„Etikette“ – was ist das und wofür ist das – eine Erklärung für Kinder

Wir reden im Aikido oft über „Etikette“. Aber kaum jemand weiß, was sich hinter dem Wort verbirgt.

Etikette hat nichts mit Kette oder einem Preisschild zu tun, sondern heißt soviel wie „gutes Benehmen“ oder „Guter Ton“ oder „Gute Manieren“. Ihr habt auch alle eine „Etikette“, ein Benehmen. Das gute Benehmen wird Euch schon von den Eltern und Großeltern beigebracht. Das fängt damit an, daß man morgens „Guten Morgen“ sagt und abends „Gute Nacht“ oder „Ich hab Dich lieb“ sagt. Und man kann noch ganz viele andere Beispiele finden wie das Essen mit Messer und Gabel (in Japan mit Stäbchen). Und daß man nicht am Tisch rüplst oder schlürft.

Und es geht weiter mit dem Händeschütteln, was wir in Deutschland zur Begrüßung machen. In Japan verbeugt man sich gegenseitig und begrüßt sich mit Worten wie „Kónichi wá“ (Guten Tag). Aber warum begrüßt man in der deutschen Schule nicht jeden Lehrer mit einem Händeschütteln?
Das hat sicher Zeitgründe, denn das würde ganz schön lange dauern, wenn das jeder Schüler mit jedem Lehrer in jeder neuen Stunde machen würde. Schade ist das natürlich, denn es ist ganz schön nett und sicher würde sich auch der Lehrer darüber freuen.
Dafür kann man ja am Anfang der Stunde aufstehen und gemeinsam „Guten Tag“ sagen, wenn der Lehrer hereinkommt. Wird das bei Euch in der Schule gemacht?
In unserer Aikido-Schule, dem Shingen-Dojo machen wir das am Anfang des Unterrichtes ja noch persönlich. Und dann begrüßen wir auf der Matte (japanisch: „Tatami“) auch das Aikido und O´Sensei und drücken so unseren Respekt mit den tiefen Verbeugungen aus.

„Etikette“ und gutes Benehmen haben ja viel mit Respekt zu tun. Was Respekt heißt? Nun ja, das ist so viel wie Achtung vor jemand anderem, vor einem Menschen, vor seinem Mitmenschen, vor seinen Freunden und auch vor Menschen die nicht meine Freunde sind. Auch vor Tieren und Dingen wie der Erde muß man Respekt und Achtung haben, sonst rächt sich das mal irgendwann.

Also Respekt hat mit Achtung zu tun und ist damit das Gegenteil von Egoismus. Also das Gegenteil davon, immer nur an sich selber zu denken. Respekt ist dann auch das Händeschütteln und wenn man sich dabei in die Augen sieht. Das macht man für einander. Übrigens die Japaner sehen sich bei der Verbeugung nur ganz ungern in die Augen. Die vermeiden es, sich gegenseitig in die Augen zu schauen. So unterschiedlich sind unsere Länder.

Was kann man denn jetzt mit all der „Etikette“ und Achtung im Leben anfangen? Na gut, ganz ehrlich gesagt könnte man auch ganz ohne „Etikette“ durch das Leben watscheln und immer nur an sich selbst denken. Das machen ganz viele Menschen so, ist aber total falsch. Denn die achten damit nicht die anderen Menschen, die Tiere oder auch nicht diese Erde. Die denken nur an sich selber. Wenn Ihr aber mit Achtung und gutem Benehmen durch das Leben geht, dann wird vieles sehr viel leichter und schöner. Freunde zu bekommen und gut mit Eltern und Lehrern auszukommen zum Beispiel. Die Eltern und Lehrer und Freunde freuen sich nämlich über Eure Achtung und über Eure Höflichkeiten. Und auch wildfremde Menschen freuen sich über Eure Höflichkeiten. Wenn Ihr der Mami und dem Papi mal ab und zu das Frühstück ans Bett bringt oder im Haushalt helft, freuen die sich auch. Das ist auch sehr gutes Benehmen (eine sehr gute „Etikette“).

Später wird es mit dem guten Benehmen auch viel einfacher, eine Ausbildungsstelle oder einen Beruf zu bekommen. Und auch eine Familie zu gründen wird damit viel einfacher. Also denkt mal darüber nach, was man alles machen kann, um sich gut zu benehmen (z.B.: Türe aufhalten. Im Bus/Zug aufstehen, wenn sich eine Frau oder ältere Frau/Mann oder ein Behinderter setzen möchten. Sich bedanken, wenn einem die Türe aufgehalten wurde.). Vieles davon wisst Ihr schon und macht das toll. Anderes kann man noch lernen. Beim Aikido lernt man davon ganz viel. Zum Beispiel das Verbeugen, wenn man auf die Tatami geht, das Angrüßen, das sich Bedanken nach jedem Training, das Aufbauen und Abbauen der Matten, den anderen zu helfen die Matten abzubauen, das Gürtelbinden und gegenseitige Helfen beim „Obi“ binden. Und vieles mehr. Auch die Achtung ist dabei und das gemeinsame Trainieren. Und sich nicht weh zu tun, aber trotzdem ehrlich anzugreifen und abzuwehren. Das sind nur ein paar Beispiele. Man lernt auch andere Länder und andere, fremde Menschen zu respektieren. Dadurch, daß man sich mit den japanischen Sitten ein bißchen auskennt, kann man später viel einfacher mit Japanern und auch anderen Menschen aus anderen Ländern auskommen und Freunde werden.

Gute „Etikette“ ist also wichtig. :-)

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