Der lange Atem

Aikido zu lernen fordert Geduld und Vertrauen in die Sache heraus. Das geht Anfängern und Fortgeschrittenen so.

Das vom MAK-Stil geprägte Aikido im Shingen Dojo unterscheidet sich nicht selten merklich vom Aikikai-Stil, den ich ja hauptsächlich trainiere.

Ich muss aus dem Aikikai Bekanntes zeitweise bewusst „verlernen“, um andere Ansätze und Details zu erlernen und teilweise überhaupt erst wahrnehmen zu können.

Dafür muss ich mich in die Situation / Rolle eines Anfängers begeben, und das sind manchmal mental „unbequeme“ Erlebnisse.

Das soll Anfänger nicht entmutigen, aber es soll aufzeigen, wie die Anfänge im Aikido – neben dem Spaß, den man dabei haben wird – eben auch sein können, nämlich anstrengend, verwirrend, frustrierend.

Das geht vermutlich jedem zu Beginn so. Es macht es dem Anfänger, der herausforderndes Neuland wie Aikido betritt, aber eventuell schwer, tatsächlich am Ball zu bleiben.

Für einen Aikidoka kann es also nach ein paar Jahren durchaus interessant werden, Aikido wieder mit dem „Anfänger Geist“ zu begegnen.

Da ich im letzten Jahr einige Aikidoka am Beginn ihrer Reise habe aufstecken sehen, soll dies ein Appell sein, dem Aikido-Üben, auch wenn es anfangs nicht so recht nach der eigenen Vorstellung klappen will, (viel) länger eine Chance zu geben, als Verstand und Bauchgefühl es einem sagen.

Aikido wird nach meiner Empfindung dann auch nicht leichter, aber „anders schwierig“ und dabei eine angenehm intensive Erfahrung.

1 Kommentar

  1. Peter Roskothen

    Ein toller Blickwinkel, Jörn! Bei denen, die aufgeben, fällt auf, dass sie oft nur einmal die Woche trainiert haben. Das hat eine hohe Ausfallquote. Ich denke Dein sehr netter Lehrer in Mönchengladbach hat, wie wir auch, bereits erkannt, dass nur Menschen durchhalten, die sich rein knien und Spaß an Aikido haben.
    Danke für den schönen Beitrag!

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