Stadt der Blinden

Ein Mann fährt auf der Strasse, hält an einer Ampel und erblindet ganz plötzlich. Man eilt zur Hilfe und bringt ihn ins Krankenhaus. Kurz darauf ist sowohl der unbekannte Helfer als das Krankenhauspersonal auch blind. Eine bisher unbekannte Epidemie breitet sich unermüdlich aus und Leute fangen an, ganz plötzlich blind zu werden. Die Regierung ergreift sofort Maßnahmen und versucht zunächst alle Betroffenen in dafür gebaute Anlagen zu isolieren… Vergebens. Nach einiger Zeit sind alle Menschen auf der Welt blind, bis auf eine einzige Person… Alles bricht zusammen, es gibt keine Nahrungsmitteln mehr, keine Elektrizität, keinen Verkehr, keine Müllabfuhr, alles versinkt in Anarchie, alle versuchen, sich durchzuschlagen so gut es geht

 

Und ab diesem Moment fängt die Geschichte erst recht an. Es geht ums nackte Überleben, die Karten in der Gesellschaft und der menschlichen Beziehungen werden neu gemischt, Geld spielt dabei auch keine Rolle mehr. Es entstehen zwei Klassen von Blinden: diejenigen, die von Geburt an blind waren („privilegierte“ Blinde), und diejenigen, die durch die Krankheit erblindet sind. Grausamkeit, Gewalt aber auch Mitleid und Liebe… die schlechtesten und die Besten Eigenschaften jedes Menschen kommen dadurch nackt ans Licht.

 „Stadt der Blinden“ (Originaltitel „Ensaio sobre a Cegueira“, wörtlich “Essay über die Blindheit”) eine fiktive und hochinteressante Geschichte des großen portugiesischen Meisters Jose Saramago, die viel Stoff zum nachdenken liefert. Für mich ein Meisterwerk der modernen Literatur und eines seiner Besten Bücher. Lehrreich, stückweise grausam und schockierend aber insgesamt eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

Liebe Grüße an alle

Francisco

1 Kommentar

  1. Danke für den Tip Francisco. Ich kenne das Buch noch nicht.

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