Zivilcourage

Es ist immer wieder erstaunlich wie wenig Zivilcourage gezeigt wird, ich komme gerade jetzt auf dieses Thema da ich auf folgendes Video gestoßen bin.:
http://www.youtube.com/watch?v=cSjLd6CJdcQ&feature=related
Zwar sind die dort gezeigten Vorfälle nur gespielt , die Reaktionen der Leute aber echt & wie ich finde sehr erschreckend.
Wir könnten jetzt sagen wie schlecht die Menschen doch sind, das halte ich allerdings für sinnlos und falsch.
Entscheidender ist die Frage warum reagieren viele so?
Die Antwort ist aus Angst & Unsicherheit
Beides kann man hervorragend mit Aikido entgegenwirken.
Einmal die technische Seite die uns ermöglicht auch körperlich einzugreifen.
Möchte ich aktiv ins geschehen eingreifen gefährde ich mein Leben, so einfach ist das erstmal, dementsprechend auch verständlich das viele davor scheuen.
Will ich also eingreifen können und auf diese weise Zivilcourage zeigen, muss ich zwangsläufig lernen mich Verteidigen zu können.
Auf der anderen Seite scheinen mir die Menschen Hemmungen zu haben.
Vielleicht doch unnötig die Polizei zu rufen, oder fremde Leute anzusprechen und eine Aufklärung der Situation zu fordern (zB. der Junge der von einem Mann weggezerrt wurde).
Solche Hemmungen sind in diesen Situationen völlig unangebracht und auch da muss man an sich arbeiten und Charakter zeigen.
Es gibt da ein schönes Zitat:
Es ist ein Jammer, daß die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel.“ Bertrand Russell
Ich würde es noch darum erweitern das die Idioten, die sich gerne prügeln und andere Leute unterdrücken, auch oftmals die Stärkeren sind.

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3 Kommentare

  1. ChristianL

    Hallo Sebastian,

    eigentlich muss es ja gar nicht erst soweit kommen das Menschen in eine Notsituation kommen, das aufeinander Zugehen und Wahrnehmen unserer Mitmenschen fängt schon beim Ansagen der Tageszeit an. Ein einfaches „Guten Morgen“ ist den meisten Menschen schon zu viel Aufwand und nichtmal eine Entgegnung wert. Wenn es daran scheitert ist der Mangel an Zivilcourage meiner Meinung nach nicht verwunderlich.
    Mit Erschrecken muss ich feststellen das sich solches Verhalten auch immer mehr in den kleineren Städten und Dörfern der Umgebung durchsetzt, ich empfinde das als derben Verlust.

    Bis denne
    Christian

  2. Hallo Sebastian,
    wie realistisch diese Szenen sind kann ich bestätigen. Nichtmal einen Tag zuvor haben wir über dieses Thema gesprochen schon passiert soetwas in sehr harmloser Variante auf nem Weg von mir.

    Es war offensichtlich ein Bezeihungsstreit. Kinder von einer Frau waren etwas weniger kooperativ über die Straße gegangen, da die Frau einen Kinderwagen als auch zwei Kinder zu bändigen hatte. Zumindest wurde der vermutliche Ehemann stinkig und hat, nachdem die Frau mit den Kindern drübern war, an dem Kinderwagen gewaltsam und grob gezerrt um diesen zu schieben. Die Frau nach und der Mann ist mit dem Kinderwagen von dannen gezogen. Die Frau blieb mit den Kindern zurück und musste sich ersteinmal hinsetzen da es ihr ziemlich an die Nerven ging.
    Dieses grobe zerren am Wagen und anschnautzen der Frau passierte vorbildlich vor einer Bushaltestelle mit min. 6 Passanten unterschiedlichen Alters und Geschlechts.

    Da mir das Video in Erinnerung gekommen ist und ich leider zusätzlich schon ein paar Situationen dieser Art mitbekommen habe und mir leider klar war, dass wohl vermutlich niemand eingreifen würde. Ich bin einfach nur vom Fahrrad abgestiegen und recht nahe an das Geschehen rangegangen ohne auf mich Aufmerksam zu machen doch nah genug um relativ schnell eingreifen zu können. Da man bestimmt soetwas als Unbeteidigter auch unwillentlich esskalieren lassen kann.

