Gewalt hat viele Gesichter

 Wenn ich trainiere zu kämpfen, und etwas anderes tun wir ja im Aikido nicht, denke ich oft daran, dass ich versuche, gegen einen echten Angriff zu bestehen. Da ist ein Mensch, der mir persönlich sehr weh tun möchte. Nicht nur körperlich, sondern auch seelisch. Denn ein körperlicher Angriff ist auch immer eine versuchte Demütigung des Egos.

Gewalt und Auseinandersetzungen

In meinen 20 Jahren Polizeidienst bin ich selber schon in viele Auseinandersetzungen geraten, bei denen ich so manche  Blessur erlitt. Andere hatten leider nicht so viel Glück und wurden schwer verletzt oder sogar getötet. Gewalt ist für Polizisten also ein Thema, dass zum beruflichen Alltag gehört.

Täglich werden die Beamten zum Ziel von Gewalt. Aber sie werden auch zu Zeugen von der gesamten Bandbreite dessen, was Menschen anderen Menschen in den verschiedensten Situationen antun können.

Für diesen Blog möchte ich ein paar Gefahren beschreiben, von denen die eine oder andere einem möglicherweise nicht unbedingt so präsent sein dürfte.

 

1. Alkohol

Alkohol ist für mich der Gefahrenfaktor Nr. 1 ! In den allermeisten Fällen ist ein Angreifer betrunken. Viele Menschen verändern ihre komplette Persönlichkeit und werden derart aggressiv, dass selbst ihre Freunde sie nicht mehr wieder erkennen. Viele von ihnen verlieren zudem ihr Schmerzempfinden. Man kann es nicht glauben, aber eigentlich sehr schmerzhafte Haltegriffe können bei dem richtigen Gegner locker verpuffen. Angriffe von Betrunkenen kommen zwar in der Regel eher unkoordiniert daher, dafür sind sie aber oft sehr plötzlich und unerwartet, so dass der unbedarfte Verteidiger dadurch überrumpelt werden kann.

Eigentlich unnötig, aber dennoch erwähnenswert ist die Tatsache, dass die eigenen Chancen in einer Auseinandersetzung natürlich deutlich geringer sind, wenn man selbst zu tief ins Glas geschaut hat.

 

2. Andere Länder, andere Sitten

Auch wenn man heute oft dafür gescholten wird, weil es politisch nicht korrekt erscheint – aber ein Migrationshintergrund ist bei vielen Menschen ein Faktor, der die Anwendung von Gewalt begünstigen kann.

Viele Männer mit muslimischen Hintergrund legen sehr großen Wert auf ihre Ehre. Aus zunächst verbalen Streitigkeiten, die aus den banalsten Dingen wie z. B. einer Parklücke entstehen können, entwickeln sich ganz schnell körperliche Auseinandersetzungen. Man schaukelt sich gegenseitig so lange hoch, bis es knallt.

Viele Angehörige dieser Bevölkerungsgruppe sind gut trainiert und trinken eher wenig bis überhaupt keinen Alkohol. Angriffe können daher sehr gefährlich sein.

Der kluge Verteidiger versucht, einen Streit nicht hochschaukeln zu lassen und verhält sich so, dass der andere nicht sein Gesicht verliert. Dazu gehört auch ein Appell an die Vernunft und die menschliche Größe des Aggressors. Sollte aber ein Angriff erfolgen, darf man keine Hemmungen haben, sich zu verteidigen. Man ist ansonsten in höchster Gefahr.

Osteuropäer hingegen sind oftmals stark betrunken, wenn sie zu einem Problem werden. Viele von ihnen haben keinerlei Hemmung, Gewalt auszuüben, weil sie selber aus einer Gesellschaft kommen, wo Gewalt zum Alltag gehört. Das gilt ebenfalls für Menschen, die aus ehemaligen Kriegsgebieten kommen, wie z. B. Jugoslawien, Albanien, Libanon oder Irak.

