensei und Peter) austauschen. Wenn man lange Flugstrecken von seinem Sensei entfernt ist, dann sind eMails mit Fragen und Antworten eine tolle Hilfe. Geraldine und ich sind als Aikido-Lehrer und Mitschüler sehr dankbar für diese Art Hilfe von Reynosa-Sensei, der unsere eMails so prompt beantwortet, Seminare in Deutschland gibt und einen Aikido-Videokurs im Internet mit Hilfe seiner Frau und seines Sohnes ins Leben gerufen hat.
Die folgenden Gedanken sind über Jahre entstanden und eine Vorstellung und Idee, die Geraldine und ich gerade jetzt von Aikido haben. Die Ideen mögen sich noch verändern und reifen, aber wir möchten sie hier gerne (auf Wunsch unseres Senseis) mit Euch teilen:
MehrMushin – Wann ist Verstand kein Verstand…?
“ Mushin” war der wesentlicher Leitbegriff, den Reynosa-Sensei auf dem Aikido-Seminar im Belgien verwendete. Daher soll hier der Versuch unternommen werden, dieses entscheidene Element der Budokünste und des Zens näher zu beschreiben.
Mushin (jap.): im wörtlichen Sprachgebrauch: „Unschuld“. In den Interpretationen des Budo steht der Begriff für die Absichtslosigkeit des Geistes (Freiheit vom Ich-Wollen), einen Zustand völliger Natürlichkeit und Unabhängigkeit vom dualistischen Denken, eine Geisteshaltung ohne Fixierungen irgendwelcher Art, offen für das intuitive Empfinden zusammenhängender Wirklichkeiten.
Dafür muss der Geist frei von belastenden Gedanken sein und darf nicht an Wunschvorstellungen oder Vorurteilen haften. Mushin – der leere Geist – steht daher für ein Empfinden, das in der Lage ist, die Situation ungetrübt von den eigenen Vorstellungen zu betrachten.
Mushin ist Teil des Zen-Buddismus. Einer seiner großen Lehrer bemerkte einmal: „Mushin ist das Denken des Körpers”. Weisheit und Wissen sind nicht dasselbe. Im täglichen Leben und in Unterhaltungen denken die meisten Menschen zuerst und antworten dann; aber sehr kluge Menschen benutzen ihre Weisheit und denken nicht. Sie sprechen und antworten aus Intuition (aus dem Bauch heraus).
MehrAngst und Aggression
Ich bin heute auf ein Beitrag von Tobias gestossen. Der hat mich dazu inspiriert dieses Thema aufzugreifen.
Angst liegt jeder Aggression zu Grunde. Jeder Mensch hat mehrere Sphären um sich herum, deren Verletzung zu einer Reaktion führt. Unser Verstand sendet ein Warnsignal aus (Angst) und unser System reagiert. Zu den Reaktionen komme ich später.
Bei diesen “Sphären” (mir fällt leider kein besserer Begriff ein) handelt es sich um Bereiche unserer Persönlichkeit, die gewissen Zugangsregeln unterliegen. Es kann die Privatsphäre sein, zu der nur die engsten vertrauten zugelassen sind, z.B. das Liebesleben oder persönliche Probleme. Wird ein fremder versuchen, diesen Bereich zu betreten, werten wir das als Bedrohung aus. Als nächstes könnte man sich die (ich nenne die mal) soziale Sphäre vorstellen. Als Beispiel: Was habe ich in meinem Urlaub so getrieben. Das würde ich mit meinen Freunden und guten Bekannten gerne teilen, wenn aber eine weniger bekannte Person dazu Fragen stellt werde ich misstraurig und antworte ungern oder gar nicht, denn mein Instinkt warnt mich vor Bedrohung. Soviel zu den Bereichen, die im sozialen Kontakt verletzt werden können.
Fühlen wir uns bedroht, also empfinden eine Form von Angst, so gab es bis vor 40-50 Jahren in Psychologie zwei mögliche Reaktionen, die unser Verstand uns anbietet. Die erste ist Wut, Zorn und ähnliches. Die Konsequenz ist der Angriff. Wut gab uns den Kick, den wir damals als Höllenmenschen, für einen Angriff gebraucht haben. Das ist heute immer noch so. Natürlich sind wir heute in unseren Reaktionen durch soziale Normen stärker als damals gebunden. Was aber die ursprüngliche Reaktion angeht – da hat sich nichts geändert. Man sieht es auch daran, dass eben nicht alle ihre Wut unter Kontrolle haben. Die Menschliche Psyche schafft es nicht, sich in so einem kurzen Zeitraum (ich spreche hier von paar Tausend von Jahren) an die gesellschaftliche Gegebenheiten vollständig anzupassen.
