Wie Budo mich jeden Tag begleitet Part I: Shu Ha Ri

Hallo Zusammen,

seit einiger Zeit beschäftigen mich immer wieder parallelen zwischen meinem Job, meinem Leben und Budo. Ich arbeite als Consultant/Coach/Trainer für Software Entwicklung mit dem Schwerpunkt auf Entwicklungsmethoden und in den letzten Jahren erhält Budo in der einen oder anderen Form Einzug in dieses Themenumfeld. Auf der anderen Seite verbindet sich Budo auch mit dem Rest meines Lebens. Mit dieser Serie möchte ich diese Erfahrungen mit euch teilen.

Während einiger Recherchen bin ich auch diesen Artikel von Alister Cockburn gestoßen: Shu Ha Ri. Ich finde die parallelen zu einem/meinem Berufsbild unglaublich spannend, denke aber auch das der Anspruch an einen Lernprozess dieser Art in unserem Kulturkreis die Menschen leicht überfordert.

Was denkt Ihr darüber?

Christian

P.S.: Wer ist Alistair Cockburn?

1 Kommentar

  1. Hallo Christian!

    Der Artikel war wirklich interessant, da er Shu Ha Ri auf einen konkreten Bereich bezieht, in diesem Fall die Informatik. Dazu kann ich natürlich gar nichts sagen, ich würde aber gerne auf deinen letzten Gedanken eingehen.

    Wenn ich dich richtig verstanden habe, denkst du, dass Leute, die mit westlichen Vorstellungen aufgewachsen sind, von Shu Ha Ri überfordert sind. Ich glaube, genau das Gegenteil ist der Fall: Wir sind nicht mit der Lerntechnik überfordert, sondern die Tatsache, dass wir die Lerntechnik nicht berücksichtigen, überfordert uns.
    Die östliche Kultur beinhaltet, dass es zum Beispiel in den Dojos üblich ist, dem Sensei zu gehorchen, ohne seinen Unterricht zu hinterfragen. In Europa wollen wir immer genau wissen, warum alles so funktioniert, wie es funktioniert. Weil wir so sehr die Zusammenhänge verstehen wollen, verlieren wir den Blick für das Wesentliche. Wir übersehen, dass wir zuerst geduldig die Grundlagen lernen müssen, um die Hintergründe überhaupt verstehen zu können.
    Dies kann man auch gut bei Aikido beobachten, zum Beispiel bei der Tatsache, dass die meistens sich immer wieder dazu zwingen müssen, langsamer zu üben. Es ist wichtig, nicht den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen.

    Man kann den Drang, zu hinterfragen, mit dem uns anerzogenen Misstrauen erklären. Glaube keinem, bilde dir deine eigene Meinung, sei kein Mitläufer. Aber um sich eine eigene Meinung bilden zu können, muss man erst die erste und zweite Entwicklungsstufe durchlaufen, denn die eigene Meinung ist die dritte!

    Eben das beschreibt auch Alistair Cockburn: Es hat keinen Sinn, jemandem, der keine Erfahrung mit Informatik hat, mehrere Handlungsmöglichkeiten zur Programmierung anzubieten, wenn er noch nicht abschätzen kann, welche er braucht und welche nicht.

    Danke für den interessanten Artikel, Christian :-)

    Liebe Grüße
    Natalie

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