Vier Schritte

Ein sehr schönes Zitat aus Kung-Fu, der beliebten Fernsehserie, die den USA und Europa Budo näher gebracht hat:

  1. Lerne zuerst zu Leben
  2. Lerne dann nicht zu Töten
  3. Lerne dann mit dem Tod zu leben
  4. Lerne dann zu Sterben

Es hört sich an wie ein Spruch aus alten Zeiten, in denen noch ständig Samurai kämpften. Aber sicherlich hat das heute wie damals genau seine Richtigkeit. Wir reden im Budo immer wieder über das Sterben und auch über das Leben mit all seinen Zutaten. Auch lernen wir im Aikido “Nicht Zu Töten”. Wenn Euch etwas einfällt zu diesen Zeilen dann bitte raus damit als Kommentar. Uns gefallen die Zeilen sehr.

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Zanshin & Mushin

Angela hat in Ihrem Artikel den Begriff “Zanshin” schon einmal erläutert. Hier ist noch einmal ein Versuch Zanshin zu erläutern und gegen Mushin abzugrenzen:

Liest man bei Sensei Phong Thong Dang und Lynn Seiser nach, so erfährt man folgendes (übersetzt aus dem Englischen):

“Zanshin ist die bleibende Verbindung, die noch lange nach der Ausführung der Technik besteht. Zanshin ist die Fähigkeit eine Verbindung einzugehen und zu halten. Zanshin ist das, was man als Leser dieses Buches hinterher mitnimmt.”

Es ist wohl genau das, was auch bei einer Teezeremonie statt findet und während und nach einem Aikido-Training da sein sollte: daß man sich verbindet mit seinem Gegenüber, daß es kein abruptes Ende nimmt, sondern daß man verbunden bleibt und sich weiter mit seinem Gast oder Meister (Teezeremonie) bzw. seinen Mitschülern und Lehrern (Aikido) verbunden hält. Nur mit der Verbindung funktionieren auch die Techniken am besten und man bleibt beim Partner/Gegner auch nach der Technik. Das hat auch den Grund des Bewachens, des Überprüfens, ob der Parnter/Gegner wieder angreift. Aber auch den Grund des Respektes.

Im Film “Der letzte Samurai” wird Tom Cruise in einer dunklen Straße von vier oder fünf Schwerkämpfern überrascht. Er tötet alle bis auf einen sofort und ist hinterher noch in Gedanken bei Ihnen. Er erinnert sich an die gesamte Szene. Eine Art Respekt und Verbindung. Ich vermute, daß die Szene Zanshin vermitteln möchte. Einer der Angreifer lebt noch und erhebt sich wieder und Tom Cruise merkt dies auch mit zugewandtem Rücken durch die Verbindung – Zanshin.

Ebenfalls ist eine Deutung von Mushin ist in dem Film vertreten bei einer Kampfszene mit bokken (Holzschwert). Dort sagt der junge Mann (der in Wirklichkeit ein sehr guter Budoka ist) zu Tom Cruise:
“No mind.” Er deutet auf die Umstehenden und sagt er solle alles um ihn herum vergessen, um die Technik perfekt auszuführen.

Mushin bedeutet leerer Geist, sich zu vergessen, sich zu leeren. Das ist vergleichbar mit der Teezeremonie (Chado). Auch dort versucht man den sehr schwierigen Zustand von Mushin zu erreichen. Und auch dort spielt Zanshin eine große Rolle. Es gibt viele Arten von DO, die alle diese Begriffe und Inhalte vermitteln und mit ihnen leben: Bu-do, Cha-do, Ken-do, Karate-do, Kyu-do, Ai-ki-do und etliche Künste mehr, wenn sie gut ausgeführt werden und nicht dem Wettkampf, Gürtelfarben oder Punkten dienen.

Bei der Recherche hat uns Akiko-san sehr geholfen. Akiko-san ist Meisterin der Edosenke-Teezeremonie und wir bedanken uns ganz herzlich bei Ihnen!

Sollten wir hier etwas falsch erläutert haben, oder Sie haben beim Lesen Ergänzungen gefunden, wären wir sehr dankbar für Kommentare. Danke!

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Japan Tag in Düsseldorf

Es war beeindruckend, welche Menschenmengen sich durch die Gassen der Altstadt quälten, um den Japan-Tag am gestrigen 02. Juni anzusehen. Allerdings war es wohl überwiegend dem guten Wetter und dem guten Marketing zu verdanken, daß viele Menschen kamen. Eher unspektakulär und unaufdringlich waren die Veranstaltungen – ganz japanisch zurückhaltend. Die Budoveranstaltungen waren gut besucht, auch wenn der Moderator zu Unrecht immer wieder von Sport redete, denn überwiegend wurde mit den Vorführungen von Kendo, Iaido, Kyudo, Naginata und Aikido schnell klar, daß es sehr konzentriert zuging und guten inneren Werten der Budoka dient. Die Aikido-Vorführung von Asai-Sensei und seinen Schülern war in meinen Augen sehr stimmig und wurde mit der richtigen Mischung aus Ruhe und Realitätsnähe präsentiert. Besonders schön die Techniken, die Asai-Sensei mit seinen erfahrenen Schülern und auch einer Anfängerin vorführte.Neben verschiedensten Möglichkeiten für das Spiel Go, Kaligraphie und Origami, gab es eine sehr detailgetreue und liebevoll präsentierte Samurai-Gruppe Takeda e.V., die verschiedene Tätigkeiten und Kleidungen der japanischen Vergangenheit präsentierte.

So hat sich der Japan-Tag auch deshalb gelohnt, weil die japanische Kultur den Europäern sehr engagiert nagegebracht wurde. Herzlichen Dank an alle Beteidigten.

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