Die zweite Reaktionen, die möglich ist, ist die Flucht. Hier ist soweit alles klar oder? Wird die Situation als viel zu gefährlich eingestuft und es existiert eine Fluchtmöglichkeit – laufen wird eben weg. Sind wir in der Sackgasse – erstarren wir, wir flüchten in uns selbst.
Die dritte Reaktion, und hier wird es für mich sehr interessant, ist das Aufgeben. Die kam nämlich erst vor kurzem dazu (eben vor 40-50 Jahren). Die bedrohte Person gibt einfach auf und weder kämpft noch flüchtet. Viele Depressionen in der heutigen Gesellschaft entstehen übrigens genau auf diesem Wege.
Jeder Mensch ist anders gestrickt, jeder hat eigene Grenzen, die die anderen nicht betreten dürfen. Es gibt dann die so genannte soziale Kompetenz und auch Empathie, um bei einem Kontakt zu erkennen, welche Bereiche des anderen man lieber in Ruhe lässt. Das beherrschen bei weitem nicht alle. Jeder hatte schon mal eine Situation, wo er sich mit Worten “Was geht denn dich das an?!” wehren musste. Die Kunst zu kommunizieren ist eben nicht angeboren (sonst gäbe es auch nicht so viele Bücher bei Amazon zum Thema Kommunikation)
Schwierig wird es auch, wenn eine Person unter einer Störung in diesem Bereich leidet. Jetzt nicht eine Störung mit der man sofort in eine Anstalt eingeliefert werden sollte, sondern sagen wir mal eine kleine Abweichung von der Norm. Als Beispiel findet man oft das Thema Anerkennung. Es gibt tatsächlich Menschen, die eine Nicht-Anerkennung ihrer Person oder ihre Leistung als eine Bedrohung werten. Die häufigste Reaktion ist dann eben Aggression.
Nicht umsonst sagte Reynosa-Sensei: euch soll egal sein, was die anderen von euch denken … der Mann kennt sich eben aus.
MehrSeminar Reynosa-Sensei in Belgien – 14./15. Juni 2008
Am 14.06. und 15.06.2008 ist das Seminar mit Reynosa-Sensei in Belgien, Hasselt. Unser Dojo fährt gemeinsam zu diesem Treffen.
Näheres findet man hier: http://www.aikidoschool.be/
MehrSeminar mit Prüfung und Besuch von Reynosa-Sensei
Zwei Termine sind wichtig:
- Am Samstag, den 29. März haben wir ein Seminar in Vorst mit Sabine-Sensei und Jürgen-Sensei sowie Schülern aus Siegen mit anschließender Prüfung.
- Am 13.06., 14.06. und 15.06.2008 ist das Seminar mit Reynosa-Sensei in Belgien. Wir fahren wieder gemeinsam dorthin. Es gibt wohl diesmal bessere Übernachtungsmöglichkeiten, so hoffen wir. Genaueres wird noch auf diesen Seiten bekannt gegeben. Dazu noch ein bisschen Geduld, aber bitte schon mal die Termine frei halten.
Die Gespräche mit Reynosa-Sensei aus der Sicht eines 17-jährigen
Wie schon beschrieben haben wir uns gemeinsam zum Christkindl-Seminar nach Nürnberg aufgemacht, um bei Larry Reynosa-Sensei etwas über den Weg (jap.: „Do“) des Aiki (jap.: „ai“: „Harmonie“, jap.: „Ki“: „Lebenskraft“) zu lernen.
Tatsächlich haben die Gespräche, die Sensei (dt.: „Lehrer“) jeder Trainingseinheit vorweggenommen hat, besser gesagt, die jedes Training einleiteten, weitaus tiefgründigere Einsicht in die Welt des Aikido geboten.
