Budogala Juni 2007 – Aikido Videos
Das Aikido-Shingen-Dojo im TV-Vorst ist eine sehr junge Aikido-Schule. Alle Schüler sind Anfänger und haben in wenigen Monaten viel gelernt. Am Anfang werden bei uns im Aikido spezifische Gymnastik zum Warmmachen, Rollen und Basistechniken gelernt. Diese können auch schon als sehr effektive Selbstverteidigung dienen.
Was anfangs ausschließlich nach Selbstverteidigung aussieht, schult aber vor allem auch die Wahrnehmung, die Ethik, die Aufmerksamkeit, die Toleranz, das Miteinander und die Disziplin und Etikette der Teilnehmer. Diese helfen im gesamten alltäglichen Leben bei Aufgaben wie der Arbeitssuche, jeder Aufgabenbewältigung, einer Krankheit und sogar anderen schwierigen Herausforderungen.
Aikido ist für alle Menschen – Kinder, Frauen, Männer – ab 6 Jahren geeignet. Ein Einstieg auch in späteren Jahren ohne Vorkenntnisse ist jederzeit möglich. Die Trainer Geraldine und Peter haben mit 36 und 38 Jahren mit Aikido begonnen. Der Erfinder des Aikido Morihei Ueshiba war mit etwa 60 Jahren auf der Höhe seiner Fähigkeiten.
Aikido ist eine rein defensive Kampfvermeidungskunst. Es ist kein Sport, denn es dient nicht dem Spaß oder dem Wettkampf. Es gibt beim Aikido keine Wettkämpfe und im Shingen-Dojo wird auch auf Graduierungen verzichtet. Um Graduierungen und Urkunden geht es beim Aikido aber überhaupt nicht.
Das Aikido-Shingen-Dojo zeigte auf der Budogala einen Ausschnitt aus dem ganz normalen Trainingsalltag. Hierbei werden die Übungen durch die Trainer gezeigt und von den Schülern geübt. Alle haben sich vor der Vorführung ausgiebig zusammen warm gemacht:
MehrWaffentraining im Aikido
Im Aikido sind neben dem waffenlosen Training (Taijutsu), auch Aikijo (Training mit dem jo) und Aikiken (Training mit dem bokken) Trainingsinhalte. Wir trainieren in Vorst diese und weitere Waffen (tanto, iaito) regelmäßig. Das Üben mit bokken (Holzschwert) und dem jo (Holzstock) trägt viel zum Verständnis des waffenlosen Taijutsu bei, denn hier kann sehr gut das richtige Timing und der richtige Abstand (maiai) geübt werden. Viele der Bewegungen helfen dem Verständnis für den Bewegungsablauf im waffenlosen Training. Manch einer der sich mit Techniken des Taijutsu schwer tut, kann durch Aikijo oder Aikiken dazulernen.
Gelernt werden kihon (Grundtechniken) katas; eine Bewegungsabfolge von Angriffen und Abwehren. Beides sieht von außen nach Show oder Choreographie aus, ist aber vor allem im partnerschaftlichen Umgang des Trainings eine Notwendigkeit, weil ein freies Training selbst bei sehr erfahrenen Aikidoka ein großes Verletzungsrisiko böte.
Alle Waffen genießen im Aikido größtmöglichen Respekt. Wer die Grundregeln der Etikette nicht lernt und diese nicht in sein Herz einschließt, wird sich oder andere unweigerlich verletzen und großen Schaden zufügen. Die Etikette ist nicht nur im Aikido die Form, ohne die Inhalte nicht gelernt werden kann. Allerdings ist in unserer Überzeugung nur eine echte Etikette, die von Herzen kommt, in der Lage die Aufnahmefähigkeit für die Inhalte zu erlangen. Im gesamten Waffentraining geht es nicht um die Befriedigung des Egos durch Angriffe oder ein Siegen, sondern um ganz andere Werte, die sich jedem erschließen, der genau aufpasst. In guten Akidoschulen wird nur im verantwortlichen Miteinander gelernt. Die soziale Komponente steht ganz weit vorne. Ohne die nötige Ethik und die Wertevorstellungen ist kein Waffentraining möglich, welches sowieso erst von fortgeschritteneren Schülern erlernt werden darf.

Es geht wie im waffenlosen Training bei beiden Waffenübungen immer um das Schleifen des Charakters und nie um Zerstörung. Vorraussetzung für alle Waffenübungen sind größtmögliche Konzentration und Zanshin, beides tolle Fähigkeiten auch für das Leben insgesamt, die auch durch Aikijo und Aikiken erlernt werden. Verantwortlichkeit, welche in der heutigen Gesellschaft kaum noch vorkommt, wird vor allem auch beim Umgang mit Waffen vorausgesetzt und gelehrt.
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