„Zu schnell“

Beim Training wurde ich darauf hingewisen, das ich eine Übung doch langsamer machen soll. Nach dem Training fragte ich mich oft,  warum ich als Anfänger versuche Übungen zu schnell auszuführen? Aber dafür musste ich mir erst mal zwei Fragen beantworten:

Warum bin ich ein Anfäger?

Die einfache Antwort ist wohl, dass ich erst seit 9 Monaten Aikido ausübe. Die ausführliche Antwort ist, dass Gefühl welches sich beim Trainieren einstellt. Ikio, Nikio usw, klar, alles schon gehört, viele Japanische Begriffe im Kopf fürs rollen, greifen und Abwehrtechniken. Aber wenn es dann mit der Übung los geht, und ich versuche auf eine dieser Techniken zurückzugreifen, sind diese oft wie ausgelöscht, oder werden mit Kraft statt Technik ausgeübt. Auf einmal steht man da, und der Kopf ist leer. Wenn man Glück hat reicht es gerade noch zu einem Tenkan oder Irimi um den Uke an sich vorbeizuführen und sich nicht greifen zu lassen. In einem solchen Moment bekommt man eine Vorstellung davon, das der Weg bis zu einer gewissen Routine noch sehr sehr weit sein wird, besonders da einem klar ist, dass ein Trainingsangriff im Dojo nichts mit dem Stress und der Überraschung auf der Straße zu tun hat.

Was ist zu Schnell?

Geraldine oder Peter Sensei haben dieses oft damit beschreiben, das ein Kind welches noch nicht gelernt hat zu laufen, versucht zu rennen. Ja, und genau so fühle ich mich. Ich sehe wie die anderen Hakamaträger „rennen“ und möchte das auch. Aber ich kann es (noch) nicht. Man neigt dazu eine Übung zu schnell zu machen, denn man stellt schnelle Bewegung mit können gleich, statt zu erkennen, das eine saubere Übung viel wichtiger ist. Das liegt sicher daran das ich stark Motiviert bin, aber auch daran das ich kein Anfänger sein will.

Und jetzt?

Schnelle Übungen bedeutet nicht schnelleres lernen. Es kommt zu Verletzungen bei sich selbst, und noch schlimmer, bei anderen. Es ist klar, das man nicht immer das richtige Tempo erwischt, besonders wenn man viel Energie zum Training mitbringt. Aber wenn eine Übung sauber läuft kann man das Tempo ja immer noch erhöhen, und der Lerneffekt ist viel höher. Ich glaube dies gilt für jede Stelle auf dem Weg des Aikdo, nicht nur für mich als Anfänger.

1 Kommentar

  1. Finde, du hast eine tolle Erklärung geliefert. Das mit dem rennenden Kind ist absolut richtig. Wer denkt, er muss Übungen schnell ausführen um sie gut zu machen, liegt falsch. In der Ruhe liegt die Kraft!
    Alle Gute
    Stephan

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