Sensei betonte zunächst, dass er diese Gespräche für einen essentiell wichtigen Teil im Training einer Kunst des Budo (dt.: „Der Weg des Krieges“) als wirklicher „Weg des Krieges“ halte, was denke ich alle Beteiligten dazu führte seine Worte umso mehr in sich wirken zu lassen.
Ein Aspekt, den er im Folgenden immer wieder betont hat, ist die Verantwortung eines jeden Lehrers des Aikido, die er seinen Schülern gegenüber trage. Jedem von ihnen zu vermitteln, was der Sinn im Aikido sei. Lehrt ein Lehrer Aikido als Weg sich zu verteidigen, so müssen die vermittelten Techniken auch funktionieren. Wenn die Techniken jedoch nicht funktionieren, so sei auch diese Form des Aikido zu respektieren, allerdings nur, wenn der Schüler darum weiß, dass er sich niemals auf der Straße damit wird verteidigen können.
Auf der anderen Seite müsse auch jedem Schüler, der Aikido lernt, dass „straßentauglich“ ist, vermittelt werden, dass die Techniken unter allen umständen nur ein schadenregulierendes allerletztes Mittel sind. Die Meisterschaft im Budo bestünde also nicht im Meistern der äußeren Form, sondern in der Beherrschung von Aggression und Angst.
Damit kommen wir zum nächsten Punkt. Angst!
Die Kontrolle über die eigene Angst zu erlernen, war ein weiterer Punkt, auf den Sensei sehr viel Wert legte. Denn Angst sei große Hürde, wenn man sich wirklich einmal im Kampf muss.
Sensei drückte dies beim üben der Technik Yubi-Dori (Ergreifen der Finger bei Angriff mit geöffneter Hand) ungefähr so aus: „Wenn euch jemand Angreift mit der Absicht euch zu töten, und ihr seine Finger dann loslasst, nur weil sie knacken und ihr Angst davor habt eurem Angreifer die Finger zu brechen, dann könnt ihr davon ausgehen, dass derjenige aus Wut über seine gebrochenen Finger noch einmal angreift. Und dieses Mal wird er mit mehr Elan zuschlagen.“
Nun diese Aussage mag auf den ersten Blick vielleicht im Gegensatz zu dem stehen, was O’Sensei (dt: „Großer Lehrer“) (Ueshiba Morihei, Begründer des Aikido) einmal sagte: „Wenn dich jemand bedroht, schließe deinen Angreifer ins Herz“ also ‚Zeige Gnade!’, wenn man sich aber überlegt, dass man auch die einfachere Möglichkeit hat, den Gegner brutal mit einem Faustschlag ins Gesicht zu verletzen und damit schwere Schäden zuzufügen, dann sind doch, bezogen auf dieses Beispiel, ein paar gebrochene Finger, ein relativ verantwortungsbewusstes Umgehen mit einem Angreifer.
Diese Verantwortung vermittelte Sensei also nicht nur den Lehrern auf dem Seminar sondern allen anwesenden.
Auf der anderen Seite hat er, um zum Schlüsselwort Angst zurückzukommen, auch gesagt, dass Angst überhaupt erst zu Angriffen führt. Entweder, weil der Angreifer die Angst eines „schwachen Opfers“ erkennt, oder aber, weil die Angst zur Aggression des Angreifers führt.
Die Angst die Kontrolle über eine Situation zu verlieren, die Angst davor schlecht dazustehen, und viele andere Formen von Ängsten.
Angst ist, so Reynosa-Sensei, die einzige Ursache für Aggression. „Fear leads to anger“ (dt.: „Angst führt zu Wut“), sagte Sensei wortwörtlich.
Kontrolle und die Angst davor, schlecht dazustehen, waren auch Thema der Gespräche. Kontrolle ist der Schlüssel im Aikido. Die Kontrolle keine Aggression aufkommen zu lassen, Kontrolle darüber das man evtl. aufkommende Aggression wieder in den Griff bekommt, und die Kontrolle über seinen Angreifer, falls man es nicht hat verhindern können angegriffen zu werden.
Und im Bezug auf die Angst davor schlecht dazu stehen, sagte Sensei nur sehr nüchtern etwas wie: „Es muss euch egal sein, was andere von euch denken. Ihr müsst für das einstehen, was ihr sagt, tut und seid.“ wörtl. „Stay on the line“ (dt: „Bleibe auf der Linie“).
