Shitei – Lehrer-Schüler Beziehung

Werner Lind beschreibt das Shitei in seinem Buch „Budo – Der geistige Weg der Kampfkünste“ (O. W. Barth Verlag) so:

„Wörtlich übersetzt man Shitei mitLehrer (Shi) und Schüler (Tei). In den Kampfkünsten bezeichnet der Begriff das budogemäße Verhältnis der beiden zueinander, das aufgrund eines Abkommen entsteht, in dem der Schüler verspricht, die Grundvoraussetzung für echtes Lernen zu akzeptieren, und der Meister verspricht, den Schüler auf den Weg des Budo zu führen. Das Zustandekommen von Shitei ist nach alter Tradition ein heiliger Akt, der in einem Dokusan (Shoken) vollzogen wird.

Shitei ist ein Vertrag zwischen Lehrer und Schüler

Ihm zugrunde liegt das unwiderrufliche Versprechen des Schülers, seinen inneren Unebenheiten (Bonno) so lange und so entschieden zu begegnen, bis der Lehrer die Wegmeisterschaft bestätigt. Auf der Basis dieses Versprechens akzeptiert der Meister seine persönliche Beziehung und erklärt sich bereit, dem Schüler den Zugang zum Weg zu öffnen.“

Es gibt viele Dinge, die man dazu erklären muß. Zunächst ist das Shitei bei Lehrern (ich mag den Begriff Meister persönlich nicht so gerne) des Budo (nicht zu verwechseln mit Kampfsport) sicher eine wesentliche Grundlage des Trainings. Nicht immer muß man aber das Shitei unterschreiben, um als Schüler zu lernen und nicht immer wird das Shitei offen ausgespochen. Trotzdem gehört es in einem guten Dojo dazu. Die Definition von Wernern Lind ist seine persönliche Interpretation.

Shitei als respektvolle Grundlage

So mancher Meister wird sich heute vermutlich schwer tun mit der „Bestätigung der Wegmeisterschaft“ seines Schülers. Dazu wird oft nicht intensiv genug trainiert, meist ist die Verbindung von Lehrer und Schüler zu oberflächlich, meist ist vor lauter Arbeit und Familie nicht die Zeit vorhanden für Wegmeisterschaft. Und dennoch ist es viel Wert, wenn ein guter Lehrer (Wie ist das denn definiert? Anhand von Graduierung?) einen Schüler fördert, ihn aufnimmt, ihn ins Herz schließt und ihm seine Werte darlegt. Im besten Falle ist der Sensei jemand, der die besonderen und guten Eigenschaften seiner Schüler katalysiert.

Sicherlich wird das Shitei nur Beachtung finden, wenn der Schüler und der Lehrer Spaß am Training haben und wenn sie beide sich mögen und respektieren. Ganz oft sind es aber andere Gründe warum Schüler in ein Dojo kommen. Manchmal finden Schüler ihr Ziel und  Weg auch erst nach Jahren und erst dann wissen Schüler mit dem Shitei etwas anzufangen.

Es gäbe noch viel zum Shitei zu sagen. Das könnte Bücher füllen.

© Peter Roskothen schreibt zum Aikido- Budobegriff Shitei

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