 

3. Jugendliche und junge Erwachsene

Je älter ich werde, desto mehr habe ich den Eindruck, dass Regeln und Grenzen nicht mehr gesetzt werden. Ich bin schockiert, wie viele junge Leute zwischen 14 und 25 der Meinung sind, dass ihnen niemand etwas zu sagen hat. Es ist traurig zu sehen, wie viele Eltern es gibt, die ihren Sprösslingen alles durchgehen lassen. Lehrer kennen das besonders gut.

Wir hatten mal in einem Karnevalseinsatz einen 16 Jahre alten Jungen, der nichts Besseres zu tun hatte, als ein Mädchen an den langen Haare zu greifen und dann völlig grundlos auf ihr Gesicht einzuprügeln. Als er dann auf der Wache von seinen Eltern abgeholt wurde, waren sie lediglich empört darüber, dass die Polizei es gewagt hatte, den lieben Racker mit zur Wache zu nehmen. Was er getan hatte, interessierte sie überhaupt nicht.

Aus dieser Regel- und Grenzenlosigkeit erwächst fehlendes Unrechtsbewusstsein. Und das führt zu Gewalt, wie wir sie von Videos in U-Bahn-Stationen her kennen.

 

4. Partner

Leider werden Frauen besonders oft Opfer von häuslicher Gewalt. Der Ehemann zu Hause ist statistisch gesehen deutlich gefährlicher als der unbekannte Sexualtäter im Stadtpark. Jeden Tag wird unzähligen Frauen Gewalt von den Menschen angetan, die sie eigentlich am meisten lieben. Dabei reicht das Spektrum von Beleidigen bis Ermorden. Viele Frauen machen ein jahrelanges Martyrium durch und können sich nicht durchringen, aus dieser Spirale auszubrechen.

Ich kann nur jeder Frau raten, spätestens bei der ersten körperlichen Entgleisung, meistens einer Ohrfeige, schleunigst das Weite zu suchen. Es gibt genügend Schutz- und Hilfemöglichkeiten, die Opfer häuslicher Gewalt in Anspruch nehmen können.

 

5. Psychisch Kranke

Für die breite Öffentlichkeit meist unbemerkt, laufen draußen unfassbar viele Menschen herum, die psychisch krank sind. Damit meine ich Krankheiten wie Schizophrenie oder manische Menschen. Also die, die z. B. Stimmen hören oder sich für etwas anderes halten. Darunter befinden sich einige, die wirklich gefährlich sind. Wenn man glaubt, dass die alle in Krankenhäusern weggesperrt werden, irrt man. Wenn die Polizei über das Ordnungsamt die Zwangseinweisung einleitet, weil jemand „fremdgefährdend“ ist, können wir darauf wetten, dass die Ärzte ihn einen Tag später wieder entlassen.

Diese Menschen sind deshalb so gefährlich, weil sie völlig unberechenbar sind. Wer eine gute Beobachtungsgabe hat, kann sie in der Regel aber schon vorher an der Art, wie sie sich bewegen oder gucken, erkennen.

Ich schwöre, während ich diese Worte hier schreibe, sitzt nebenan im Schreibraum eine Frau, die sich für die Kaiserin von Frankreich hält und gerade eben im Kaufhof Kunden mit Eiern beworfen hatte.

 

6. Zur falschen Zeit am falschen Ort

Wer nachts durch die Stadt läuft, um von A nach B zu kommen, ist grundsätzlich in Gefahr. Man muss hier immer damit rechnen, Zufallsopfer von Tätern zu werden, die mal eben ein Handy oder ein Portemonnaie haben wollen. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, sollte man nicht alleine gehen, höchst aufmerksam sein und einen wachen Geist haben. Ein Räuber checkt einen vorher ab, ob man Probleme bereiten wird. Das wird vor allem danach beurteilt, ob das Opfer selbstbewusst und wehrhaft erscheint.

Sollte ein Täter sich zum Angriff entscheiden, wird er, um Widerstand zu vermeiden, plötzlich und hinterhältig zuschlagen. Wenn er bemerkt, dass man ihn schon vorher auf dem Schirm hat, ist es gut möglich, dass er einen Versuch unterlässt.