    Wie Aufmerksam die Passanten sind war erstaunlich! Es vielen schöne Kommentare wie „oh wer ist das nun“, weitere habe ich nicht genau Vestanden. Doch auch nur einen Schritt Richtung Geschehen tat keiner.
    Ich hatte die Befürchtung, dass er zugschlagen könnte. Vielleicht war dies für die restlichen Leute eine unbegründete Sorge.
    Ob jemand etwas unternommen hätten, wenn der Mann zugeschlagen hätte oder man sie direkt angesprochen hätte, kann ich nicht sachlich beurteilen. Meine persönliche Einschätzung in diesem Augenblick: nein!

    Als die Frau sich hinsetzte starrten die netten Passanten hin. Auch ich musste ersteinmal überwinden, was 1min gedauert hat, zur Frau zu gehen und nachzufragen, ob alles ok ist. Sie meinte es wäre alles ok und bedankte sich.
    Was unangnehm dabei war waren dei Blicke der Betrachter. Ich wurde gemustert und wohl überlegt was ich zu ihr gesagt haben könnte. Ich kam mir vor als wenn ich was falsches getan hätte.

    Nun ein Knaller der mich dann total aus der Bahn geworfen hatte. Da ich nun mit dem Fahhrad war und meine Ampel dann noch erwischen wollte, bin ich 10meter in die falsche Richtung auf dem Fußgängerweg gefahren.
    (Vorsichtig und ohne jemanden zu gefährden… )
    Da ermahnte mich eine ältere Dame von den genannten Passanten. Erstaunlich ^^*

    Das Fazit:
    Wenn wir selber nicht einschreiten oder Bereitschaft zeigen wird nichts passieren. Geht niemals davon aus, dass euch jemand zur Hilfe kommt. Das bedeutet auch seit euch im klaren, dass wenn ihr helft auch komplett alleine in dieser Situation steckt. Somit erst wenn man sich selber verteidigen kann, kann man anderen aktiv helfen.
    Natürlich ist ein Anruf bei der Polizei niemals verkehrt, bevor man üerhaupt nichts tut.

    Übrigens muss man keine Angst haben die Polizei zu rufen. Sie sind sehr hilfsbereit und wenn es in euren Augen notwendig ist, dass sie kommen müssen. Dann anrufen. Sie werden auch zu zuviel unwichtigeren Sachen gerufen.
    Und Sie sind zu unserem Schutz und Hilfe da. Zudem sind sie nach meinen Erfahrungen sehr freundlich.
    Dies mit der Polizei schreib ich, weil ich selber immer Hemmungen hatte sie zurufen und sie ist komplett unbegründet!

  3. Peter Roskothen

    Guter Artikel Sebastian. Es gab einen schönen Kommentar zu dem Thema im Fernsehen, als sich jemand erinnerte, die Engländer wären im Krieg so nah zusammen gerückt. Jeder hätte dem anderen mit etwas geholfen. Alle hätten einander geholfen. Damals gab es kaum etwas wichtigeres als das Leben zu verlieren.
    Die Angst und Abschottung nehmen mit dem Wohlstand zu. Ein wirklich typisches Symbol sind SUVs, bei denen ab einer bestimmten Geschwindigkeit die Knöpfchen runter gehen. Das ist für mich der Inbegriff der Gesellschaft von heute: Angst und Wohlstand. In Südafrika kann man sehen was passiert und wie die Schere sich entwickelt.
    In Deutschland und anderen wohlhabenden Ländern bietet sich überall das gleiche Bild: Vor den Türen ist alles piekefein, dahinter alles kaputt. Menschen haben schon Angst wenn man nett und freundlich zu ihnen ist. Macht mal die Probe und seid nett zu anderen. Ihr werdet mit Entsetzen feststellen, daß man in den meisten Fällen großes Erstaunen und Ablehung erfährt. Und wenn das anders ist, dann ist es meist ein sehr selbstständiger Mensch auf der anderen Seite. Jemand der freier von Angst ist. Meist jemand, der Budo macht.
    Die Reaktion der älteren Dame über Deine Einbahnfahrt ist für Psychologen nicht verwunderlich, Daniel. Da macht sich jemand Luft über sein eigenes Unvermögen zu Handeln. Und das macht er dann bei jemand Drittem. Es erinnert mich an Angehörge, die extrem sauer werden, wenn jemand nicht oder verpätet zur Beerdigung kommt. Das Unvermögen an dem Tod zu ändern entlädt sich konzentriert und unkontrolliert auf Dritte. Du hast sicher sehr richtig reagiert und geholfen.
    Christian, ich stimme Dir zu.

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