Dieses Credo „Stay on the line!” bezog er sowohl auf Technik (das Prinzip des Eintretens in den Angriff, statt ihm auszuweichen jap.: „Irimi“ auch „Omote“), als auch auf das tägliche Leben. Kein Mensch sollte sich jemals von seinem Weg abbringen lassen, sofern dieser auf seine Tugend hin überprüft worden ist.
Leider muss ich zugeben, dass dies alles ist, was mir im Augenblick zu den besprochenen Themen einfällt. Ich habe nun die Themen, die mir eingefallen sind angeschnitten und die Gedanken zum Teil weiter gesponnen, möchte aber klarstellen, dass das Besprochene noch weitaus tiefgründiger war. Ich freue mich auf Kommentare und Anregungen was evtl. Vergessene Aspekte im Artikel betrifft.
Mit freundlichen Grüßen
Tobi
MehrReynosa-Sensei Seminar in Nürnberg
Spannend war das Christkindl-Seminar in Nürnberg am 01./02. Dezember 2007. Nicht wirklich als Weihnachtsmann verkleidet kam Reynosa-Sensei in die mit 200 Teilnehmern besetzte Halle des Aikido-Verband-Bayern. Horst Hahn und seine Kollegen vom PSV-Nürnberg hatten vorzügliche Arbeit geleistet und das Seminar ins Leben gerufen.
Reynosa-Sensei hatte viel mitgebracht aus seinem 35 jährigen Fundus und zeigte Kata und Waffentechniken an zwei Tagen. Die Trainingszeiten waren zwar relativ kurz für seine Verhältnisse, jedoch waren alle Techniken mit viel Zeit zum Üben versehen. Immer wieder wurden Kleinigkeiten korrigiert und noch einmal genau erklärt.
Unsere Mitglieder vom Shingen-Aikido-Dojo waren hervorragend untergebracht und zeigten volles Engagement beim Training. Es war für alle eine tolle Erfahrung und eine sehr gute Lehre, zumal Reynosa-Sensei lange über Themen wie Angst und Verantwortung der Lehrer redete. Auch machte er klar, wo Unterschiede seines sehr direkten und straßentauglichen Aikido liegen. Viele wurden zum Denken über bestehende Strukturen und das Aufbrechen zu neuen Erfahrungen und neuem Training / Verantwortung angeregt. Ein insgesamt sehr lohnendes Seminar in Nürnberg mit Dank an alle Schüler, Verantwortlichen und natürlich an Reynosa-Sensei.

Seminar in Nürnberg mit Reynosa-Sensei
Reynosa-Sensei kommt im Dezember für ein Seminar nach Nürnberg. Am 01. & 02. Dezember 2007 wird das Seminar beim Aikido-Verband-Bayern statt finden.
Kosten: 20,- Euro – Gebühr ist nach Meldebestätigung zu überweisen.
Vorkenntnisse:
Sichere Fallschule erforderlich
Übungswaffen sind mitzubringen.
PDF-Anmeldung Seminar Reynosa-Sensei in Nuernberg
MehrWarum ich Aikido trainiere…
Die Frage ist inspiriert durch den sehr offenen Artikel von Reynosa-Sensei im Newsletter Mitte 2005. Was Reynosa-Sensei hier beschreibt sind Höhen und Tiefen in über 30 Jahren Aikido.
Ich kann “nur” auf sechs Jahre Aikido zurückblicken. Das ist so, als könne man ein bißchen laufen, fiele aber doch immer noch auf die Knie. Budo wird mehr in Jahrzehnten bemessen, als in Jahren oder Monaten. Das wird viele Anfänger vielleicht überraschen, die schnelle Erfolge wittern. Die Selbstverteidigungskomponente würde vielleicht in Monaten erlernbar sein. Aber es geht um viel mehr.
Wer mit 38 Jahren anfängt Aikido zu üben und nie vorher mit Budo in Kontakt war, der ist gewillt etwas neu anzufangen, etwas auszuprobieren und von ganz unten anzufangen. Eine gute Übung im Leben, denn der Neuanfang passiert vielen Menschen im Beruf, im Privatleben und auch im Freundeskreis immer wieder. Selbst Schulen durchläuft man sein Leben lang. Man lernt nie aus und wer noch gewillt ist immer dazuzulernen, der hat sicher deutliche Vorteile im Leben, der bleibt viel länger jung.
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