Andere „falsche“ Orte sind alle Massenveranstaltungen, wo viel getrunken wird. Fußballspiele, Konzerte, Karneval – hier ist immer erhöhte Aufmerksamkeit angesagt, wenn man teilnehmen möchte. Wer sich selbst das antun möchte, sollte sich nicht beschweren, wenn er Probleme bekommen hat.

 

7. Die Not von anderen

Wenn man sieht, dass ein Mensch in Not ist, muss man natürlich helfen. Aber nach Möglichkeit sollte man dies nicht alleine tun und andere Helfer mit ins Boot holen. Fordert Umstehende auf, bei einem Einschreiten zu helfen oder die Polizei zu rufen. Ansonsten werdet ihr schnell zum neuen Ziel des Angreifers oder das bisherige Opfer solidarisiert sich plötzlich mit „seinem“ Täter, weil sie eigentlich eine gute Beziehung zueinander haben.

Generell gilt: je mehr Menschen Zeugen eines Unglücks werden, desto geringer ist die Chance, Hilfe zu bekommen, weil sich niemand verantwortlich fühlt. Hier muss man seinen Mut zusammen nehmen und die Initiative ergreifen. Wenn der Bann einmal gebrochen ist, ziehen die Mitmenschen in aller Regel auch nach.

 

8. Polizei

Klingt komisch aus meiner Feder, aber die Polizei kann zu einer Gefahr werden. Nämlich dann, wenn man Anweisungen, besonders Platzverweisen, nicht nachkommt. Ein Polizist darf nämlich durchaus bestimmen, wo man sich aufhalten darf und wo nicht. Je nach Situation ist der Geduldsfaden der Beamten sehr kurz. Besonders in den frühen Morgenstunden fehlt die Lust auf diskussionsfreudige Zeitgenossen. Man ist also gut beraten, freundlich zu bleiben und Anweisungen zu befolgen. Ansonsten muss man damit rechnen, unter Anwendung von Zwang in eine Zelle gepackt zu werden.

Wer sich ungerecht behandelt fühlt, sollte sich schriftlich beschweren. Übrigens: wer vehement eine Dienstnummer fordert zeigt nur, dass er überhaupt keine Ahnung hat und macht sich schnell lächerlich. Es gibt sie so nicht.

Es gibt natürlich noch viel andere Möglichkeiten, Opfer von Gewalt zu werden. Ich hoffe aber, dass diese kleine Übersicht aus der Praxis ein wenig zum Nachdenken anregt und euch zeigt, wie schnell ihr in eine Auseinandersetzung geraten könnt. Behaltet immer einen ruhigen und aufmerksamen Geist, der das Geschehen um euch herum beobachtet. Trainiert eure Fähigkeit, die Körpersprache und besonders die Mimik von Menschen zu lesen und Anzeichen von Verachtung und Zorn zu erkennen. Versucht immer, eine verbale Eskalation zu vermeiden und zieht euch zurück. Sollte aber alles nichts nützen, erwartet bei einem Kampf weder Fairness noch Mitleid. Wenn ihr euch wehren müsst, darf es keine halben Sachen geben. Gebt, wenn möglich, allen Umstehenden vorher deutlich zu erkennen, dass ihr auf keinen Fall eine Schlägerei wollt und nicht angefangen habt.

Der Blog wurde etwas länger, aber ich hoffe, ihr könnt etwas damit anfangen. Es war auch direkt der erste Blogbeitrag, den ich überhaupt je geschrieben habe. Über Feedback würde ich mich sehr freuen.

8 Kommentare

  1. Peter Wilhelm

    Ein sehr interessanter und lesenswerter Beitrag. Ich finde die Äußerungen auch nicht politisch unkorrekt. Man soll bitteschön kein Blatt vor den Mund nehmen, wenn man weiß wovon man redet.
    Es ist alles gut und sachlich formuliert.

