„nicht kämpfen“

Aikido wie ich es sehe hat (zumindest im Ideal) nichts mit Kämpfen zu tun, ein Aikidoka kämpft nicht.
Das klingt für einen Leihen vielleicht zu Anfang widersprüchlich, da er Aikido eher mit Begriffen wie „Kampfkunst“ oder „Selbstverteidigen“ in Verbindung bringt.
Nun gut, „Kampfkunst“ ist vielleicht wirklich nicht die richtige Bezeichnung, aber wie kann ich mich verteidigen wenn ich nicht einmal mit dem Aggressor kämpfe, der mich bedroht ?

Aikido zielt darauf weder Gewalt zu zu lassen (durch Passivität), noch zu gleichen Mittel zu greifen.
Ich habe da mal eine schöne Definition gelesen:
„Das Ziel ist es den Angriff des Aggressors um zu lenken , ins leere laufen zu lassen, oder gegen ihn selbst zu richten so das sich seine Kraft aufhebt…“
die dann noch etwa so weiter ging:
„ … so das dem Angreifer die Möglichkeit gegeben wird die Unsinnigkeit seiner Tat einzusehen und sein vorhaben von selbst aufgibt“
Im Ernstfall bedeutet das natürlich nicht, das ich bei einem Angreifer solange Tenkan und Irimi mache bis ihm die Lust verlässt und er nach Hause geht. Das wird mit Sicherheit nicht funktionieren.
Ich finde diese Definition wirklich super, es ist genau das, was Aikido für mich so besonders macht.
Aber als Ideal, als Ziel worauf man hin arbeitet, nicht Eins das erreicht werden kann.

In der Praxis, bei der Selbstverteidigung auf der Straße lässt es sich nicht vermeiden den Angreifer über Schmerzen gefügig zu machen, wie viele Hebeltechniken oder Haltetechniken es tun. Im Gegenzug versetzt es uns vielleicht in die Lage dem Aggressor schwerwiegendere Verletzungen zu ersparen. Vielleicht muss ich auch zu seinem Schlag greifen oder einen Arm brechen um mein Leben zu schützen. Es ist nicht nur Situationsabhängig sondern auch sehr von meinem können. Je sicherer ich im Aikido bin, um so weniger Gewalt muss ich anwenden.

Aikido wird nicht jede Verletzung unnötig machen, aber es gibt uns die Möglichkeit in
immer mehr Situationen darauf zu verzichten.
Das ist das Besondere und das was meiner Meinung nach Aikido unter allen Kampfkünsten einzigartig macht, die Ausrichtung nicht auf das Kämpfen sondern vielmehr auf das „nicht-Kämpfen“
Im Kampf geht es immer darum den Gegner auszuschalten, „KO zu schlagen“ bevor er es bei einem selbst schafft, Feuer mit Feuer zu bekämpfen.
Aikido macht es nicht, es greift nicht zu gleichen mitteln wie der Angreifer, sondern versucht Aggression mit Widerstandslosigkeit und Angemessenheit zu begegnen.

2 Kommentare

  1. einen schönen guten tag wünsche ich allen die dies hier lesen.
    ich komme aus münster und betreibe seit meiner kindheit kampfsport jedoch habe ich noch nie eine form des aikido betrieben , auch wenn ich diese aus vollem herzen respektiere und bewundere . der grund warum ich das tiefe bedürfniss verspürt habe hier etwas zu schreiben ist der folgende : ich habe mir seit nun einigen stunden diesen blog durchgelesen und muss meinen respekt euch /ihnen allen gegenüber unbedingt ausdruck verleihen. bei dem übermaß an kampfsportforen die das internet durchziehen vermisse ich vorallem im laufe der letzten jahre und der immer tiefer durchdringenden kraft der moderne eine der wirklich wichtigen säulen des kampfsports und zwar die der wahren lehre des budo . unter der kategorie „über uns “ heisst es “ Vor allem jedoch hat Reynosa-Sensei die Toleranz, die Weisheit, die Liebe, die es braucht, um Aikido zu lehren und Menschen zu motivieren“ . bei nicht einem einzigen foreneintrag in ihrem / eurem blog habe ich auch nur eine sekunde die toleranz gegenüber anderen menschen die hier in diesem blog agiert haben vermisst und muss bemerkenswerter weise feststellen das all diese hier aufgezählten eigenschaften vollkommen in den schülern und den lehrenden aufgegangen sind . der respektvolle umgang unter- und mit-einander scheint hier von aller größter präorität zu sein . auch wenn dieser blog nur ein kleiner blog in den weiten des world wide web ist trägt er doch zur erhaltung von werten und dem arbeiten am mensch sein in der heutigen modernen zeit bei . jeder schüler von sensei roskothen und seiner frau kann sich glüklich schätzen lehrer gefunden zu haben die nicht nur einen “ sport “ weitergeben sondern eine lebenseinstellung , eine lebensaufgabe und einen weg aufzeigen der sehr wertvoll in der heutigen welt des kampfsports geworden ist .
    mit einem koreanischen ho shin wünsche ich der familie roskothen und allen schülern des shingen-aikido-dojo alles gute für das neue jahr . euer sami

  2. Das Leben ist ein Kampf. Ein Kamp gegen sich selbst. Alles andere ist Beiwerk.

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