A hitchhikers guide to aikido training, or …

…was tun wenn man ständig unterwegs ist und trotzdem trainieren möchte.

Da ich beruflich viel unterwegs bin steh ich immer wieder vor dem Problem, dass ich unser Trainingstunden nicht besuchen kann. Dummerweise mag ich aber nicht mehr auf meine übliche Dosis Aikido nicht verzichten. Deswegen möchte ich meine Erfahrungen mit der Suche eines temporären Dojos und dem Training in einem solchen mit euch teilen.

1. Wie finde ich heraus ob in der Nähe Aikido trainiert wird?

Das Internet hilft immer, eine schnelle Suche über Google liefert zumindest erste Anhaltspunkte. Die echte Alternative ist allerdings einfach mal seine Mitmenschen zu fragen ob jemand einen Vorschlag hat. Nach meiner Erfahrung befassen sich erstaunlich viele Menschen mit Kampsfkunst/-sport und sind wirklich gut informiert.

2. Der erste Kontakt

Egal ob Ihr direkt im Dojo aufschlagt oder einen Kontakt per Mail oder Telefon habt, stellt euch kurz vor. Erzählt wo ihr her kommt, wie lange ihr schon trainiert, vielleicht auch eine bestimmte Stilrichtung und was euch sonst noch auf dem Herzen liegt. Solche Vorstellungen sind gern gesehen und geben den Lehrern wichtige Informationen um euch einzuschätzen.

3. Geh hin!

Solltet Ihr einen Kontakt per Mail gehabt haben, geht hin! Nur schreiben hilft nicht, manchmal ist so ein schriftlicher Kontakt auch falsch zu verstehen und man bekommt einen falschen Eindruck, wird man eingeladen so sollte man in  jedem Fall hingehen.

4. Das Handtuch und was noch?

An Ausrüstung braucht es unterwegs nicht viel, einen Gi ein paar Zori (Schlappen/Latschen), nehmt auf jeden Fall ein kleines Handtuch mit, in vielen Dojo’s ist es üblich sich vor dem Training die Füße zu waschen, da ist so ein Ding recht hilfreich. Ob Ihr einen Hakama tragen könnt solltet ihr im Vorfeld abklären, so viele Stilrichtungen des Aikido und so viele Lehrer es gibt, so viele Regeln gibt es auch bezüglich des Tragens des Hakamas, wenn Ihr sicher gehen wollt lasst ihn beim ersten Training weg und fragt vor Ort nach.

5. Dojo Ettikette?

Do your very best! Die Grundregeln sind überall die gleichen, werden nach meiner Erfahrung aber überall anders praktiziert. Schau dich im Dojo um und orientiert dich an den fortgeschrittenen Schülern (die mit dem Hakama ;-) ) und wenn was unklar ist siehe 6.

6. Wenn was unklar ist…

Sprechenden Menschen ist zu helfen, stell deine Fragen den fortgeschrittten Schülern, sie sind meistens angehalten „Neulingen“ zu helfen, geht es um organisatorisches kannst du dich auch direkt an die Lehrer wenden.

7. Was tun wenn es gar nicht passt?

Manchmal passt es einfach nicht, dann verschwinde nicht einfach laut und klanglos. Erklär kurz warum es aus deiner Sicht nicht passt und verabschiede dich höflich, Lehrer sehen viele Schüler gehen, aber nur wenige die sich verabschieden.

Diese Auflistung ist ein erster Anfang und wird bei Bedarf ergänzt. Fehlt euch was? Meldet euch bei mir und ich nehme es auf.

1 Kommentar

  1. Peter Roskothen

    Lieber Christian,
    das ist eine gute Anleitung. Man sollte noch wissen, daß in guten Dojos eine Art Vertrag zustande kommt. Wenn man das ganz kurz erklären möchte, dann klingt das so: Der Schüler strengt sich an und der Lehrer kümmert sich um den Schüler.
    Sieht man diesen Vertrag, den es gleich unten noch genauer aufgelistet gibt, dann wird klar, warum man sich verabschieden sollte und warum man seinem Lehrer immer offenen Wein einschenken sollte über die Schule(n), die man besucht und aus welchen Gründen (hat in Deinem Falle wunderbar geklappt, Kompliment).
    Sieht man, wie wenige Lehrer im Budo damit Geld verdienen, überhaupt Geld erhalten oder wie viel Energie sie in den Unterricht und die Schüler stecken, werden Deine Ausführungen umso klarer.
    Wir erklären übrigens immer, daß es gut ist zu anderen Dojos zu gehen, sich umzusehen, sich an Seminaren aller Art zu beteiligen, sich einen genauen Überblick zu verschaffen. Diese Transparenz bereichert und wird einem klar sagen, ob man in diesem oder jenem Dojo richtig ist. Lehrer die so etwas nicht zulassen, sind zutiefst ängstlich ihre Schüler zu verlieren (was mit deren Ego zu tun hat) und wissen in der Regel nicht, daß es um den Schüler geht. Auch dazu gehört allerdings Kommunikation: man sollte gegenüber seinem Lehrer immer völlig transparent sein, was andere Dojos oder Semiare angeht. Schließlich profitieren beide Seiten von mehr Wissen.
    Vielleicht noch ein Tip zur Suche des richtigen Dojos: Frag Dein Bauchgefühl, was die Chemie zwischen Lehrer und Schülern zu Dir selbst angeht. Lass nicht Deinen Verstand entscheiden, sondern versuche die Schwingungen zu spüren. Wenn da nicht genügend positive Gefühle sind, dann ist das nicht Dein Dojo.
    Das nur als kleine Ergänzung. Vielen Dank für Deine Mühe!
    Hier der versprochene Link zum „shitei“>>

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