    Vielen Dank für diesen Blick von der „anderen“ Seite des Geschehens.

  2. Hallo Michael,

    ich möchte mich ebenfalls für deinen Beitrag bedanken. Ich habe ihn mit großem Interesse gelesen, weil du wirklich weißt, wovon du sprichst. Es ist ein wenig traurig, dass du so viel Gewalt erleben musstest, aber von dir kann man einiges lernen!
    Ständig liest man in der Zeitung von irgendwelchen nächtlichen (oder nicht einmal das) Überfällen auf Zufallsopfer, Fällen häuslicher Gewalt und Eskalationen bei Massenveranstaltungen. Das zeigt, wie alltäglich das geworden ist, was du beschreibst.
    Vielen Dank für deine „Insiderinformationen“, die auf jeden Fall noch einmal sensibilisieren.

    Liebe Grüße
    Natalie

  3. Butcher-San

    Lieber Michael
    Vielen Dank für Deinen sehr präzisen Beitrag.
    Leider hatte ich ja erst ein mal Gelegenheit mit Dir zu trainieren und Dich wenigstens für eine kurze Zeit vom Alltag abzulenken. Ich hatte leider in meinem Leben bisher Gelegenheit auf Menschen aus Nr. 1/2/3/6 und 7 zu treffen.
    Ich möchte kurz etwas zu 7. anfügen. Wenn man
    Zivilcourage zeigt und die Aufmerksamkeit des oder der Täter(s) auf sich lenkt und diese(r) gewaltbereit sind (ist) und Gewalt auch anwenden, ist es um so schlimmer, dass diese Täter während oder nach ihrer Genesung ihre Anwälte brauchen, einen noch anzuzeigen. Also an alle, die nicht ganz frisch im Kopf sind und die Quittung von Hasi noch haben: Wenn ihr euch nicht benehmt und dann Aua habt, ertragt es und werdet netter.
    Liebe Grüße an alle ;-)))
    euer Butcher-San

  4. Danke, Butcher-San. In der Tat ist es so, dass die Aggressoren – so möchte ich sie mal nennen – danach gerne eine Strafanzeige erstatten.
    Deshalb ist es besonders wichtig, durch sein Handeln Außenstehenden klarzumachen, dass man nicht der Urheber des Angriffes ist. Dies
    ist z. B. durch deutliche Ansagen („Laß‘ mich in Ruhe ! Ich möchte keinen Ärger haben !“) oder eine klare Gestik (Zeigen der leeren Hand, defensive Gestik) möglich. Desweiteren sollte man wissen, dass die Polizei jede Anzeige aufnimmt, egal, wie dämlich die Vorwürfe sind. Entschieden wird bei Gericht.

  5. Wenn ich euer Interesse geweckt habe, empfehle ich euch ein Buch, das wirklich tolles Hintergrundwissen liefert. Das Buch beschäftigt sich besonders mit den psychologischen Faktoren einer Selbstverteidigungssituation. Es ist allerdings auf Englisch. Die Kindle-Ausgabe kostet nur 3,60 Euro !

    http://www.amazon.de/Facing-Violence-Rory-Miller/dp/1594392137

  6. Hallo Michael,
    Ich muss sagen ich bin weniger deiner Meinung und auch von der Resonanz recht überrascht. Ich finde du hast in zwei Punkten deutlich Unrecht und auch die restlichen Punkte sind sehr plakativ und wenig differenziert, auch wenn die Form deines Artikels äußerst lobenswert ist.

    Erstens: Ich finde es problematisch (und zwar sachlich problematisch und nicht politisch), dass du Migrationshintergrund als Ursächlichkeit darstellst. Viel mehr ist es doch so, dass Menschen mit einem niedrigen Bildungsstand sich von Begriffen wie „Ehre“ einzäunen lassen. Hinzu kommt eine verfehlte Imigrationspoltik und die Marginalisierung dieser Menschen. Das Ausländischsein ist in diesem Zusammenhang eine Akzidenz keine Ursache. Es geht dabei also nicht um kulturelle Probleme sondern um soziopolitische. Jetzt steht es dir natürlich frei zu sagen, dass dies nichts daran ändert, dass es sich bei ungebildeten und abgelehnten Menschen nun mal oft um Ausländer handelt, aber wenn wir hier nicht trennscharf unterscheiden fördert deine Darstellung Ressentiments und schlichten Rasissmus. Das steht in diametraler Opposition zu den Zielen von Aikido.

    Zweitens: du sprichst Leuten die gerne Fußball im Stadion schauen die Kompetenz ab sich danach über Gewalt zu beschweren. Das nennt man im Fachjargon „victim blaming“ und ist ebenso unsinnig wie die Aussage „vermeide gefährliche Orte“. Ziel einer Gesellschaft muss es sein diese Orte zu verbessern und nicht zu meiden da sonst Ghettoisierung und Zweiklassengesellschaft die Folge sind.

    Desweiteren ist dein Kommentar über die Polizei zumindest(!!!) problematisch. Du entwickelst das Gefahrenpotential der Polizei nur au der Idee des Ungehorsams heraus. Dass dieser Ungehorsam gerechtfertigt sein kann, übergehst du, womit deinr vermeintliche Selbstkritik lediglich einem Appell zu Duckmäusertum und polizeilicher Hoheit über Korrektheit zivilen Handelns wird.

    Ich kenne dich nun leider nicht und weiß vieles von dem was du sagst nicht zu verorten, aber in diesen Punkten bist du argumentativ schlichtweg unpräzise und schlecht gewappnet. Als Person will ich dir gar nichts aber methodisch ist der Text leider ungenügend.

    Liebe Grüße

  7. Hallo Tobias,

    danke für deine Kritik. Irgendwie fühle ich mich aber, als ob ich in einer Seminararbeit durchgefallen wäre. Aber hatte ich nicht einen Blog geschrieben ?

    Es tut mir leid, dass der Artikel deiner Meinung nach plakativ ist. Mir lag es jedoch fern, eine Studienarbeit über Gewalt zu schreiben – ich wollte „nur“ meine Gedanken zu dem Thema äußern.

    Meine Gedanken stellen meine Meinung dar, die ich mir aufgrund meiner Erfahrungen als Polizist gebildet habe. Für einen Blog-Beitrag, der lediglich den Anspruch hat, die persönliche Meinung eines Autors darzulegen, finde ich es viel verlangt, eine ausgefeilte und „trennscharfe“ Darstellung des Themas Gewalt zu erwarten, was ich indirekt aus deinem Kommentar herauslese. Mein Artikel ist subjektiv, einseitig und sehr persönlich. Ein Gedanke halt – nicht mehr und nicht weniger.

    Ich habe keinerlei Absicht, Fremdenfeindlichkeit oder Rassismus zu fördern. Das bedeutet aber nicht, dass ich meine Meinung politisch korrekt darstellen muss, damit sich ja keiner auf die Füße getreten fühlt.

    Ob sich meine Meinung in „diametraler Opposition“ zum Aikido-Gedanken befindet, ist mir in einer Situation, in der meine Gesundheit, die meiner Kollegen oder Dritten bedroht ist, herzlich egal. Ich mache keinen Unterschied zwischen einem Deutschen und einem Ausländer: Im Gegensatz zu einem „normalen“ Bürger bin ich sogar mit einer großen Bandbreite an Waffen (bis hin zur Schusswaffe) ausgerüstet, die ich einsetzen werde, wenn ich dazu gezwungen bin. Dann dürfte ich unter bestimmten Voraussetzungen – klingt jetzt blöd, entspricht aber den Tatsachen, sogar jemanden töten. Da kommt der Aikido-Gedanke leider zu kurz, weil ich noch lieber gesund nach Hause komme.
    Wenn ich den Job nicht machen würde, wäre ich auch dafür, einen Angreifer sanft zu kontrollieren, aber die Dinge sind bei mir leider anders.

    Zum Thema Stadien, etc. gebe ich dir recht. Die sollten auf jeden Fall „besser“ gemacht werden. So lange die Orte aber gefährlich sind, ist man dort relativ schnell in Gefahr. Ob man sie deshalb meidet, muss jeder für sich selber wissen. Ich gehe in meiner Freizeit jedenfalls nicht dorthin und würde es auch niemandem raten, unnütz hin oder her.

    Und dann wäre da noch mein „Appell zum Duckmäusertum“ gegen die Obrigkeit. Da hast du für mein Empfinden einfach sehr viel hinein interpretiert.

    Ich kenne auch dich leider nicht persönlich, aber ich kann mir gut vorstellen, dass unser beider bisheriger Werdegang etwas anders verlaufen ist. Aus deiner Argumentation heraus würde ich darauf tippen, dass du irgendwas in Richtung Soziologie studierst. Sollte ich Recht haben, bitte ich dich zu überlegen, wie sich deine Meinung vielleicht bilden würde, wenn du deine Wochenenden nachts auf Streife in einer Großstadt wie Köln fahren würdest. Möglicherweise wäre das dann auch der Grund, warum der Artikel so wenig kritische Resonanz erfahren hat. Vielleicht – ganz vielleicht – spiegelt er doch die persönlichen Erfahrungen anderer Aikidoka ganz gut wieder.

    Ich hoffe, meine Antwort war jetzt nicht auch „methodisch ungenügend“, was ich in diesem Rahmen übrigens anmaßend finde.

    Lieben Gruß, Michael

  8. Hallo Michael,
    Für den Schulmeisterlichen Tonfall entschuldige ich mich! Ich wollte dich nicht kränken oder anmaßend klingen, aber ich schrieb so von der Leber weg weil du ja sagtest political correctness spiele keine Rolle. Und ich bin nun leider Lehrer deswegen verfall ich leicht in so nen Korrekturstil. Tut mir leid!

    Inhaltlich bleib ich dabei: ob nun Blog oder Semiararbeit. Argumente gegen eine Bevölkerungsgruppe vorzubringen und Leute darauf Aufmerksam zu machen, dass „solche Leute“ gefährlich sein könnten ist für mich nicht politisch unkorrekt, sondern SACHLICH unrichtig und schlicht rassismus begünstigend. Und da hat trennschärfe nichts mit Wissenschaftlichkeit zu tun sondern damit Menschen differenziert zu betrachten und nicht in Schubladen zu stecken. Ich glaube dir sofort, dass es nicht deine Absicht war, aber das richtig darzustellen ist nicht Seminararbeitspflicht sondern für meine Begriffe das mindestmaß an Respekt das man Menschen entgegenbringen kann.

    Was Gefahr betrifft sehe ich das ähnlich ich finde auch, dass es in der Situation keine Frage von Zimperlichkeit sein darf sich zu verteidigen aber im Bezug darauf hab ich gar nichts gesagt. Mein „diametral entgegengesetzt“ richtete sich darauf, dass ich es für „unaikidoig“ halte Leute in so Schubladen darzustellen. Wenn man in der Situation drin ist und sich verteidigen muss, klar das muss man so machen wie es geht. Aber wie gesagt zur praktischen Umsetzung habe ich mich nicht geäußert.

    Zuletzt der Praxisbezug… Ich spreche dir auf keinen Fall deine Meinungshoheit ab, weil du nunmal so nen Job machst und dafür bin ich dankbar. Aber erstens finde ich dass du trotzdem diese Ausländerproblematik feiner unterscheiden musst, das hat ja mit dem Beruf nix zu tun.

    Daneben möchte ich noch sagen, dass mein Studium ja nichts damit zu tun hat, dass icu verkopft wäre oder keine Ahnung hab wovon ich rede. Ich lebe in Guatemala ich weiß was gefährliche Straßen sind. Und icu ägere mivh das schreiben zu müssen um argumentative Autorität zu gewinnen. Naja ich hoffe du verstehst meine Kritik besser.

    Beste Grüße

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